Einbürgerung mit Riesen-Tam-Tam?

Oder auch Bohei?
Dies schlug jüngst der schleswig-holsteinische Innenminister Ralf Segner (SPD) vor. Oder, in seinen Worten:

„Eine schlichte Amtshandlung im Büro wird der Bedeutung der Einbürgerung nicht gerecht.“
So zitieren ihn die Kieler Nachrichten.
Was er wünscht, ist ein feierlicher Rahmen, und dahingehend versucht er, die Landräte und Bürgermeister zu instruieren.
Warum aber? Wozu?
Nur wenn man der Meinung ist, man könne stolz darauf sein, deutscher Staatsbürger zu sein, ist das ein Grund zu feiern.
Stolz darauf zu diesem Volk zu gehören, das nur notdürftig und oberflächlich zivilisiert ist?
Das käme mir nicht in den Sinn.

3 Gedanken zu „Einbürgerung mit Riesen-Tam-Tam?

  1. Daniela Sonders

    1. Der Mann heißt Stegner. Mit t.
    Ob er einem nun sympathisch ist oder nicht (mir ist er es seit seinem Auftritt im AudiMax der CAU nicht), aber soviel Zeit muss sein.

    2. Wenn man sich dazu entschließt, Bürger eines Staates zu werden, also nicht nur dort zu leben und zu arbeiten (was durchaus auch ohne die Staatsbürgerschaft möglich ist), sondern mit allem Drum und Dran, mit der Geschichte und der nationalen Identität dazuzugehören, dann würde es mich auch freuen, wenn ich nicht nur eine Urkunde in einem Büro oder sogar per Post zugeschickt ausgehändigt bekomme.
    Nein, es ist durchaus positiv zu bewerten, dass man diesen Menschen, der ein Teil dieses Volkes werden will, ob nun „notdürftig und oberflächlich zivilisiert“ oder nicht, herzlich willkommen heißt.

    Wo genau der Autor in einer herzlichen Willkommensfeier den „Stolz […] deutscher Staatsbürger zu sein“ herausliest, ist mir schleierhaft. Und ob das ein Grund für Feierlichkeiten ist, bleibt ebenfalls dahin gestellt und hat mit dem angesprochenen Sachverhalt, der feierlichen Einbürgerung, nicht das geringste zu tun.

    Wäre ich böshaft, würde ich einige Stichworte in den Raum werfen, die beim Autor pawlowsche Reflexe auslösen würden, man kommt sich schon vor wie in einem Forum rausgeworfener Antifas …

  2. Stefan Artikelautor

    Interessant, daß hier ein kritischer Geist implizit als subhuman bezeichnet wird.
    Im übrigen hat die Kommentatorin von meinem Artikel nichts begriffen.

  3. P. Wozu

    Warum aber? Wozu?
    Das ist die Mutter aller Fragen!
    Warum und wozu sollte ein subhumaner Geist feierlich instruieren, stolz grundlos ein kritisches Riesentamtam feiern und implizit notdürftig zivilisiert sein?
    So etwas käme einem verquast brabbelnden Morschbürger nie in den Sinn.
    Und was soll man jetzt nicht begreifen?

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