Archiv für den Monat: Mai 2007

Gefahrenzulage für Busfahrer

Ich frage mich, ob eine Gefahrenzulage für Busfahrer sinnvoll wäre. Oder eine Ekelzulage.
Neulich fuhr ich mit der 100 in Richtung Laboe. Es war schon nach 20.00 Uhr, also mußte man seinen Fahrschein der Fahrerin präsentieren.
In Gaarden aber humpelte ein junger Mann an Krücken durch die mittlere Tür und meinte offenbar entweder, die Busfahrerin habe ihn übersehen oder werde wegen seiner Krücken ein Auge zudrücken (denn die machen es einem ja nicht gerade leichter, seine Karte herauszukramen).
Aber dem war nicht so. Sie zitierte ihn zu sich, und er zückte sogleich sein Portemonnaie, um ihr zwei Euro hinzulegen.
Darauf sie: „Aha, also eine versuchte Schwarzfahrt.“
Offenbar wollte sie es dabei bewenden lassen, ihn aber auch nicht mitfahren lassen.
Daraufhin spie er sie an und verließ den Bus.
Herrschaften, daß man es hier aber auch mit so primitiven Menschen zu tun hat!
Es ist ja schlimm genug, so etwas mit ansehen zu müssen – um wieviel schlimmer aber muß es sein, derlei selbst, und offenbar wiederholt, erleiden zu müssen.
Die Fahrerin jedenfalls reagierte derart geschäftsmäßig darauf, daß daraus zu schließen ist, daß sie es desöfteren mit solchen Schätzchen zu tun hat.
Also, wie gesagt, das ist irgendeine Zulage vonnöten.

Cathy Kietzer geehrt

Die Kieler SPD-Fraktionsvorsitzende Cathy Kietzer wurde in der vergangenen Woche Ehrenmitglied des Baltic Sea Forums. Der Vorstandsvorsitzende des Forums, Kurt Bodewig, sprach in diesem Zusammenhang von Kietzers „überdurchschnittlichem Einsatz“ für die deutsch-dänischen Beziehungen.
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen:
„überdurchschnittlicher Einsatz!“
Was für eine Würdigung!
Warum nicht gleich:
„Was die Kietzer da gemacht hat, ist immer noch besser als mit nem schmutzigen Stock aufs Auge.“
Ja, warum nicht?

Das Grauen hat einen Namen: Klaus Kramer

Dieser Klaus Kramer schreibt für die Kieler Nachrichten, oder besser: Er versucht es.
Zum Beispiel am 23. Mai in einem Kommentar zum Thema Arbeitsmarkt.
Die Überschrift seines Artikels lautet:
„Kein Grund zur Euphorie“
Zur Euphorie aber gibt es nie Grund.
Und so beginnnt der Kommentar:

„Was sich in der zweiten Hälfte des Jahres 2006 andeutete, bestätigt sich nun: In Deutschland entstehen unter dem Strich zusätzliche Arbeitsplätze.“
Kramer meint: Es werden mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet. „Unter dem Strich zusätzlich“ ist grober Unfug.
Weiter im Text:

„Das Erfreulichste an dieser Nachricht ist, daß neben der Zeitarbeit mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgebaut wird.
Dabei handelt es sich keineswegs um ein unergründliches `Job-Wunder`.“

Ach Kramer, ein Wunder ist doch immer unergründlich. Ja, jetzt, da ich es sage, merken Sie es auch?
Es ist wirklich furchtbar mit Ihnen.

Die Tonsteine in der Gablenzbrücke

In die neue Gablenzbrücke werden Tonsteine eingelassen, oder dies ist sogar bereits geschehen.
Warum das bemwerkenswert ist resp. was das soll?
Nu ja, vorher wurden die Steine gebrannt, und wiederum vorher haben manche Kieler Gelegenheit genommen, sich mit Worten und Zeichnungen auf diesen Steinen zu verewigen.
Eine Zensur findet nicht statt?
Ich nehme an, in diesem Falle schon.
Irgendein Verantwortlicher der Stadt wird schon darüber gewacht haben, daß da nicht irgendwelche Obszönitäten eingeritzt wurden.
Oder politische Wahrheiten.
Also, ich hätte mich etwa folgendermaßen zu verewigen versucht:
„Die Volquartz muß weg!“
oder
„Weg muß die Volquartz!“
Ist doch wahr. Aber das hätte man garantiert nicht zugelassen.
Obwohl:
Wenn die Volquartzsche schon längst vergessen ist, würde man durch meine Inintiative immer noch ihren Namen in der Gablenzbrücke finden.

