Archiv für den Monat: Juni 2007

No news sind und bleiben no news

Gestern machten die Kieler Nachrichten mit der Schlagzeile auf:

„Kieler Professor bezweifelt Ullrichs Unschuld“

Tun wir das nicht alle?
Oder besser: Hat noch jemand Zweifel an Ullrichs Schuld?

Eine Zeitung, die so etwas für eine wichtige Meldung hält, ist …
Aber wir wollen uns doch keine Klage wegen Beleidigung einhandeln.

Torfrock kommt!

Was wäre die Kieler Woche ohne TorfrocK?
Nun, sie wäre zwar nicht nichts, aber sie wäre um vieles ärmer.
Und so darf man sie auch diesmal wieder nicht verpassen, wenn sie am Montag, 18.6. ab 20.45 Uhr auf der moppelkomm-skinett-Bühne spielen werden.
Diese wunderbare Band hält immer noch und immer wieder den Geist der Rebellion hoch.
Den der Odin, Thor, Frigga, Tyr, Heimdall, Baldur und Bragi verehrenden Nordmänner gegen das Christentum ebenso wie den der RocknRoller gegen den deutschen Schlager und ähnliche Unmenschlichkeiten.
Und sie saufen immer noch den Met, bis keiner mehr steht.
Auch das verdient Respekt.

Der Roman in den Kieler Nachrichten

Fortsetzungsromane sind immer wieder ein beliebtes Mittel, die Leser einer Tageszeitung bei der Stange zu halten. Schauen wir uns doch mal den Fortsetzungsroman an, den uns derzeit die Kieler Nachrichten präsentieren. Der Autor heißt Olaf Schmidt, und der Titel des Romans klingt verdächtig braun: Friesenblut.
Wir zitieren:

„Nach der Wahlveranstaltung saßen die Dänischgesinnten in Joachim Brodersens Haus beisammen. Die Stube war notdürftig von einer einzigen Petroleumlampe beleuchtet. In der Mitte des Tisches hing von einem Ständer traurig ein kleiner Daneborg herab. (Nein, nicht ´von einem Ständer traurig ein kleiner Daneborg´, sondern ´ein kleiner Daneborg traurig von einem Ständer`. Schmidts Sätze sind einfach. aber leider nicht einfach genug für ihn. Anmerkung des Verfassers)
Die Stimmung war auf dem Tiefpunkt angelangt.“

Das ist sie beim Leser inzwischen auch.
So etwas Hilfloses, Hölzernes muten uns die Kieler Nachrichten zu. Da sind selbst die Kommentare Klaus Kramers vorzuziehen.

Der kleine Rogge in der großen Welt

Am 11. Juni erschien in den Kieler Nachrichten ein Kommentar von einem Joachim Rogge über die Parlamentswahl in Frankreich. Wir zitieren:

„Mau verlief der kurze Wahlkampf, mau war gestern die Beteiligung. Verausgabt hatten sich Frankreichs Wähler ganz offensichtlich bei der spannenden Präsidentschaftswahl vor gut einem Monat. Dem ersten Durchgang der gestrigen Parlamentswahl maßen sie erkennbar nicht den gleichen Stellenwert zu.“
Nicht „zu“, sondern „bei“, Rogge. Weiter im Text:

„Ohnehin zweifelte niemand am absehbar klaren Sieg der französischen Konservativen aus dem Lager Nicolas Sarkozys.“

Tja, Rogge, daß der klare Sieg absehbar war, wird wohl der Grund dafür gewesen sein, daß niemand daran zweifelte, nicht wahr?
Außerdem:
Warum ist hier von „französischen“ Konservativen die Rede? Wir wissen doch, daß das Thema die Wahlen in Frankreich sind. Und nochmal Rogge:

„Selbst die Sozialisten gaben sich – ein Novum im französischen Wahlkampf – schon lange vor Schließung der Wahllokale geschlagen, hofften lediglich, das Ausmaß der erwarteten Niederlage noch einigermaßen begrenzen zu können. Jung-Präsident Sarkozy kann sich nun am Ende des französischen Super-Wahljahrs in doppelter Weise legitimiert sehen, die versprochenen Reformen auch tatsächlich umzusetzen.“

Von einem selbständigen Gedanken keine Spur.

