Archiv für den Monat: Februar 2007

Altenholz im Mittelfeld

Der TSV befindet sich derzeit im Mittelfeld der Tabelle der 2. Handball-Bundesliga. Punktemäßig etwas im Plus, toremäßig ein wenig im Minus. Das ist nach über 20 Spieltagen natürlich eine Situation mit sehr geringem Streß-Potential. Aber was die Zuschauerresonanz betrifft, könnte es nichts Ärgerlicheres geben. Der Aufstieg ist eben in dieser Saison nicht mehr drin, mit dem Abstieg hat man natürlich ohnehin nichts zu tun.
Und das schlägt sich in den Zuschauerzahlen nieder, die in Altenholz ja ohnehin zu wünschen übrig lassen.
Dennoch, Altenholzer, und nicht nur Ihr, geht öfter zu diesem Traditionsverein, auf daß er in ein oder zwei Spielzeiten wieder in der Bundesliga spielt. Als DIE Alternative zum THW.

Aus Hamburg nach Kiel: John van Look

American Football ist in Kiel ohnehin schon etabliert. Nun aber, da die Hurricanes in die erste Liga aufgestiegen sind, greifen sie nach den Sternen. Es wird mächtig investiert, und man rechnet offenbar damit, daß sich das nicht nur in sportlichen Erfolgen ausdrücken wird (von Abstieg soll und kann natürlich in dieser Saison keine Rede sein).
Nein, man baut auch darauf, daß die Zuschauerzahlen weiter steigen, ja, der Personalpolitik nach zu urteilen, sich mindestens verdoppeln.
Jüngste Neuerwerbung ist Linebacker John van Look, der bislang für die Hamburger Blue Devils tätig war.
31 Jahre, bullig und so erfahren, daß er manchem in der Kieler Mannschaft so einiges wird zeigen können.
Mittlerweile ist kaum mehr abschätzbar, was diese Mannschaft in der kommenden Saison zu leisten imstande sein wird.

Inga Wallenstein – die tut was

Inga Wallenstein hat einen schönen Namen,wenn er uns auch an den Dreißigjährigen Krieg erinnert. Der Name ist freilich nicht das einzig Schöne an ihr. Schön und gut ist auch, was sie sie sich zur Aufgabe gesetzt hat – Hilfe und Unterstützung für alte Menschen und Pflegebedürftige –
sie realisiert das im Rahmen eines Vereins, der sich Mobilee nennt.
Und schön ist drittens auch ihr wallendes Blondhaar, wie es in den Kieler Nachrichten vom 24. Februar auf Seite 32 zu bewundern ist.
So. Personenverherrlichung muß auch mal sein.
Wenn es doch wahr ist!

Land stützt Kommunen im Straßenbau

Es reicht vermutlich nicht nur in Kiel, sondern auch in den meisten anderen Kommunen unseres Landes, einen Blick um sich zu werfen, um sich klarzumachen, daß viele Straßen und Wege in einem beklagenswerten Zustand sind. Daß es an Radwegen fehlt, wo man welche braucht. Daß man Umwege machen muß, weil es an intakten Brücken fehlt.
Die Kommunen sind finanziell damit überfordert, hier genügend zu unternehmen. Die Landkreise kann man in diesem Zusammenhang vergessen.
Bleibt noch das Land als Helfer.
Und das, wer hätte das gedacht, tut was.
In diesem Jahr hält es 40 Millionen Euro für an sich kommunalen Straßenbau bereit.
Klingt nicht übel, oder? Deshalb machen die KN ja auch eine Riesensache daraus. Es ist schon lustig, daß die Journalisten (und vielleicht sogar zurecht) glauben, sie könnten die Leute mit solchen Zahlen ganz furchbar beeindrucken. Also vergegenwärtigen wir uns, wieviel das Land da pro Einwohner auszugeben bereit ist.
16 Euro.
16 Euro pro Einwohner.
Oder anders gesagt: Man wird ein paar Schlaglöcher vernichten können.
Aber besser als nichts ist das, das muß man Peter Harry lassen.

Klaus Kramer schon wieder

Er kann es nicht lassen. Und ich kann es nicht unterlassen, ihn zurechtzuweisen. Denn die Kieler Haben Besseres verdient als Kommentare wie den Klaus Kramers vom 24. Februar in den Kieler Nachrichten. Und wieder zitiere ich, und zwar wie immer den Anfang, damit niemand behaupten kann, ich würde irgend etwas aus dem Zusammenhang reißen.

„Frauen als `Gebärmaschinen´ zu bezeichnen, ist eine schlimme Entgleisung.“

Eine Entgleisung ist es auch, „Entgleisung“ auf „Gebärmaschine“ zu beziehen, und dabei „Entgleisung“ dennoch überflüssigerweise in Anführungszeichen zu setzen.
Weiter im Text:

„Für einen hohen Repräsentanten der katholischen Kirche, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Nächstenliebe zu predigen, ist eine solche Äußerung erst recht nicht akzeptabel.“

„Nicht tolerabel“ meinen Sie vermutlich, Kramer.

„Die Entscheidung von Eltern für Kinder ist zunächst ein Akt der Nächstenliebe: Mutter und Vater sind bereit, ihr Leben zu verändern, vielleicht einzuschränken, möglichst zu vervollständigen.“

Was faseln Sie da, Kramer? Die Entscheidung für ein Kind kann kein Akt der Nächstenliebe sein. Denn Nächstenliebe braucht ja ein Objekt, nämlich einen zu liebenden Menschen. Da der aber in diesem Fall noch nicht einmal gezeugt ist, kann von Nächstenliebe keine Rede sein.
Und das Leben, Kramer, kann man nur vervollständigen, indem man stirbt.
Ohne Auslassung weiter:

„Ihnen zu unterstellen, sie wollten ihre Kinder so schnell wie möglich loswerden, ist diffamierend.
Bedenkenswert ist dagegen eine andere Bemerkung des Augsburger Bischofs Walter Mixa.: `Wir müssen familiengerechte Arbeitsplätze schaffen und nicht arbeitsplatzgerechte Familien.` Die Krippen-Offensive Ursula von der Leyens legt allerdings den Schluss nahe, dass es hier mehr um die Selbstverwirklichung der Mütter als um das Wohl der Kinder geht. Es wird nämlich im Moment fast ausschließlich darüber diskutiert, wie Mütter Familie und Beruf miteinander vereinbaren können. Das ist zweifellos notwendig, läßt aber die mindestens ebenso dringliche Frage außer Acht: Wie sollen Kinder erzogen werden, damit sie den Anforderungen der Zukunft gewachsen sind?“

Damit sie also arbeitsplatzgerecht sind, nicht wahr, Kramer? Habe ich Ihnen Ihren Selbstwiderspruch jetzt klargemacht?