Neuer Ausweis in der Stadtbücherei

Ich war an sich mit meinem alten Büchereiausweis immer ganz zufrieden. Ich konnte mit ihm nach Herzenslust Medien in der Stadtbücherei entleihen, und das reichte mir.
Als ich heute wieder etwas entlieh, fragte mich die ebenso nette wie hübsche Diensthabende:
„Haben Sie schon den neuen Ausweis?“
Das mußte ich verneinen, und ich dachte zunächst, daß das nun irgendein besonderes Stück sein müsse, mit dem man mehr anfangen kann als mit dem alten.
Aber das ist offenbar nicht der Fall. Die überaus schnucklige und ebenso nette Dame – erwähnte ich diese Eigenschaften schon? – klärte mich darüber auf, daß mein alter Ausweis noch bis zum 13. 6. gültig sei, danach aber nur noch der andere benutzt werden könne.
Die Frage, wozu es denn nun einen neuen Ausweis gebe, erübrigt sich, wenn man einen Blick auf den Ausweis wirft:
Auf der einen Seit des Ausweises ist fast nichts als Werbung für KielNet.
Im Zentrum steht dabei ein Foto eines glücklich telefonierenden Kleinkindes. Daneben der Slogan:
Wer viel liest, hat viel zu erzählen.
Wiederum Werbung auf hohem Niveau, das muß man den Leuten von KielNet lassen.
Andererseits:
Das Mädel, das da abgebildet ist, dürfte so um die fünf Jahre alt sein. Daß es viel liest, mag man also kaum glauben.
Gleichviel, das Ganze ist jedenfalls eine bedenkliche Entwicklung.
Werden vielleicht damnächst auch all die Werbeflächen am Eingang von Kleinanzeigen der Bürger und Hinweisen auf Kulturveranstaltungen freigeräumt, um Platz für die letzten Angebote von Lidl zu machen?
Ich bin dagegen.
Es ergibt sich da übrigens ein Problem, das vielleicht noch nicht alle durchdacht haben (und das ist vorsichtig ausgedrückt): Man ist ja, wenn man diesen Ausweis benutzt, nicht nur Ziel der Werbung, sondern man wirbt auch selbst. Man ist selbst Werbeträger, indem man – und das läßt sich ja nicht vermeiden – die Werbung auf dem Ausweis für andere sichtbar macht.
Und es wird zu prüfen sein, ob solche Werbung ohne Einwilligung des Kunden als Werbeträger legal ist.

Kontrolleure der KVG – an denen kann man sich Hände und Füße wärmen

Heute bin ich auf einer Fahrt gleich zweimal kontrolliert worden.
Sonst vergehen ja ganze Wochen, in denen das nicht geschieht. Aber das ist nichts als Zufall, nehme ich an.
Lustig ist es aber immer wieder, wie die Kontrolleure da so auffallend unauffällig an den Haltestellen warten, daß einige aufmerksame Leute dann doch noch rechtzeitig aufspringen und aussteigen. Sei´s drum, manche werden eben doch erwischt. Es vergeht, wenn man es recht bedenkt, kaum eine Kontrolle, bei der niemand erwischt wird.
Professionell gehen die Kontrolleure aber nicht eben vor:
Es sind jeweils drei, und die teilen den Bus für die Kontrolle untereinander auf.
Aber offenbar machen sie sich nicht immer klar, wo die Grenzen sind. Typisch ist es daher, daß ein Kontrolleur, der vorn mit dem Prüfen angefangen hat, wenn er hinter der ersten Tür angekommen ist, allen Ernstes fragt:
„War hier schon?“

