Immer noch im Traumkino: Volver

Und auch immer wieder: der bislang letzte Film von Pedro Almodovar eben.
Na, dann möchte ich doch mal auf zwei Dinge am Rande aufmerksam machen:

1. In der Anfangsszene sehen wir einen Friedhof, von der Kamera von rechts nach links abgefahren. Es ist von Bedeutung, daß die Kamerabewegung von rechts nach links erfolgt:
Denn das ist in userem Kulturkreis die Richtung der Umkehr, des Zurückkehrens (Volver). Denn, Herrschaften, wir schreiben und lesen ja zum Beispiel von links nach rechts.
Bei Arabern also verfehlt diese Kamerabewegung ihre Wirkung, denn die schreiben eben von rechts nach links.

2. In derlei Filmen geht es ja doch mitunter fantastisch zu. Warum sollten wir also nicht glauben, daß diese Dame innerhalb der Filmhandlung tatsächlich als Geist von den Toten zurückgekehrt ist?
Erstmal scheint nichts dagegen zu sprechen, dennoch können wir uns, schon bevor das aufgelöst wird, denken, daß die Dame noch am Leben ist:
Sie furzt nämlich in einer Szene, und das entgeht zwar den Ohren, aber nicht den feinen Nasen der anderen.
Tja, und hier kommt nun eine Übereinkunft unseres Kulturkreises zum Tragen, die sich auf Fantastisches bezieht:
Geister sind nicht auf diese Weise wahrnehmbar.

Beides ist Euch nicht aufgefallen?
Und dennoch mochtet Ihr den Film?
Dann seid Ihr meine Negative: Mir isses halt aufgefallen, wie ihr lest, aber ich fand den Film drittklassig.