Henning & Co. haut in den Sack

Der Alte Markt sollte normalerweise ein gutes Pflaster sein für den Einzelhandel. Aber Schließungen sind dort leider nicht die Ausnahme.
Jetzt trifft es auch Henning & Co.
„Wir schließen!“
wird da annonciert.
Und weiter heißt es:
„Alles muß raus
-50 % und mehr“

Da fragt man sich doch langsam, ob der Alte Markt vielleicht überschätzt ist und infolgedessen die Mietpreise so hoch sind, daß die Einzelhändler keinen Gewinn erwirtschaften können.
Vielleicht hat man bei der Gestaltung der Mietprese immer noch nicht darauf reagiert, dß sich die Gewichte seit der Einweihung des Sophienhofes verschoben haben. Dieser Sophienhof bietet den meisten Menschen fast alles und ist wohl für viele auch günstiger gelegen. Und was dann noch fehlt, das erwirbt man eben in der Holstenstraße.
Daraus folgt: Mit alltäglichem Angebot hat der Alte Markt schlechte Chancen. Er muß sich zu einem Ort entwickeln, der das Image des Besonderen hat. Gerade so, wie es der Verbund der „Holtenauer“ vorexerziert hat. Die Idee, daß sich die Einzelhändler einer Straße, die ja nicht in Konkurrenz zueinander stehen, gemeinsam präsentieren, war erfolgreich.
Daran kann sich der Alte Markt ein Beispiel nehmen.

Comet sicherer Sieger

Es war nicht gerade eine der schwächsten Mannschaften der Liga, die neulich bei Comet zu Gast war.: Überdies hatte der TSB Flensburg seine Auswärtsstärke mehrfach unter Beweis gestellt. Dennoch gewann Comet souverän mit 3:1.
Die Manschaftsteile griffen bestens ineinander in diesem Spiel, daß vielleicht das beste Heimspiel der bisherigen Saison war („vielleicht“ sage ich, weil ich zwei verpaßt habe).
Das macht Hoffnung. Comet – zweifellos eine Mannschaft mit Perspektive.

Peter Paul Glukowski – ein Busfahrer von Gottes Gnaden

Die Kielius-Busse, die stündlich zwischen Kiel und Hamburg verkehren, werden vor allem von Leuten genutzt, die eine Flugreise vor oder hinter sich haben.
Die Busse halten zwischendurch nur in Neumünster und fahren ansonsten nichts als Autobahn. Man ist also schnell unterwegs – wenn alles gut geht, ist man in 80 Minuten von Kiel nach Hamburg gelangt.
In diesen Bussen hat man nicht nur alle Bequemlichkeiten (inklusive dort ausliegender Zeitschriften – und der Kieler Nachrichten, wenn man so früh fährt, daß noch welche übrig sind: Offenbar betrachten die Verantwortlichen der Kieler Nachrichten die Gäste der Kielius-Busse als Multiplikatoren: Menschen, die viel rumkommen und die Postille daher gegebenenfalls weiterempfehlen. Vor allem aber haben sie sich wohl gedacht, daß die Fluktuation in diesen Bussen besonders hoch ist: weil dass ja eine Flughafen-Linie ist, geht man davon aus, daß immer wieder andere diese Busse nutzen und nicht immer wieder dieselben Gestalten, die aufgrund dieses Service das Abo sparen, das sie sonst abschließen würden. Aber genau solche Menschen gibt es dort natürlich auch, und nicht zu knapp:Pendler eben).
Man hat also, wie gesagt, nicht nur alle Bequemlichkeiten, sondern dort sind auch besonnene Fahrer.
Die sind wirklich im Durchschnitt wesentlich besser als die Leute von der KVG, die ja manchmal fahren, wie besengte Säue laufen, und zwar auch dann, wenn Menschen im Bus stehen müssen.
Nein, diese Kielius-Fahrer haben die Ruhe weg, und wenn sie auf der Überholspur sind und in 300 Metern Entfernung einen LKW sehen, den sie auch noch überholen könnten, dann weichen sie trotzdem nach rechts aus, wenn hinter ihnen PKW sind.
So soll es sein.
Hier und heute wollen wir uns mal einen dieser Busfahrer näher ansehen.
Schätzungsweise an die 55 Jahre alt ist er. Recht klein, was er, wie viele kleine Männer, durch Muskelaufbau zu kompensieren sucht.
Den annähernd kugelförmigen Kopf ziert ein grauer Haarkranz im Stoppelschnitt.
Seine Knopfäuglein blinken stets lustig, wenn er die Gäste beim Kassieren mit erdigem niederdeutschem Akzent begrüßt.
Seine eigentliche Show beginnt, kurz nachdem er losgefahren ist. Andere Fahrer machen ihre Mikrophon-Durchsage kurz. Etwa:
„Bitte schalten Sie Ihre Handys aus, und schnallen Sie sich an.“
Anders dieser Fahrer:
Erst begrüßt er die Fahrgäste recht freundlich, als habe man sich zu einem Liederabend versammelt, und dann sagt er:
„Mein Name ist Peter Paul Glukowski, und ich bin Ihr Busfahrer, der Sie heute nach Neumünster und weiter nach Hamburg fährt.“
Seinen Namen spricht er so cool und getragen, daß da kein James Bond mithalten kann.
Nach dieser Einleitung weist er auf alles mögliche hin, unter anderem darauf, was im Notfall zu tun sei. Und er beendet seine Ansprache mit den Worten:
„Dann wünsche ich uns allen eine angenehme Überfahrt.“
Von einer Überfahrt kann eigentlich nur die Rede sein, wenn man sich auf See befindet.
Daher wollte ich an dieser Stelle schon mal nach Torfrock erwidern:
Paß auf, Glukowski, wenn ich Dich antick,
dann kippst Du in n Atlantik.
Aber ich ließ und lasse es doch lieber.
Diejenigen, die regelmäßig diese Linie frequentieren, reagieren amüsiert bis enerviert auf die Glukowski-Show.
Ich muß sagen, daß ich sie immer wieder gern höre, zumal er dabei immer nach einem Bürgermeister klingt, der ein neues Tierheim oder was auch immer einweiht, teils aber auch wie ein Vater, der liebevoll über seine Kinder wacht. Und dann hat sein Ton auch noch deutlich eine erotische Komponente, wobei im Hintergrund die Phantsie mitzuschwingen scheint, daß wir ihm alle ausgeliefert sind.
Wenn in Neumünster ein weiterer Gasrt zusteigt, nutzt Glukowski das zur Wiederholung seiner Durchsage:
„Dann möchte ich mich auch dem neu zugestiegenen Fahrgast vorstellen: Mein Name ist Peter Paul Glukowski …“

Es ist wirklich immer wieder schön.

