Lord of War in der Brücke

Zum üblichen Niedrigpreis.
Einer der Filme des Jahres, die man sehen MUSS.
Die anderen sind
München,
Saw II
und
The Matador, dessen deutsche Synchronfassung den dummen Titel „Mord und Margarithas“ trägt.
Zurück zu Lord of War:
Der Film erzählt an die drei Jahrzehnte Weltgeschichte aus der Sicht eines Waffenhändlers.
Vielfach wurde das Werk als Satire aufgefaßt.
Doch es ist bemerkenswert, daß es gerade das nicht ist. Nichts wird verzerrt oder übertrieben, und die Mittel, derer sich der Film bedient – Pointierung, Verdichtung, Verfremdung -, sind nun einmal nicht spezifisch satirisch.
Es handelt sich hier um klassischen humanistischen Realismus.
(Wer hat an dieser Stelle bemerkt, daß sie sowohl auf den sozialistischen Realismus als auch auf die sozialistische Klassik im Sinne Peter Hacks` anspielt?)
Das Dialog-Niveau (Regisseur Andrew Niccol verfaßte auch das Drehbuch) ist exzeptionell hoch, Dramaturgie und Spannungsbogen sind perfekt, eine Reihe von Handlungssituationen unvergeßlich.
Vergänglich ist zwar die große Schönheit von des Protagonisten Gemahlin (dargestellt von Bridget Moynahan); über die Dekaden alterslos aber erscheint der von Nicolas Cage kaltschnäuzig/warmäugig gespielte Waffenhändler.
Wer also den Film vor zwei Monaten in den aktuellen Kinos verpaßt hat, der hat heute und nur heute um 22.45 Uhr noch Gelegenheit, ihn bewundern, kennen und lieben zu lernen.