Die Frage geht, wohlgemerkt, jeweils an einen Fahrgast, nicht etwa an einen Kollegen!
Und, Damen und Herren, ist denn das nicht hirnrissig?
Heißt das nicht: Ich vertraue Ihrer Aussage, daß Sie schon kontrolliert worden seien, obwohl ich Ihnen ja grundsätzlich immer zutraue, daß sie schwarzfahren“?
Doch, das heißt es.
Ist man sich seitens der Kontrolleure dieser Widersinnigkeit nicht bewußt?
Bei nächster Gelegenheit werde ich mal fragen. Und dann sage ich Euch natürlich bescheid.

Immer noch im Traumkino: Volver

Und auch immer wieder: der bislang letzte Film von Pedro Almodovar eben.
Na, dann möchte ich doch mal auf zwei Dinge am Rande aufmerksam machen:

1. In der Anfangsszene sehen wir einen Friedhof, von der Kamera von rechts nach links abgefahren. Es ist von Bedeutung, daß die Kamerabewegung von rechts nach links erfolgt:
Denn das ist in userem Kulturkreis die Richtung der Umkehr, des Zurückkehrens (Volver). Denn, Herrschaften, wir schreiben und lesen ja zum Beispiel von links nach rechts.
Bei Arabern also verfehlt diese Kamerabewegung ihre Wirkung, denn die schreiben eben von rechts nach links.

2. In derlei Filmen geht es ja doch mitunter fantastisch zu. Warum sollten wir also nicht glauben, daß diese Dame innerhalb der Filmhandlung tatsächlich als Geist von den Toten zurückgekehrt ist?
Erstmal scheint nichts dagegen zu sprechen, dennoch können wir uns, schon bevor das aufgelöst wird, denken, daß die Dame noch am Leben ist:
Sie furzt nämlich in einer Szene, und das entgeht zwar den Ohren, aber nicht den feinen Nasen der anderen.
Tja, und hier kommt nun eine Übereinkunft unseres Kulturkreises zum Tragen, die sich auf Fantastisches bezieht:
Geister sind nicht auf diese Weise wahrnehmbar.

Beides ist Euch nicht aufgefallen?
Und dennoch mochtet Ihr den Film?
Dann seid Ihr meine Negative: Mir isses halt aufgefallen, wie ihr lest, aber ich fand den Film drittklassig.

Das Weltruf lockt mit Indie-Rock

Zugegeben, der Name des Weltruf hat sich schon ein wenig abgenutzt, aber was dort geboten wird, kann sich immer noch sehen und hören lassen.
Heute zum Beispiel ist Independent-Rock vom Allerfeinsten angesagt. Und wenn der im Weltruf angesagt ist, kann man sich darauf verlassen, daß er auch tatsächlich geboten wird.
Also, Freunde des harmonischen wie auch dissonanten Geschrummels sollten sich um 20.00 Uhr (denn so früh geht es dort tatsächlich los, dann hat man länger was davon) im Weltruf einfinden.

In Kiels Sportbar am Schloßgarten hat man es nicht leicht

Waren gestern mal wieder da, uns zwar natürlich, um uns das Champions League Finale anzusehen.
Leider hat man da nur eine große Leinwand, und die ist von den meisten Plätzen aus nicht recht einsehbar.
Ansonsten gibt es dort einige Fernsehrer, aber keinen großen. Vielmehr sind die alle nur von popeliger Normalgröße. Und zumindest bei einem ist das Bild nicht gut.
Wir kamen dort anderthalb Stunden vor Beginn des Spiels an.
Voll war es natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, und dennoch hatten wir Mühe, einen geeigneten Platz zu finden.
Einen der besten plätze – nein, sogar zwei – belegte der hauseigene Hund.
Es ist schon bemerkenswert, daß die Leitung des Hauses nichts dagegen hat, wenn die Kundschaft sieht, wie ein Hund auf den Sitzflächen der Kneipe ruht.
Es gibt doch gewiß viele potentielle Kunden, die durch so etwas abgeschreckt werden.
Na, jedenfalls: Die Bedienenden – bis auf die Älteste, die vermutlich die Besitzerin ist – sind ausnehmend freundlich, und die Speisen sind gut und preiswert.
Man will ja nicht nur Schlechtes sagen.
Schön auch, daß die Kneipe voll war während des Spiels, obwohl ja keine deutsche Mannschaft beteiligt war.

