Archiv für den Monat: Oktober 2006

Kerstin Kietzke ist göttlich

Erfreulich für Studentinnen und Studenten der CAU, wenigstens für einige, ist es, daß das Studentenwerk Schleswig-Holstein eine Kindedrkrippe eingerichtet hat.
Noch erfreulicher ist, daß die Leiterin dieser Krippe Kerstin Kietzke ist.
Eine außerordentlich liebenswürdige und selbstbewußte Frau ist das, und damit nicht genug: Sie ist auch wunderschön.
Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß sie einen der anmutigsten Münder überhaupt hat.
Von den wunderbar klaren Augen und hohen Wangenknochen fast zu schweigen.
Eine überirdische Erscheinung.

Slogan der Kieler Nachrichten

Der Slogan der Kieler Nachrichten lautet:

„Soviel Zeitung muß sein“

Das ist nicht nur ein sehr dummes Wortspiel, sondern es ist auch unfreiwillige Selbstkritik.
Damit sagen die Verantwortlichen nämlich, daß die KN gerade mal das informationelle Existenzminimum decken, mehr aber auch nicht.
Dem ist leider nicht zuzustimmen, denn noch nicht einmal das schaffen sie.

Wolf Dieter Brandtner verläßt die CDU-Fraktion

Das berichten die Kieler Nachrichten vom 20. Oktober.
Dort heißt es:

„Aus dem fest gefügten Gebälk der Macht in Kiels Ratsversammlung dringt ein Knistern:
Wolf Dieter Brandtner verläßt die CDU-Fraktion, will aber sein Mandat behalten.“

Im Gebälk gibt es nichts, das knistern könnte – vielmehr knackt es.

Die Sache ist übrigens durchaus bemerkenswert, zumal gleich drei CDU-Leute im Flensburger Rat in dieser Wahlperiode ihre Fraktion verließen.
Das scheint also ein neuer Trend in Schleswig-Holstein zu sein.
Und der wäre ja durchaus begrüßenswert, wenn es diese Leute nicht immer verläßlich in die FDP zöge.

Wladimir Kaminer liest im MAX

Das ist natürlich eine gute Sache.
Kaminer gehört zu den besten unter den derzeit populären Autoren in Deutschland.
Geboren (1967) und aufgewachsen ist der Mann in Moskau.
1990 siedelte er nach Berlin über, aber es dauerte einige Jahre, bis er das ihm Gemäße fand:
Nun schreibt er milde satirische Geschichten über dieses Land und sein Verhältnis zu ihm.
Seine Texte sind sehr einfach, und es ist wohl keine Ausnahme, sondern die Regel, wenn die meisten seiner Leser über gewisse Untiefen hinweglesen.
Denn Kaminer ist Bestseller-Autor.
Das ging los mit seiner „Russen-Disko“ und setzte sich fort über die Reise nach Trulala und sein deutsches Dschungelbuch bis zu „Küche totaltitär“.
Kaminer gilt übrigens als umgänglich und bekennt freimütig, er habe keine Macken. Das ist nicht verkaufsfördernd, denn Macken erwartet man schließlich von einem Autor, aber über mangelnden Absatz seiner Bücher kann sich Kaminer ja ohnehin nicht beklagen.
Es ist stark anzunehmen, daß das MAX voll sein wird.

Thalia Buchhandlung läßt Kim Fisher lesen

Kim Fisher sollte mit Tim Fischer nicht verwechselt werden, denn Kim Fisher ist, wie der Name schon sagt, eine Frau.
Eine Schlagersängerin, um genau zu sein.
Schlagerstar wäre übertrieben. Und nun hat sie ein Buch geschrieben.
Aus dem die Thalia-Buchhandlung sie auch noch vorlesen läßt.
Hat denn diese Buchhandlung keinen Ruf zu verlieren?
Ist sie denn kein Geistestempel?
Wird es ja (wieder) möglich sein, Rocko Schamoni, Lutz Hachmeister oder Frank Schulz zu engagieren nach diesem GAU?