Wieder die Ostvertriebenen Heikendorf

Von den Heikendorfer Ostvertriebenen war hier schon die Rede:

http://kiel-blog.de/22.02.2007/hilfsgemeinschaft-der-ostvertriebenen-heikendorf-macht-auf-sich-aufmerksam/

Jetzt schlagen sie wieder zu, und wieder in den Räumlichkeiten der Grund- und Hauptschule.
Am 29.3. um 15.00 Uhr läßt die Hilfsgemeinschaft der Ostvertriebenen Heikendorf e. V. einen Frühlingsnachmittag mit Bücheraustausch anbrechen.
Das kann ja Eiter werden.
Die Gemeinschaft bittet darum, „ostdeutsche Literatur un Bildbände“ mitzubringen.
Tja, Herrschaften, auch ich schätze ostdeutsche Literatur, allen voran Peter Hacks und Hermann Kant.
Aber leider meint die Hilfsgemeinschaft das nicht. Ganz im Gegenteil. Denn Ostdeutschland ist für die nicht der Bereich, den früher die DDR mit Leben füllte. Diesen Bereich nennen sie Mitteldeutschland.
Nein, Ostdeutschland ist für die immer noch alles, was östlich von Oder und Neiße liegt und nach dem Versailler Vertrag noch zu Deutschland gehörte.
Das bedeutet im einzelnen: Ostpreußen, Ostpommern, Schlesien sowie ein Teil Brandenburgs in dessen früherer Gestalt.
Über 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs haben sie sich immer noch nicht damit abgefunden, daß ihre ehemalige Heimat aufgrund deutscher Schuld eben nicht mehr deutsch ist. Ich wiederhole mich hier gern: Einem solchen Verein – wenn überhaupt einem – darf man keine Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, die aus Steuermitteln finanziert werden.

Disco-Fox Workshop in Heikendorf

Es ist schon einige Zeit her, da löste der Heikendorfer SV sang- und klanglos seine Leichtathletik-Abteilung auf. Da war ich dann doch erstmal perplex. Denn Leichtathletik ist eine Institution.
Die Leichtathletik bildet gar das Zentrum der Olymoischen Spiele. Aber man muß sich eben in dieser Sportart schinden, um Erfolg zu haben, gleich in welcher Disziplin. Und die Ausübunbg macht nicht soviel Spaß wie die einer Ballsportart. Daher gilt: Ja saturierter ein Volk ist, desto weniger Interesse hat es an der Ausübung der Leichtathletik.
Statt dieser Sportart nun aber, die man an sich für eine Selbstverständlichkeit hielt, sind andere Sportarten erfolgreich, von denen man es nicht erwarten würde:
Der Heikendorfer SV hat eine Tanzsportabteilung.
Das an sich ist noch nicht bemerkenswert. Tanzsportabteilungen haben schließlich auch andere Vereine, und, wie ich annehme, alle mit chronischem Männermangel.
Was aber an dieser Tanzsportabteilung bemerkenswert ist, das wird man am 25. März ab 10.30 Uhr in der Gymnastikhalle des Sportheims begutachten können.
Es setzt dort einen Disco-Fox Workshop.
Ich stelle mir dazu vor, daß ein älterer Mensch, der auf dem laufenden bleiben will, in einem Englisch-Deutsch-Wörterbuch nachschaut, was das wohl bedeuten könnte, und was ist das Resultat seiner Bemühungen?
Scheibenfuchsarbeitsladen.
Tja, ganz trifft es das nicht, aber es ist schon eine außerordentlich kühne stilistische Verbindung, die die Tanzsportabteilung in diesem Fall eingeht. Manchmal findet man die Avantgarde eben nicht in den Metropolen, sondern auf dem platten Lnde, wenn auch in diesem Fall in unmittelbarer Nachbarschaft einer Großstadt.

In Heikendorf wird platt geschnackt

Not really, aber es gibt ja immerhin noch die Heikendörper Speeldeel, und die tut was.
Sie führt nämlich ein Stück nach dem anderen auf.
Alles auf platt, was uns bei dem Namen dieser Gruppe nicht wundern sollte.
Die neueste Einspielung heißt „De Fohrt no Norden“, und allein im März wird das Stück xfach gegeben.
Z.B. am 24.3. um 20.00 Uhr.
In der Aula der Grund-und Hauptschule.
Auch für Kieler ein Grund, mal vorbeizuschauen.

Fernseher-Klinik in Schönkirchen

Was ist des Kielers liebstes Kind?
Ist es das Automobil?
Die Ehefrau?
Die Freundin?
Der Handball?
Der Fußball?

Nein, es ist selbstredend der Fernseher. Deutlichstes Anzeichen dafür ist, daß man dem Fernseher (genauer: dem, was auf dem Bildschirm zu sehen ist) mehr Zeit widmet als den anderen genannten Lieblingen.
Das sind Erfahrungswerte – Werte, die auf Erfahrungen beruhen, die doch jeder schon gemacht hat.
Also: Das, was so abfällig Glotze genannt wird, ist eigentlich der Kieler (und nicht nur der Kieler) liebstes Kind.
Und um die Gesundheit seines Kindes – zumal seines liebsten – ist man selbstredend besorgt.
Daher ist es eine geniale Idee, daß ein Fachgeschäft sich „Fernsehklinik“ nennt. Es befindet sich in Schönkirchen, Schönberger Straße 60.
Das ist zwar recht weit, wenn man nicht am Ostufer wohnt, aber:
Wenn jemand eine so gute Idee hat, dann ist anzunehmen, daß er auch im Umgang mit dem Fernseher genial ist.
Und für die Gesundheit des liebsten Kindes sollte kein Weg zu weit sein.