KVG reagiert wieder nicht auf besondere Umstände

Das kann doch wohl nicht wahr sein!
Am Samstag um viertel nach eins fuhr ich mit einem Bus der KVG von Heikendorf nach Kiel.
Der Bus war schon ab der Haltestelle Rathaus Heikendorf bis zum Bersten gefüllt, weil die KVG es mal wieder – wahrscheinlich mutwillig – unterlassen hatten, Sonderbusse einzusetzen. Daß an jenem Tage die große Partymeile in Kiel angesagt war, kann der Leitung der KVG wohl kaum entgangen sein.
An den nächsten Haltestellen stieg natürlich kaum jemand aus. Aber eine Menge Leute wollten zusteigen, was wohl nicht verwundern kann.
Die meisten davon mußte der arme Busfahrer einfach stehen lassen.
In dem Moment aber ging es wohl den Abgewiesenen besser als jenen, die im Bus standen: So eine Fahrt kann schon zur Tortur werden. Der Fahrer bremste nämlich ebenso abrupt, wie er anfuhr. Und dann beklagte er sich auch noch, daß er an jeder Haltestelle stoppen müsse, weil immer irgendein Scherzkeks auf den Knopf drücke.
Daran, daß die Leute nicht vorsätzlich drückten, sondern irrtümlich bei dem Versuche, bei des Fahrers rüttelnder Fahrweise nicht den Halt zu verlieren, dachte der Mann offenbar nicht.
Aber vielleicht muß man ihm immerhin zugutehalten, daß so ein Bus nur noch schwer regierbar ist, wenn man ihn so überlädt – daher also möglicherweise sein Geruckel.
Na, es war jedenfalls alles sehr unerquicklich – für mich jedenfalls. Andere schienen sich dort im Bus pudelwohl zu fühlen, und das ist ja auch nicht eben verwunderlich. Schließlich gab das den meisten Fahrgästen einen Vorgeschmack auf das Gedrängel bei der von ihnen ersehnten Veranstaltung.

Vom Vorzeigen falscher Karten bei der KVG

Neulich am späten Abend fuhr ich in meiner Eigenschaft als Pendler von Hamburg nach Kiel, und zwar mit dem Kielius-Bus.
Danach mußte ich mit der 100 weiter.
Nach 20.00 Uhr muß man ja seine Karte beim Fahrer vorzeigen, weil die Kontrolleure Feierabend haben. Ich hatte irrtümlich die falsche Karte rausgekramt, nämlich die für die Fahrten mit den Kielius-Bussen.
Das bemerkte ich zwar noch rechtzeitig, dachte mir dann aber:
Is egal, die wird jetzt dem Fahrer erstmal präsentiert. Mal sehen, was passiert.
Der Fahrer nun sah sich das Ding, das mit einer Monatskarte, die für die KVG gilt, nicht verwechselt werden kann, kurz an, und ich ging weiter. Dann sagte er:
„Kann ich nochmal sehen?“
Ich gab mich moderat genervt – das gab wohl den Ausschlag – und hielt ihm die Karte nochmal hin. Jetzt sah er sich die Karte, den Anschein hatte es zumindest, genauer an und sagte dann:
„OK, alles klar.“
Tja, so ließ er mich passieren.
Wie ist das möglich?
Es war wohl die Selbstverständlichkeit, mit der ich ihm die Karte zeigte, die ihn beeindruckte. Und er fürchtete, sich mit irgendwelchen Nachfragen als Depp zu outen.
Tja, Busfahrer foppen, das kann schon Spaß machen.