Es stand im Kiel-Blog: Thomas Lienau-Becker wird Propst

Tja, Herrschaften, und nun ist er es, und anläßlich seiner Amtseinführung predigte Bischöfin Wartenburg-Potter.
Diese Doppelnamen ober auch immer.
Entscheidend aber ist: In diesem Blog wurde nicht nur vorhergesagt, daß Italien Fußball-Weltmeister würde, sondern auch, daß Lienau-Becker, diese Lutheraner reinsten Wassers, Propst würde:
http://kiel-blog.de/27.01.2007/propst-mackensen-haut-in-den-sack/
Letzthin wurde hier übrigens auch prädiziert, daß die Volquartz nach den Kommunalwahlen im kommenden Jahr nicht mehr Bürgermeisterin sein wird, und man wird wohl davon ausgehen können, daß auch das eintrifft.

Stagnation auf der Kieler Woche

Wir zitieren aus den Kieler Nachrichten vom 13. Juni:

„Aller Termin-Enge mit Welt- und Europameisterschaften zum Trotz erweist sich die Kieler Woche in ihrem 125. Jahr als großer Anziehungspunkt für Segler aus aller Welt.“

Ein Punkt hat keine Ausdehnung. Von einem großen Anziehungspunkt kann daher nicht die Rede sein. Weiter im Text:

„Rund 4300 Akteure aus 43 Nationen haben bis gestern ihre Meldung für das weltgößte Segelereignis abgegeben. Damit konnte das Vorjahresergebnuis gehalten werden“

Die Kieler Woche will doch immer schön expandieren, nicht wahr?
In jeder Weise.
Da lappt es doch leicht ins Lächerliche, wenn die Kieler Nachrichten Stagnation als Erfolg verkaufen.
Das ist der kritische, unabhängige Journalismus, den sie meinen.

Manche können nicht „rückwärts fahren“

Wer regelmäßiger Kunde der KVG ist, der muß sich immer mal wieder, wenn Fahrgäste dabei sind, sich einen Platz auszuwählen, den Satz „Ich kann nicht rückwärts fahren“ anhören.
Verstanden habe ich den nie. Was passierte denn, wenn man diese Menschen nun zwänge, mit dem Rücken zum Fahrer zu sitzen?
Würden sie dann ernsthaft erkranken?
Ist das Unvermögen, „rückwärts zu fahren“, etwas, das der Flugangst ähnelt?
Die Welt ist rätselhaft.

Die KVG und die mittlere Lage

In der Kieler Woche gelten auch für die KVG und ihre Fahrgäste in der Innenstadt Ausnahmebedingungen. Das ist soweit nichts Neues.
An der Holstenbrücke werden in Kürze Menschenströme sein. Daher ist da jetzt schon einiges aufgebaut, das den Busverkehr hemmt. Die elektronische Anzeige auf der Kino-Seite der Holstenbrücke verweist daher auf die „mittlere Lage“.
Ob die wohl einen mittelmäßigen Wein hervorbringt?
Nein wirklich, wie kommen die Verantwortlichen der KVG nur auf eine solche stupide Bezeichnung!
Manche verstehen das vielleicht gar nicht und suchen sich n Wolf.
Wie wäre es denn, statt „mittlere Lage “ „mittlerer Bahnsteig“ zu sagen?
Spricht irgend etwas dagegen?
Aus meiner Sicht nichts.

Sie fahren wie die Henker, die Busfahrer der KVG

Obwohl Henker doch normalerweise als solche durchaus nicht fahren.
Und natürlich gibt es Ausnahmen. Die meisten aber sind so frustriert oder so inkompetent, daß sie die Fahrgäste immer wieder ohne Not durchschütteln.
Selbst dann, wenn viele keinen Sitzplatz haben.
Und es kommt noch eine besondere Rücksichtslosigkeit hinzu: Wenn ältere Menschen, die schwere Taschen in beiden Händen haben, einsteigen, dann fahren dieses Busfahrer trotzdem scharf an, bevor sich genannte Fahrgäste hingesetzt haben. Das ist doch eine Rücksichtslosigkeit sondershausen. Nur um ein paar Sekunden zu sparen.
Neeneenee.