Mitteilungen der Polizeistation Heikendorf immer wieder ein Genuß

Elena und meine Wenigkeit wiesen schon mehrfach auf die Qualität der Mitteilungen der Polizeistation Heikendorf hin.
Auch in diesem Monat wurden sie wieder im Heikendorfer Anzeiger veröffentlicht (genau: in der März-Ausgabe des Anzeigers), und wir zitieren:

„In den letzten Wochen kam es in unserem Zuständigkeitsbereich zu zwei Einbrüchen in Einfamilienhäuser. Beide Taten wurden im Gemeindegebiet Mönkeberg, Neue Koppel und Kattenbek, verübt. In beiden Fällen wurde Schmuck und Bargeld entwendet. Achten Sie in diesem Zusammenhang auf Personen und Fahrzeuge, die Ihnen verdächtig vorkommen und offensichtlich nicht in `Ihre Straße? gehören.“

So, wir sollen also jeden verdächtigen, der sich in unserer Straße aufhält und uns nicht bekannt ist. Da wird in unseren Augen jeder Besucher eines Anwohners zum Kriminillen.
Weiter im Text:

„“Informieren Sie uns bitte s o f o r t über den gebührenfreien Polizeiruf 110.“

Meine Güte, die meinen es tatsächlich ernst.
Und wieder die Freunde und Helfer im Wortlaut:

„Wir sind auf Ihre Hinweise angewiesen. Die Streifenfahrten zur Dämmerungszeit haben wir stark intensiviert.“

Oder intensiv verstärkt, völlig egal.

„Tipps zum Einbruchsschutz erhalten Sie bei uns auf der Dienststelle oder nach Absprache auch bei Ihnen zu Hause. Die Beratung ist kostenlos.“

Na, das wäre ja auch noch schöner, wenn sie dafür extra etwas berechnen würden. Kostenlos ist sie freilich nicht. Wir zahlen sie mit unseren Steuern.
Aber dass bringt mich auf eine Idee. Bei nächster Gelegenheit frage ich mal einen Plizisten in, sagen wir mal, der Gayk-Straße, wie ich zur Ostseehalle komme. Und wenn er mir dann geantwortet hat, gebe ich ihm 2 Euro für seine Mühe.
Wie der wohl reagieren wird?
Vielleicht ein Fall für eine der Fernsehsendungen mit versteckter Kamera.
Vielleicht ein Fall von Beamtenbeleidigung.
Vielleicht beides.
Aber zurück zu unserem Text:

„Bei unseren Streifenfahrten ist uns wiederholt aufgefallen, dass Garagentore während der Abwesenheit von Hausbewohnern nicht geschlossen werden.
Das ist natürlich ein sicherer Hinweis, daß niemand im Hause ist. Für Einbrecher ideal …“

Das ist doch wohl offensichtlich KEIN sicherer Hinweis, daß niemand zuhause ist.
Und selbst wenn niemand zuhause wäre, hätten Menschen mit Einbruchsabsicht noch immer keinen Aufschluß darüber, wann man denn so zurückkommt.

„Fahrräder werden ungesichert in Carports abgestellt und sind so eine leichte Beute für fußlahme Nachtschwärmer, die solche Fahrräder gern benutzen, um sie dann nach Gebrauch irgendwo zu entsorgen. Schließen Sie Ihre Räder auch auf dem eigenen Gundstück ab bzw. an!“

Gut, dagegen ist kein Einwand.
Diese Passage fällt also aus dem Rahmen des Absurden.
Das ist sehr unschön.
Dann machen wir für heute Schluß.

Holsteins Niederlage in Dortmund kein Beinbruch

Und schon gar kein Halsbruch.
Holstein hat zwar bei den Talenten von Borussia mit 0:2 verloren und dabei nicht gut ausgesehen.
Aber daß gewisse Medien das nun zum Anlaß nehmen, wieder von Abstieg zu reden, ist durchaus verfehlt. Die Mannschaft hat ein so großes Potential, daß sie mit dem Abstieg nicht zu tun haben wird.
Es sei denn, sie ließe sich vom Geschwätz gewisser Journalisten aus der Bahn werfen.

Kiel-Marathon mit guter Beteiligung

Schwedenkai, Hindenburgufer und Umgebung waren am Samstag für den Kiel-Marathon reserviert.
Der Teilnehmerzuspruch war gut, der Zuschauerzuspruch immer noch akzeptabel, aber es ist doch Etikettenschwindel, wenn nun einige behaupten, 1800 Menschen hätten am Marathon-Lauf teilgenommen. Denn viele liefen ja von vornherein nur Halb- oder Viertelmarathon.
Viertelmarathon: Das sind ja man gerade gut 10 km. Also, das würde vielleicht selbst ich noch hinbekommen, wenn man mir mehr als eine Stunde Zeit dafür gäbe.
Na gut, mehr als anderthalb.

Warum ließ sich der THW in Ungarn bezwingen?

Das Champions-League-Hinspiel des THW in Vezprem wurde bekanntlich mit 36:39 verloren.
Und nun ergibt sich eine komische Situation:
Die Fans HOFFEN nicht auf einen Heimsieg mit höherer Differenz und damit ein Weiterkommen des THW, sondern sie sind fest davon überzeugt, daß es so kommen wird.
Eben weil sie die eigene Mannschaft wesentlich höher einschätzen als die Ungarn.
Wenn das aber so ist, warum hat der THW dann das Hinspiel überhaupt verloren?
Man wird den Gegner ja wohl nicht unterschätzt haben. Der ist schließlich bekannt in Europa. Sollte man sich seitens des THW im Hinspiel vielleicht nicht die allergrößte Mühe gegeben haben?
Um das Rückspiel ein wenig zu würzen?