In der Kunsthalle ticken die Uhren anders

Wart Ihr schon mal in der Kunsthalle? Wenn Ihr dahin geht und womöglich eine halbe Stunde vor Schliessung in die Antikensammlung geht, dann achtet doch mal auf die Dame, welche darüber wacht.
30 Minuten vor Feierabend steht diese dann mit Mantel und Tasche in der Tür und blafft die Besucher an:“Sie haben 15 Minuten Zeit, ich hab´ um 6 Feierabend.“
Frage:“Reicht denn nicht 5 vor 6?“
Antwort:“Ich muß hier ja auch noch raus!“
Derart eingeschüchtert rast mensch durch die Räume, kommt atemlos wieder raus.
Noch 15 Minuten bis zur Schliessung. Noch ein Katalog kaufen. Ran an den Tresen.
Dort dann die Krönung! Katalog gibt es nicht, denn „Um 18.00 ist Feierabend“, so der Mann an der Kasse, dieser auch schon im Mantel mitsamt Aktentasche.
Der freundliche Hinweis, daß es erst 17.45 sei wurde abgeschmettert.
„Das ist mir egal. Meine Kassenuhr zeigt 18.00! Hier gibt es nichts mehr!
Diskussion zwecklos.
Mal abgesehen davon daß SERVICE selbstverständlich sein sollte frage ich mich ernsthaft ob in der Kunsthalle die Uhren anders ticken.
Und irgendwie finde ich daß diese beiden Herrschaften doch froh sein sollten einen derart lockeren Job zu haben.
Würde ich mein Geschäft so führen wäre ich in allerkürzester Zeit pleite.

kein Kiel in der Kunsthalle

Noch bis zum 03.06.07 läuft in der Kunsthalle Kiel die Austellung „kein Kiel
Post-Punk & No Wave.
Kieler Musikszene 1977-1982“
In dieser Ausstellung werden Ausschnitte aus 4 Jahren der Musikszene der beginnenden 80´er Jahre gezeigt und zu Gehör gebracht.
Ob mensch das sehen muß?
Müssen bestimmt nicht, aber für die einen ist es eine Reise in die Vergangenheit, für andere, welche nichts mit Punk u.ä anfangen können ist es zumindest mal eine Möglichkeit den Horizont zu erweitern, und sich über die Ursprünge dieser immer noch sehr lebendigen Kieler Musikkultur zu informieren.
Leider kann mensch sich dabei nicht des Eindrucks erwehren die Macher wollten sich damit selbst ein Denkmal setzen. Schade, denn die Idee ist hervorragend!!

Rocky Balboa in der Brücke

Das erfreuliche Billig-Kino serviert uns in dieser Woche Sylvester Stallones letzten Kino-Erfolg:
Rocky Balboa.
Damit wärmte der Mann den alten Rocky-Mythos noch einmal auf.
Durchaus trivial, das Ganze, aber nicht vollständig unsympathisch.
Als ich übrigens eben von Stallones letzem Kino-Erfolg sprach, da meinte ich zwar „den neuesten“, aber eben wirklich auch „den letzten“. Ein weiterer wird dem Mann nicht vergönnt sein.

Schimmelreiter im Werftpark-Theater

Und zwar heute um 20.00 Uhr.
Mit der Novelle, auf der das Stück basiert, sind wohl die meisten Kieler im Laufe ihrer Schullaufbahn getriezt worden.
Ihr merkt schon, mein Fall ist die Erzählung nicht.
Aber wie sagte schon Hitchock (sinnlgemäß):
Ich werde nie ein literarisches Meisterwerk verfilmen.

Und er schuf filmische Meisterwerke aus drittklassiger Literatur.
Dementsprechend ist ja vielleicht auch dieses Stück viel besser als der Sprachkunstwerk-Versuch von Theodor Storm.

De besten Daag in mien Leeven

So heißt ein Theaterstück, das am heutigen Freitag um 1800 am Wilhelmplatz gegeben wird.
Und wieder ist zu loben, daß sich Menschen in dieser Stadt um das Niederdeutsche verdient machen.
Wenn es auch als gesprochene Sprache ausstirbt, so sollte es dennoch weiterhin vielen Menschen möglich sein, diesen schönen Zungenschlag zu verstehen.
Und dazu wird mit solchen Stücken eben ein wesentlicher Beitrag geleistet.
Die Zuschauerschaft ist in solchen Fällen durchaus nicht über 60 im Schnitt. Also geht da mal hin, es ist ganz und gar nicht unhip, solche Veranstaltungen aufzusuchen.