Dog Compound!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Auch die mit Abstand beste Kieler Band darf auf der Kieler Woche natürlich nicht fehlen.
Dog Compound heißt sie, und sie tritt am 16.6. um 23.00 Uhr in der Jungen Bühne Kiel auf.
Was diese Menschen spielen, ist hinreißender Surf-Punk, so geschmeidig, als wären die Ramones nicht nur bei Dick Dale, sondern auch bei den Go-Betweens in die Lehre gegangen.
Wer das verpaßt, darf sich danach nicht mehr zur wahren Kieler Szene zugehörig fühlen.
Denn die definiert sich, wie ich hiermit dekretiere, durch ihre Bewunderung für Dog Compound.

Extrabreit auf der Kieler Woche

Viele Besucher der Kieler Woche werden an mehreren Abenden wieder breit sein, extrabreit sogar. Da trifft es sich, daß auch die Band Extrabreit auf der Kieler Woche einen Auftritt haben wird, und zwar am und zwar am 16.6. um 20.45 Uhr.
Man bekommt langsam den Eindruck, das Ganze entwickelt sich zur Oldie-Parade, denn auch Extrabreit besteht natürlich aus älteren Herren. In den achtziger Jahren hatten sie einige Hits, oder war es doch nur einer?:
Hurra, hurra, die Schule brennt
Na, Herrschaften, sowas ist doch nun wirklich nicht abendfüllend.

Wenn Opa rockt, wird es SWEET

Die Bühne an der Hörn bietet am 16.6. um 20.00 Uhr tatsächlich Sweet.
Die Band, die in den siebziger Jahren zu den erfolgreichsten, aber auch meistverachteten zählte.
Inzwischen kann man aber sagen, daß einige ihrer Songs durchaus nicht trivial waren.
Bleibt abzuwarten, wie sich heute so machen.
Die Besetzung ist jedenfalls von der Originalbesetzung weit entfernt, was niemanden weiter wundern wird.

Kieler Woche ohne Bayern? No way!

Am 15.6. um 18.00 Uhr wird das Bayern-Zelt an der Hörn eröffnet.
Gestandene Holsteiner sollten sich darob nicht grämen, nein, nicht einmal die.
Denn die Bayern werden hier ja doch nicht die Oberhand gewinnen, und willkommen sollten sie fast genauso sein wie die Dänen und die Schweden, die das Volksfest auch in diesem Jahr wieder in großer Zahl bereichern werden.
Ob es aber in dem Bayern-Zelt auch original bayerische Biere geben wird?
Ich meine solche, die man sonst in unseren Breiten nicht käuflich erwerben kann?
Abwarten und einstweilen Tee trinken.

Anläßlich der Kieler Woche treffen sich alte Säcke in der Halle 400

Das klingt ein wenig despektierlich, und vielleicht sollte ich mich um eine andere Wortwahl bemühen.
Aber streiten wir doch nicht um Worte. Tatsache ist, daß am 15.6. ab 23.00 Uhr in der Halle 400 ü30 angesagt ist.
Für alle, die bereits über 30 sind, sowie auch für Menschen, die noch erheblich jünger sind, aber eben gerontophil.
Wie, ich soll nun aber wirklich mal auf meine Wortwahl achten?
Na gut, bin ja schon ruhig.

Tin Lizzy – immer wieder mit dabei

Am Freitag, 15.6., wird die Band Tin Lizzy an der Hörn ihren Auftritt haben, und zwar um 22.00 Uhr.
Nun, dafür wird niemand nach Kiel pilgern. Und auch die Kieler können sich schöneres vorstellen, als sich Musik aus zweiter Hand von abgehalfterten Regionalzwergen vorspielen zu lassen.
Aber wenn man schon mal in der Nähe ist, dann stört es vielleicht auch nicht weiter.