Eines der schönsten Häuser Kiels am Sophienblatt

Es befindet sich auf der dem Bahnhof gegenüberliegenden Seite des Sophienblatts. Nicht auf Höhe des Bahnhofes, sondern zwischen Bahnhof und Hummelwiese.
Dieses Gebäude sieht aus, als habe es mindestens hundert Jahre hinter sich. Sehr verwinkelt, dass Ganze, mit auffälligen Dachformen. Dieses haus wirkt aufgrund der Farbe seiner Ziegel so, als leide es unter Hepathitis.
Man hat den Eindruck, als würde es in diesem Haus spuken.
Aber es wird offenbar immer noch als Wohnhaus genutzt.

Immer wieder eine respektgebietende, grausig-schöne Erscheinung, wenn man daran vorüberfährt.

Munch in Heikendorf

Schilt man eine Gemeinde in der Nähe von Kiel für ihr Hinter-dem-Mond-Auftreten, wie im vorangehenden Beitrag geschehen, dann ist es nur fair, auch auf das Gute hinzuweisen, wenn es dort existiert. Und in Heikendorf existiert es.
Zumindest in der Gemeindebücherei, deren Leiterin, Beate Geier, immer wieder Beachtliches organisiert.
Ab 8. März z. B. um 19.30 Uhr kommt es im Künstlermuseum zu einem Lichtbildervortrag des Hamburger Kunsthistorikers Hans Thomas Carstensen über Leben und Werk des bahnbrechenden norwegischen Malers E. Munch.
Man darf gern annehmen, daß es interessant werden wird.
Ihr kennt übrigens alle wenigstens ein Werk Munchs:
Der Schrei!
Die Maske in den Scream-Filmen z. B. ist diesem Gemälde nachempfunden.
Natürlich wäre es falsch, den Künstler auf dieses Werk zu reduzieren. In Heikendorf wird man am 8. März einen umfassenden Blick auf sein Werk als Ganzes werfen können.

Auf dem Lande gehen die Uhren anders

In Kiel ist man, wenn unsere Stadt auch keine Weltstadt ist, auf der Höhe der Zeit.
Man sollte sich allerdings klarmachen, daß man in ein tiefes Loch fällt, wenn man sich aus Kiel herausbegibt.
Dort auf dem Lande gehen die Uhren anders, und so war in Heikendorf tatsächlich am 4.Februar offizieller Neujahrsempfang im Rathaus.
Ohne Zweifel ein passender Einstand für den neuen Bürgermeister Peters.

Pampigkeit in der Stadtbücherei

Man kann von den Leuten in der Stadtbücherei offenbar keine Freundlichkeit erwarten.
Manche SIND zwar zuvorkommend und hilfsbereit, aber leider sind diese Menschen dort in der Minderheit.
Bei den anderen wäre man ja schon froh, wenn sie in Blick und Ton annähernd neutral – ohne Wertug des an sie Herangetragenen und des Herantragenden – wären.
Aber man hat beständig das Gefühl, die meisten Informationsleute dort lauern schon vor jeder Frage auf irgendeine Seltsamkeit, über die sie sich nach Ende des Informationsgesprächs mit Kollegen das Maul zerreißen können.
Besonders mißlich ist es, wenn sich Dummheit zur Unfreundlichkeit gesellt.
Neulich war ich an einem Samstag dort, jenem Wochentag also, an dem die Bücherei nur bis 14.00 Uhr geöffnet ist.
Zehn Minuten vor Schicht kam die übliche, überlaute Durchsage, die die Besucher der Bücherei erheblich in ihrer Konzentration stört.
Das muß doch auch mal gesagt werden. Ist das wirklich nötig?
Es werden sich doch nur selten Schwersthörige unter den Besuchern befinden.
Ich hatte nun einige Zeitungen vor mir auf dem Tisch liegen, und machte fünf vor zwei skandalöserweise immer noch keine Anstalten, mich zum Ausgang zu bewegen.
Jedenfalls muß es einer dortigen Mitarbeiterin skandalös vorgekommen sein. Als die mich nämlich sah, sagte sei gedehnt-genervt:
„Wir schließen gleich.“
Dabei sagten ihr Ton und ihre Augen soviel wie: Der begreift ja wohl gar nichts.
Ja, meint die denn, ich brauche länger als fünf Minuten, um ein paar Zeitungen an ihren Platz zu legen und die Bücherei zu verlassen?
Schon die Mikrophon-Durchsage ist eine Belästigung, und nun kam grundlos, besinnungslos noch diese zweite Belästigung dazu.

Ob ich keine größeren Sorgen habe, fragt jetzt der eine oder andere Leser.
Sicher gibt es Ärgerlicheres, aber das Verhalten dieser Menschen ist symptomatisch für ihre Arbeitsauffassung. In diesem Fall übrigens auch dafür, daß die betreffende Bibliotheksassistentin oder Bibliothekarin alle Besucher verachtet.
An Arbeitsüberlastung kann es jedenfalls nicht liegen, daß diese Damen und Herren niemals freundlich sind, denn man sieht sie ja da meist rumsitzen und schnacken.
Daher zum Abschluß ein Witz. Ich hörte ihn in den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen:

Treffen sich zwei Beamte im Flur.
Sagt der eine zum anderen:
„Kannst Du auch nicht schlafen?“

Guter Witz – um so besser, weil ein Bibliothekar ihn einer Kollegin in der Dienstzeit erzählte.
Die hatten offenbar auch nichts zu tun.

KielNet – Werbung vom Feinsten

Ob KielNet tatsächlich die Preise platt( )macht, das vermag ich nicht zu beurteilen, aber die dazugehörige Plakatwerbung ist vom Feinsten.
Schon die Hausfrau mit den Lockenwicklern im Haar, die uns mit der Pfanne plattmachen will, ist gut.
Noch besser ist der alte Bauer, der uns mit dem Spaten bedroht.
Der wirkt zu allem entschlossen, aber zugleich ist diese Figur psychologisiert. Sein Gesichtsausdruck verrät uns, daß er ein erniedrigter, beleidigter, gedemütigter Mensch ist und das eben dies der Grund für das Verhalten ist, das er auf dem Foto an den Tag legt.
Übrigens, wie schon angedeutet, gibt es eine gewisse Diskrepanz zwischen dem Slogan „KielNet macht die Preise platt“ und den Fotos, denn die Frau und der Mann scheinen doch eher uns plattmachen zu wollen.
Aber das hat seinen Sinn: Was nämlich Internet und Telekommunikation betrifft, so fürchten viele Menschen, den Anschluß zu verpassen. Ausgerechnet eine Hausfrau und ein Bauer, die hier als KielNet-Nutzer identifiziert werden sollen, drohen nun aber, den Betrachter zu besiegen, abzuhängen, zu überflügeln. Die Bedrohungssituation, die das Plakat darstellt, scheint einer realen Bedrohung zu entsprechen. Da meint der Betrachter zugreifen zu müssen, bevor es zu spät ist. Zugleich sagt er sich: Ich brauche da keine Berührungsangst zu haben. Wenn eine Hausfrau und ein Bauer damit umzugehen verstehen, dann kann ich das auch.