Klaus Kramer schlägt wieder

Fast hätte ich getitelt:

Klaus Kramer schlägt wieder zu

Aber das wäre falsch gewesen, denn sein Schlag geht wie immer ins Leere.
Das heißt, das selbst ein Schlag ins Wasser für Klaus Kramer ein Erfolg wäre.
Aber von Anfang an:
In den heutigen Kieler Nachrichten schreibt Klaus Kramer einen Kommentar unter der Überschrift „Russland-Versteher“.
Wir zitieren:

„“Es ist nett, dass sich EU und NATO nach längerer Bedenkzeit doch noch bequemt haben, Estland im Streit um das russische Kriegerdenkmal zur Seite zu stehen.“

Er meint offenbar „zur Seite zu treten“.
Weiter im Text:

„Denn nach den von Moskau provozierten gewalttätigen Auseinandersetzungen in Tallinn konnte man den Eindruck gewinnen, die kleine Baltenrepublik sei noch immer ein Satellitenstaat des Sowjetreichs.“

Demnach wäre sie das tatsächlich gewesen.
Das ist falsch, vielmehr war sie Bestandteil der Sowjetunion.

Ach Herr, Kramer, es hat wirklich keinen Zweck mit Ihnen.

Baltic Hurricanes am Samstag

Merkwürdiges Matchup:
Luftbewegung gegen Warmblüter.
Genauer:
Stürme gegen Vögel.
Genauer:
Wirbelstürme gegen Greifvögel.
Genauer:
Baltic Hurricanes gegen Cologne Falcons, auf deutsch:
Die Ostsee-Hurrikane gegen die Kölner Falken.

Und zwar am Samstag um 17.30 Uhr.
Der Start in die Saison ist ja durchaus nicht mißlungen.
Nun erwarten wir also auch einen Sieg gegen die Fast-Millionenstädter.

Sophienhof: Frauen stehen schlange, Männer nicht

Wo?
Vor den Toiletten im Erdgeschoß des Sophienhofs.
Auf dem Männerklo gibt es nur eine Kabine (daneben natürlich das eine oder andere Urinal), aber das reicht eben. Das Frauenklo ist offenbar nicht viel besser ausgestattet. Dabei hätte man doch berücksichtigen können, daß die Sache bei Menschenweibchen erheblich aufwendiger ist als bei Menschenmännchen.
Das Ergebnis ist jedenfalls, daß die Frauen, wenigstens um die Mittagszeit, in einer langen Reihe stehen müssen.
Und dabei versperren sie den Männern den Weg zum Herrenklo.
Das ist gerecht – so haben wenigstens auch die Männer ein wenig zu leiden.

KielNet-Werbung schon wieder

Plakate von KielNet sind hier schon gewürdigt worden:

http://kiel-blog.de/25.02.2007/kielnet-werbung-vom-feinsten/

Der Mann hat recht, und nun legt die Firma mit einem noch besser durchdachten Plakat nach. Ihr werdet es alle schon gesehen haben: Ich meine natürlich das Plakat, unter dem steht:

„Und wann wechseln Sie die Seiten?“

Ein Seitenwechsel scheint für die Frau auf dem Plakat in der Tat überlebensnotwendig:
Sie sitzt auf einer Bank in einem Park, neben ihr ihr Mann oder fester Freund. Dieser hat seinen Arm um sie gelegt, schaut aber in die andere Richtung und zeigt auf irgend etwas hoch in den Lüften, das wir nicht sehen können und das uns ebensowenig interessiern soll wie die Frau. Aber dazu später.
Erst müssen wir uns nämlich das Outfit des Mannes näher ansehen.
Dieser Wicht, der auch im Sitzen von seiner Frau überragt wird, trägt ein närrisches Hütchen, Hosenträger, eine kurze Hose und Sandalen.
Daß seine Frau bereits Tuchfühlung zu dem Mann, der auf der anderen Seite der Bank sitzt und größer ist als sie, aufgenommen hat, bemerkt der Depp nicht.
Dieser Mann auf der anderen Seite nun flirtet offenbar mit der Frau. Er ist nicht uncool gekleidet und dabei doch nicht übertrieben modisch. Genauso läßt sich auch die Kleidung der jungen Frau beschreiben. Sie scheinen also gut zueinander zu passen.
Die Aussage also ist: Wer immer noch nicht Kunde von KielNet ist, der ist so hoffnungslos veraltet wie der Noch-Macker der Zille auf dem Plakat.
Oder: Die Konkurrenz von KielNet selbst ist hoffnungslos veraltet.
KielNet nun aber ist zeitgemäß und dabei einfach zu handhaben.
So.
Nun kommt es aber noch auf zwei Sachen im Hintergrund an:

1. gibt es da eine Plastik, die aus Stein und einer diesen im Phallus-Winkel durchbohrenden Metallstange besteht. Darin deutet sich die erste heftigere Begegnung zwischen der Frau und ihrem Neuen an, die unweigerlich auf den Flirt folgen wird.

2. Der Hintergrund insgesamt ist freundlich grün.
Hinter dem Zukünftigen aber, der, wie wir bereits feststellten, KielNet symbolisiert, ist alles schwarz.
Zufall ist das nicht. KielNet ist eben für den Noch-Nicht-KielNet-Nutzer terra incognita, unbekanntes Land.
Aber das bildlich so auszudrücken – das ist schon kühn.
Also, mal wieder eine gelungene, weil durchdachte Werbung von KielNet.

„Gala“ im Cinemaxx

Ich neulich abends im Cinemaxx.
Dort lag doch tatsächlich tausendfach die neue Ausgabe der Zeitschrift Gala aus.
Umsonst.
Interessant, zu was für Mitteln man mitunter zu Werbezwecken greift.
Und was micht betrifft: Auch ich griff zu.
Das macht mich nun aber nicht zum Stammleser.
Nein, wirklich nicht. Diese Zeitschrift ist auch nichts Besseres als die Bunte, auch wenn sie sich ein wenig edler gibt.

232340

Was das ist?
Die aktuelle Einwohnerzahl Kiels. Zwar sind auch in diesem Jahr wieder einige schmerzliche Verluste zu verzeichnen: Jeweils plötzlich und unerwartet resp. nach langer, schwerer Krankheit wurde in den Sack gehauen. Die Zahl der Neuzugänge aber ist größer. Diese Zahl umfaßt nämlich nicht nur quäkende Neublagen, die heutzutage vorzugsweise auf Namen wie Emma und Paul zu hören konditioniert werden, sondern auch so manche Zuwanderer.
Da wird sich der Betreiber von Arkanick, dem Spezialgeschäft für osteuropäische Produkte (in Bahnhofsnähe auf Höhe des ZOB gegenüber dem Sophienhof) freuen.

Olaf Albrecht – das darf man sich nicht entgehen lassen

Olaf Albrecht – wer kennt ihn nicht?
Vermutlich fast alle.
Na gut, dann werde ich ihn eben vorstellen:
Olaf Albrecht ist Journalist und arbeitet für die Kieler Nachrichten.
Viel mehr weiß ich auch nicht über ihn.
Und inwiefern ist der Mann nun bemerkenswert? werdet ihr fragen.
Na, lest doch mal selbst, was Albrecht am 11. April in einem KN-Kommentar über das Atomwaffen-Programm des Iran schrieb:

„Die Mullahs drücken aufs Tempo. Der Iran treibt sein Atomprogramm unbeirrt voran – trotz aller UN-Sanktionen. Daher ist es unerheblich, ob die Iraner irgendwann 50 000 Zentrifugen in Betrieb nehmen können. Noch ist das Land weit davon entfernt, überhaupt Atomwaffen zu bauen. Es fehlt die nötige Technik und ausreichend Uran. Daher soll die neue Ankündigung den Westen nur verunsichern.“