Stefan mag den Sasha nicht, denn der ist vergiftet

Der eine oder andere wird das abgewandelte Jan-Delay-Zitat in der Überschrift erkannt haben.
Auftritt nun aber Sasha, und zwar am fuffzehnten 6. um 20.00 Uhr auf der Bühne an der Hörn.
(Zwar verlangen die Zeiten, daß man diese Bühne, wie so vieles andere, nach dem Namen des Sponsors nennt, aber ich empfinde es als eine Pflicht , mich dieser Pflicht zu entziehen. Mir kommt auch das Wort … für das frühere Volksparkstadion in Hamburg nicht über die Lippen, geschweige denn in einen Artikel.)
Sasha – was ich gegen den nun wieder hab?
Na, vielleicht, daß seine Musik aber auch so gänzlich ohne Wert ist?
Vielleicht auch, daß er n stromlinienförmiger Schönling ist?
Einer, bei dem jede Bewegung eiskalt darauf kalkuliert ist zu gefallen.
Und man muß schon entschieden unter 16 Jahren alt sein, um auf den Schmalzlockenpapagallo reinzufallen.
Und weil der Mann ja auch nicht jünger wird, schwindet die Zahl seiner Fans offenbar beständig.
Aber für die Kieler Woche isser offenbart immer noch gut genug.

Letzte Kieler Woche mit der Volquartz

Es gibt noch gute Nachrichten:
Dies ist die letzte Kieler Woche, die unter der Volquartz zu leiden haben wird.
Denn im kommenden Jahr wird sie nicht mehr Bürgermeisterin dieser schönen Stadt sein.
Die nächsten Kommunalwahlen in unserem Lande sind nämlich bereits im Mai 2008.
Danach wird die Volquartz zwar noch ein paar Tage oder Wochen im Amt bleiben, wie das eben so üblich ist, aber im Licht der Kieler Woche des kommenden Jahres wird sich jemand von der SPD sonnen können. Garantiert.
Einstweilen wünsche ich natürlich allen Kiel-Blog-Lesern eine schöne 125.

Wahnwitzige Firmennamen, in Kiel gesehen

Es gibt ja die dollsten Eigennamen.
Und einige davon werden eben noch doller, wenn man sie in Beziehung zu der Berufstätigkeit des Namensträgers setzt.
Mag sein, daß sich ein Gynäkologe nicht darum kümmert, wenn er Bläser heißt – oder sogar meint, das sei gut fürs Geschäft.
Aber wenn man ein Firma hat und die nach sich benennt, dann sollt man sich gegebenenfalls schon ein paar Gedanken machen. Einmal lief mir in der Holtenauer Straße doch wirklich ein stolz uniformtragender Mensch über den Weg, der einen Aufnäher mit den Worten „Security Burns“ auf dem Ärmel hatte.
Also Herrschaften, wenn eine Sicherheitsfirma sich selbst mit Brandgefahr in Verbindung bringt, dann ist das keine gute Werbung.
Es ist ja hier, genauer betrachtet, sogar so, daß der Name ein Satz ist, der soviel bedeutet wie:
Die Sicherheit geht in Flammen auf.
Also wirklich.
Und was mußte ich heute in Mönkeberg sehen?
Einen Kleinbus, auf dem „Autovermietung Wucherpfennig“ stand.
Sind diese Leute denn tatsächlich so dumm, daß sie sich nicht denken können, daß sowas die Menschen unbewußt abturnt?
Na, mir solls wurst sein.

Das Plakat zur Kieler Woche

So siehts aus, das neue Plakat der Kieler Woche:

http://www.kieler-woche.de/images/ba83710_ColourGradient_250_8266.jpg

Aber das werden die meisten schon kennen.
Es ist doch wirklich schön, nicht wahr?
Wie die Zahl so in den Wellen zerfließt.
Doch, das hat was.
Aber es gibt Varianten des Plakats, oder doch zumindest eine, in der ausgerechnet ROT dominiert.
Also, Herrschaften, das erinnert doch dann gar zu sehr an alte Seeschlachten von Nordmännern, in denen sich das Wasser rot vom Blute der feindlich einander gegenüberstehenden oder schon -liegenden Kombattanten färbte.
Das hätte man sich vielleicht ein wenig besser überlegen sollen, denn bei der Kieler Woche soll es friedlich zugehen.