Soviel zur Wirkungsweise dieser Werbeaktion.
Das Ganze funktioniert natürlich, wenn überhaupt, nur dann, wenn man es sich nicht bewußt macht.
Ich habe Euch nun also gegen diese Werbung immunisiert, wenn Ihr nicht schon vorher immun wart.
Jetzt steht der Bildung eines unabhängigen Urteils über das KielNet nichts mehr im Wege.

Großes Kiel-Blog-Quiz: Warum war das Ehrenwort Uwe Barschels falsch?

Ein Wolfram Baentsch stellt in einem jüngst erschienen Buch den Täter Uwe Barschel als Opfer dar.
Kiel-Blog berichtete:

http://kiel-blog.de/25.02.2007/doppelmord-an-uwe-barschel/

Auch Barschel selbst wollte sich als unschuldiges Opfer dargestellt wissen, und so ist das bekannteste Barschel-Zitat eines aus der berüchtigten Ehrenwort-Pressekonferenz:

„Ich gebe Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern des Landes Schleswig-Holsteins, mein Ehrenwort, daß die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind.“

Also sprach er.

Und jetzt die Quiz-Frage:
Inwiefern ist dieses Ehrenwort Unsinn, selbst wenn man die Sachlage unberücksichtigt läßt?
(Auflösung unten)

Fangen wir mit einem kleinen Fehler am Rande an:
„… des Landes Schleswig-Holsteins …“, sagte Barschel. Richtig wäre „Schleswig-Holsteins“ oder „des Landes Schleswig-Holstein“. „Des Landes Schleswig-Holsteins“ würde bedeuten, daß Schleswig-Holstein ein Land nicht ist, sondern hat.
Nun aber zur Sache: Warum ist dieses Ehrenwort unsinnig?
Da gibt es mindestens zwei Erklärungsmöglichkeiten:
1. Wer sein Ehrenwort gibt, der gibt sein Wort als Ehrenmann. Wenn die Vorwürfe nicht haltlos sind (und sie sind in der Tat hinreichend belegt, aber davon wollen wir ja in dieser Beweisführung absehen), dann ist Barschel ehrlos.
Was er demnach sinngemäß sagt, ist:
Ich gebe Ihnen mein Wort als Ehrenmann, daß ich ein Ehrenmann bin.

2. Ein Ehrenwort geben bedeutet seine Ehre verpfänden. Mit anderen Worten: Gibt jemand sein Ehrenwort auf eine Aussage, dann verliert er im Fall, daß seine Aussage falsch ist, seine Ehre (wir müssen uns hier auf diesen überkommenen Ehrbegriff einlassen). Ist aber die Aussage in diesem Fall falsch, verliert der Mann ja ohnehin seine Ehre. Das Ehrenwort hat also kein Gewicht. Es ist sinnlos.

Und, Jungs und Mädels, Damen und Herren, erfolgreich mitgequizt?

Doppelmord an Uwe Barschel?

Am 27.2. um 20.00 Uhr liest ein Wolfram Baentsch bei Thalia aus seinem Buch „Der Doppelmord an Uwe Barschel“.
Die Thalia-Buchhandlung weist darauf unter anderm in einer Anzeige in der Zeitschrift Kielerleben hin. Dort heißt es:
„Die ´Barschel-Affäre`erschütterte die Bundesrepublik. Die größte Affäre der deutschen Nachkriegsgeschichte – so wurde das dramatische Geschehen aus dem Wahlkampf von Schleswig-Holstein schon vor dem Tod des Ministerpräsidenten Uwe Barschel genannt.“

Wurde es?
„Waterkantgate“ taufte der Spiegel die Affäre – sollte heißen: wie die Affäre, die Richard Nixon das politische Ende bereitete, nur eben im Westentaschenformat.
Das Satiremagazin Titanic nannte das Geschehen eine Provinzposse.
Aber natürlich muß man versuchen, die Sache wesentlich größer darzustellen, als sie war, wenn man Bücher verkaufen will.
Weiter im Anzeigentext:
„Wolfram Baentsch recherchierte drei Jahre lang für sein Buch (ja, er sieht sieht auch so aus, als sei er nicht eben schnell im Kopf; Anmerkung des Zitierenden), das diesen spektakulären Fall als einzigartige Desinformationskampagne enttarnt. Im nun vorliegenden Ergebnis seiner Recherchen enthüllt Wolfram Baentsch die wahren Hintergründe in einem Vorgang von historischer Tragweite.“

Die Enthüllung wäre einVorgang von historischer Tragweite?
Oder ist die Affäre gemeint?
Oder läßt man das vorsätzlich offen?

Und was meint der Mann überhaupt mit „Doppelmord“?
Man lebt und stirbt doch nur einmal. Nun ja, wahrscheinlich meint er: Erst mordete man Barschels Ruf, dann ihn selbst.
Wenn Baentsch das nun aber alles bewiesen hat, warum ist das kein erhebliches Medienthema?
Etwa weil die Medien von eben jenen Menschen beherrscht werden, die nach Baentschs Meinung schuldig am Tod Uwe Barschels sind?
Das ergibt doch offensichtlich keinen Sinn.
Bleibt also nichts als der Schluß, daß Baentschs Darstellung der Sache falsch ist.
Das sagt er übrigens depperterweise selbst im Untertitel des Buches:
„Fakten und Hintergründe“

Sowohl Fakten, als auch Hintergründe.
Die Hintergründe bestehen demnach nicht aus Fakten.
Sie sind, um im Bilde zu bleiben, von Baentsch eigenhändig gemalt.

Daß eine Autor so etwas selbst schon im Untertitel seines Buches behauptet!
Zu und zu komisch!
So wird sich der Mann auf dem Markt der Verschwörungstheorien nicht durchsetzen können, so groß die Nachfrage auch ist.