Inwiefern verunsichern?
Den Westen, der sich bisher stets um eine friedliche Lösung bemühte, unsicher machen, ob es nicht doch besser sei, Teile des Iran in Schutt und Asche zu legen?
Ihr seht: Was der Mann da schreibt, ergibt keinen Sinn.
Weiter im Text:

„Der Iran zeigt aber erneut, welche Trümpfe er in den Händen hält.“

Und dann doch nicht ausspielen kann, weil er ja beide Hände voll hat, gell?
Also, nochmal langsam für Sie, Albrecht: Trümpfe hält man nicht in den Händen, sondern in EINER Hand. Mit der anderen spielt man sie aus.

„Strafmaßnahmen der UN werden genauso ignoriert wie alle Druckmittel der Diplomatie. Spätestens jetzt sollte Blockadestaaten wie Russland und China klar werden, dass nur härtere Sanktionen etwas bewiken können. Richtig wäre aber zugleich das Angebot, den Iran bei einem kontrollierten Forschungsprogramm zu unterstützen …“

Damit Ahmadinedschad die Kontrolleure rausschmeißen und sich für die Unterstützung bedanken kann, wenn der Zustand der Waffenfähigkeit erreicht ist.
Ach, Albrecht, es ist alles grober Unfug.

„Neue Einkaufsmeile“

Im Zusammenhang mit dem Citti Park sprechen die Kieler Nachrichten von „Kiels neuer Einkaufsmeile“.
Das ist bemerkenswert. Denn die Wucht des gegenwärtigen Aufschwungs hat alle überrascht. Wie also konnte man DAVOR auf die Idee kommen, eine solche Eikaufsmeile zu konzipieren?
In einer Zeit, deren Motto „Die fetten Jahre sind vorbei“ war.
In einer Zeit, in der man sich sorgen mußte, ob die bestehenden Einkaufsschwerpunkte – Sophienhof, Alter Markt, Holtenauer Straße – alle würden erhalten bleiben können.
Da muß wohl jemand entweder das zweite Gesicht gehabt oder sehr gut analysiert haben.
Und fährt nun den Lohn ein.

Holstein mit Titel?

Wer hätte gedacht, daß Holstein Kiel in dieser Saison noch einen Titel gewinnen würde?
Aber nach dem Sieg gegen den VfB Lübeck im Halbfinale des schleswig-holsteinischen Pokals ist das ja ohne weiteres drin.
Na, dann hoffen wir mal auf einen versöhnlichen Abschluß der Saison.

Was sagt Gerhard Müller über den THW?

Am heutigen 2. Mai bringen die Kieler Nachrichten einen Kommentar eines Gerhard Müller zur Lage des THW. Ich zitiere:

“ In der Kieler Sport-Geschichte gab es bislang Segel-Ereignisse mit Langzeitwirkung für die Außendarstellung – und die Olympischen Spiele 1936 und 1972 sowie den Dauerbrenner Kieler Woche.“

Jaja, die Olympischen Spiele von 1936 – damit kann man heute noch renommieren.
Weiter im Text:

„Den Ruf Kiels als Sailing City förderte zudem das Finale des Volvo Ocean Race 2002, vergleichsweise eine Eintagsfliege von einmaligem emotionalem Wert.
Seit Sonntag ist Kiel nun auch Europas Handball-Hauptstadt. Der Triumph des THW in der Champions League ist der hausgemachte Höhepunkt der Kieler Sport-Historie.“

Warum sollte ein Höhepunkt auch nicht hausgemacht sein?

„Mehr kann eine Vereinsmannschaft nicht erreichen.“

Selbst Gemeinplätze mögen dem Mann nicht gelingen: Mehr kann eine Vereinsmannschaft durchaus erreichen, aber nichts Höheres.

„Es ist die Krönung für diese Stadt und für diesen Sport, der am Sonntag dank des HSV Hamburg und des SC Magdeburg sämtliche europäische Titel abräumte und Handball damit nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft zu Deutschlands ´Sportart des Jahres´ kürte.“

Der Handball kürte den Handball zur Sportart des Jahres.
Was für ein Schwachkopf.