Spricht die KVG die Sprache der Jugend?

In einer aktuellen Anzeige der KVG ist ein junger Mann zu sehen, der so gestylt ist, wie es Jugendliche in den 80er Jahren waren: vollgesülztes (das heißt gegeltes) Kurzhaar, verspielt geformte Kotletten und dergleichen.
Und was läßt die Anzeige ihn sagen?

„Ich fahre mit der KVG, weil ich im KVG-Partybus so richtig abfeiern kann.“

Was so ein KVG-Partybus ist, wird dort nicht erklärt. Entscheidend ist, daß man den Typen nicht nur 80erjahregemäß gestylt hat, sondern daß man ihm auch noch eine 80erjahresgemäße Ausdrucksweise in den Mund gelegt hat.
Und das nach einem Slogan-Schema, das wohl sogar noch aus den 70ern stammt.
„Ich fahre mit der KVG, weil …“ hat man sich offenbar abgeschaut bei „Ich trinke Jägermeister, weil … (mein Chef schwul ist und Jagd auf mich macht oder was auch immer … ach nein, Homosexualität wurde damals noch nicht so selbstverständlich thematisiert wie heute).
Wenn schon die Werbestrategen, die die KVG engagiert hat, nicht imstande sind, die Jugendlichen adäquat anzusprechen, dann werden die Busfahrer wohl erst recht damit überfordert sein, oder? Nehmen wir hier mal ein Pröbchen:
Eines Abends – es war schon nach 20.00 Uhr, man mußte seinen Fahrschein also beim Busfahrer zeigen, weil um die Zeit keine Kontrolleure mehr unterwegs sind – eines Abends also stieg ein männlicher Jugendlicher vor mir in den Bus und zeigte dem Fahrer seine Karte. Es war keine Sechserpack-Karte, sondern eine offenbar gerade vorher erworbene zeitgebundene, die für die Weiterfahrt noch gültig war. Der Jugendliche fragte:
„Muß ich die jetzt noch abstempeln?“
Dumme Frage, dachte ich: Der Busfahrer hat sie ja nun gersehen, ein Kontrolleur kommt um diese Zeit ohnehin nicht mehr, und später ist sie ungültig.
Und wie reagierte der Fahrer?:
Er strich sich leicht genervt mit der Hand über den Kopf und sagte:
„Das kannst Du halten wie n Dachdecker.“
Sehr schlagfertig war er und groß in Form.
Für jeden hatte er ein, na ja, nicht nettes, aber passendes Wort übrig.
Als ein Kind einstieg – es wird wohl doch schon nach 23.00 Uhr gewesen sein -, erzählte dieses Mädchen erstmal irgend etwas, das ich nicht mitbekam. Der Fahrer aber unterbrach sie so:
„Du sollst mir hier nicht Deine Lebensgeschichte erzählen – Du willst also ne Kinderkarte, ja?“
Das Mädchen aber antwortete dahingehend, daß sie sich mit Ihren Worten eingangs dafür habe rechtfetigen wollen, daß sie um diese Zeit noch draußen war.
Und wieder der Fahrer:
„Das mußt du mit deinen Eltern abmachen. Ich bin ja zum Glück nicht dein Vater.“

Guter Mann.
Er sprach zwar nicht die Sprache der Jugend, aber eben eine, die jeder versteht.
Vielleicht also sollte die KVG mal den einen oder anderen ihrer Fahrer konsultieren, wenn es um Werbung geht.
Statt viel Geld an Werbestrategen auszugeben, mit deren Arbeitsergebnissen man sich lächerlich macht.

Hermann Peter Piwitt im Literaturhaus

Hoher Besuch am Dienstag, den 27.2. um 20.00 Uhr im Literaturhaus:
Hermann Peter Piwitt kommt!
Ein linksstehender Literat sehr fortgeschrittenen Alters, der vor einem halben Jahrhundert auch mal etwas mit der Gruppe 47 zu tun hatte.
Ein Meister des Wortes ist er zweifellos. Dennoch attestierte ihm das Satiremagazin bereits vor längerem zurecht „ranzige Altherrenweisheiten“ und gab ein Beispiel aus dem Werk Piwitts:
„Früher gingen einem die Frauen gleich an den Lümmel.“
Tja, so isser, der Hermann Peter, aber schreiben kann er.
Das muß man ihm lassen.
Wer wissen will, ob er auch rezitieren kann, der gehe am Dienstag ins Literaturhaus.

Holstein Woman gegen Tennis Borussia Berlin

Am Sonntag, 25.2. um 14.00 Uhr.
Zugegeben, die Damen ziehen noch nicht so viele Zuschauer an wie die Herren von Holstein oder gar die des THW, aber sie machen sich. Ganz so spektakulär wie Männerfußball wird Frauenfußball aber nie sein. Umgekehrt ist Damen-Volleyball wesentlich spektakulärer als Herren-Volleyball.
Dennoch: Schaut doch einfach mal vorbei und bildet Euch selbst ein Urteil.

Borat in der Brücke

Mit gebührender Verspätung bringt das Billig-Kino Brücke in dieser Woche „Borat“.
Der Film ist ja in den vergangenen Monaten reichlich diskutiert worden. Wenn auch kaum kontrovers: Fast alle waren der Meinung, hier werde der amerikanischen Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten.
Der einzige,der es wagte, anderer Meinung zu sein, war übrgens Thomas Gottschalk. Und er hat recht. Man sollte die Geduld bewundern, mit der einige der gefoppten Amerikaner die mediokren Streiche des Pseudo-Kasachen ertrugen.
Und was ist daran verwunderlich, wenn ein Betrunkener Jugendlicher gesteht, es sei sein Ziel, Frauen je nur einmal zu bügeln und dann nie wieder anzurufen. Derlei ist zwar bedauerlich, aber gewiß nicht spezifisch amerikanisch.
Immer wieder zitiert wurde die Szene, in der Borat einen Waffenhändler fragt, welche Waffe am besten geeignet sei, einen Juden zu töten.
„9 mm“, lautete die Antwort.
Und das soll nun ein Beweis für die Barbarei inmitten der amerikanischen Gesellschaft sein?
I don´t think so.
Denn erstens sind Waffenhänler doch ohnehin rustikal und wohl kaum feinsinnig.
Zweitens ist dies ja kein billiger Film.
Damit will ich nicht sagen, daß die Szene gestellt war. Nein, aber man hatte reichlich Gelegenheit, die Frage zu stellen. In zig verschiedenen Waffengeschäften, wie anzunehmen ist. Und die deftigste, also die gewünschte Antwort verwertete man dann für den Film.
Und drittens war die Antwort des Waffenhändlers vielleicht noch nicht einmal antisemitisch, sondern einfach nur auf saudumme Weise pragmatisch.
Er wird einfach nur gedacht haben:
„Juden sind Menschen, 9 mm ist das häufigste Kaliber, also sage ich das mal, obwohl jede Schußwaffe geeignet ist, Menschen zu töten.“
So.
Und in einigen Fällen fragte man sich dann doch, ob die Opfer nichts gemerkt haben. Manches wirkt perfekt gefilmt, und zwar aus drei Perspektiven auf einmal.
Wie kann das noch unauffällig sein?
Das Ekligste an dem Film ist übrigens ein überlanges, sinnloses Wrestling zweier scheußlich behaarter Männer. Da ist von Aufklärung keine Spur. Und nicht nur da:
Den Film insgesamt, wie allenthalben geschehen, für aufklärerisch zu halten, ist ein großer Fehler.
Aber, Damen und Herren, das Billig-Kino ist dazu da, daß sich jeder selbst ein Urteil bilden kann.
Also wenn Ihr nicht auf mich hören wollt: Bitte, schaut Euch den Film an.
Und gebt mir danach per Kommentar-Funktion recht.

Die Eberhard Blazer Show

Im Nachtcafe gab es am Samstag, 24.2. ein Konzert: Die Eberhard Blazer Show gastierte.
Mir bleibt noch, auf die Nebenbedeutungen des Namens hinzuweisen.:
Blazer läßt sich selbstredend auch musikalisch als Bläser lesen.
Und außerdem erinnert Eberhard Blazer an Eberhard Gläser.
Dieser Eberhard Gläser war Schiedsrichter in Wim Toelkes legendärer Quiz Show Der Große Preis. Immer wenn es galt, unpopuläre Entscheidungen zu treffen, wurde der gestrenge Herr Gläser eingeschaltet, denn Toelke als Moderator sollt ja nichts Unpopuläres tun.
Diese Art des Vorgehens war damals – ich erinnere mich dunkel – allgemein üblich.
Und wenn ein solcher Titel heute an den strengen und doch (mir jedenfalls) sympathischen Eberhard Gläser erinnert, dann kann sich nichts Schlechtes dahinter verbergen.

Kieler Nachrichten: Michael Lehner kommentiert

Und zwar komentiert er am 12. Februar die „Sicherheitskonferenz“.
Ich schlage vor, Sie lesen das mal an:

„Russlands Präsident hat die Münchner Sicherheitskonferenz für deutliche Kritik am Vormacht-Denken der US-Regierung genutzt. Obwohl sich der offene Beifall in Grenzen hält, spricht Putin auch vielen Europäern aus der Seele.“

Dabei ist Dostojewskis Roman „Die Brüder Karamasow“ Lehner wahrscheinlich nicht bekannt. Dort sagt jemand (aus russischer Sicht und diesseits des Ural), nach Europa reisen bedeute auf einen Friedhof reisen.
Aber eben auch für Lehner gehört Rußland noch nicht einmal teils zu Europa:
Putin, so sagt er, spreche auch Europäern aus der Seele. Also nicht nur Russen, sondern auch Europäern.
Also, Lehner, wir sollten uns doch inzwischen darauf geeinigt haben, daß Rußland bis zum Ural-Gebirge zu Europa gehört. Finden Sie sich damit ab.
Vielleicht wollen Sie jetzt einwenden, Lehner, daß Sie, als sie von Europäern sprachen, Politiker und andere Bürger aus Staaten der EU meinten.
Aber wenn das so ist, warum schreiben Sie das dann nicht hin? Ein Kommentar ist doch kein Ratespiel. Weiter im Text:

„Kurzsichtige fühlen sich an die Zeiten des Kalten Krieges erinnert, aber das Gegenteil ist der Fall.“

Damit verneinen Sie Ihre eigene Aussage, Lehner, aber Sie merken es nicht.

Und solche Menschen dürfen wählen.

Diebstahlsicherung im Lebensmittelgeschäft am Bahnhof

Das Lebensmittelgeschäft am Bahnhof (am Ausgang Richtung ZOB) ist offenbar wesentliche Anlaufstelle für Menschen, die auf Beschaffungskriminalität angewiesen sind. Da mußte man nun offenbar Maßnahmen ergreifen.
Nicht nur, daß das Sicherheitspersonal des Bahnhofs da öfter mal vorbeischaut, nein, auch technische Maßnahmen wurden ergriffen.
Gestern kaufte ich dort eine 0,5-Literflasche Wodka. Über den Verschluß war eine Haube zur elektronischen Überwachung, so jedenfalls stand es auf der Haube, gestülpt, die der Kassierer mittels eines Spezialschlüssels entfernen mußte.
Was für ein Aufwand!
Und das nur, weil die Flasche so klein ist, daß sie in jeden Ärmel paßt. Das Ding sah mir übrigens nicht danach aus, als würde es einen Alarm auslösen. Vielleicht ist es eine Attrappe, eine Art Vogelscheuche.
Klingt das jetzt wie eine Einladung zum Diebstahl?
Ist es durchaus nicht.
Denn erstens sind Kiel-Blog-Leser ehrliche Menschen, und zweitens habe ich ja die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß das Ding doch einen Alarm auslöst.

Praxis für Logopädie am Schöneberger Strand

Anneliese Peters heißt die Logopädin (Promenade 25).
Bemerkenswert an ihrem Angebot ist, daß es viel reichhaltiger ist, als man es von einem Logopäden oder einer Logopädin erwartet:
Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen sind noch keine Überraschung, und auch, daß auch an der Stimme selbst gearbeitet wird, ist noch nichts besonderes.
Aber: Auch gegen Schluckstörungen kann dort Abhilfe geschaffen werden. Ebenso gegen Hör- und Hörverarbeitungsstörungen sowie gar Störungen der Schriftsprache.
Also, Herrschaften,die Dame ist sehr vielseitig.