Manfred Maurenbrecher in der Hansastraße 48

Und zwar am 26.10. um 20.00 Uhr.
Ein sogenanntes Urgestein der deutschsprachigen populären Musik.
Ein Mann, der stets in der zweiten Reihe stand, sang und spielte.
Ob zurecht, oder ob er vielleicht doch in die vierte Reihe gehört (oder aber in die erste), darüber wird man sich dann sein eigenes Urteil bilden können, wenn man urteilsfähig ist.

„Die große Welt der Film Musik“

So nannte sich eine Veranstaltung am 25.10. um 20.00 Uhr in der Ostseehalle. Ort und Titel verhießen nichts Gutes, so interessant das Thema auch ist.
Mir scheint, das war mal wieder ein Event zur Speisung der geistig ganz Armen.
Aber man kann sich ja auch täuschen.
In dem Falle: Stellt bitte Kommentare ein.

Vortrag über Struensee

Am 20.10. um 19.00 Uhr spricht ein R. Lassig am Hasseldieksdammer Weg 2 zum Thema „Johann Friedrich Struensee (1737-1772) – ein Vorreiter in Politik und Medizin“.
Der Mann mit der kurzen Lebensspanne wirkte als Politiker in Dänemark, und das heißt bezogen auf diesen Zeitraum auch: in Schleswig-Holstein.
Es könnte interessant werden.

Ocean´s Eleven im Hansafilmpalast

In Kiels Kinos ist mächtig was los seit einiger Zeit.
Der Hansafilmpalast zeigt Ocean´s Eleven, und zwar am 24.10. um 20.30 Uhr.
Ocean´s Twelve jedenfalls ist eine artistische Komödie. Da bin ich auf den Vorgänger gespannt, bei dem ebenfalls Steven Soderbergh Regie geführt hat.
Und das Personal kann sich natürlich sehen lassen: Pitt, Clooney, Damon und so weiter.
Man macht wohl nichts falsch, wenn man aus diesem Anlaß den Hansafilmpalast aufsucht.

Das Weltruf fördert die Barkultur

Am 24.10. setzt es um 20.00 Uhr im Weltruf eine Veranstaltung, die auf den Namen Barkultur hört.
Kultur, so die heute häufigste Definition, ist alles, was nicht Natur ist.
Die Natur aber hat in ihrem erstaunlichen Evolutionsprozeß keine Bars hervorgebracht. Erst der Mensch schuf die Bars als Orte der Begegnung sowie des einsamen Absturzes.
Genannter Definition also zufolge wäre „Barkultur“ ein Pleonasmus; eine sinnlose Dopplung von Begriffen.
Auch wenn man andere Definitionen zugrunde legt, muß das Wort suspekt erscheinen.
Was will man uns denn überhaupt damit sagen?
Daß es da besonders kultiviert zugehe?
Daß die Barmen manikürt und in Armani gewandet sind?
Daß da ausschließlich leichter Jazz der allerfeinsten Sorte aus den Lautsprechern gehaucht wird?
Und deshalb nennt sich die Kaschemme ja auch Weltruf?
Nicht fragen, hingehen, werden manche Leser sagen, und da haben sie ohne Zweifel recht.

Sin City im Bunker-D

Am 23.10. um 20.00Uhr.
Dieser Bunker-D wird mir immer sympathischer.
Sin City ist einer der besten Filme de vergangenen Jahres.
Wäre es übertrieben zu sagen, es sei die Neuerfindung des Films mit digitalen Mitteln?
Kaum.
Manche meinen, der Film sei chaotisch, aber das ist nicht der Fall: Er hat eben keine durchgehend lineare Handlung, sondern drei kunstreich verwobene Episoden und eine Rahmenhandlung.
Andere wiederum sagen, der Film sei in höchstem Maße und auf widerwärtigste Weise gewalttätig.
Nun ja, es ist ein Liebesfilm, was kann man da anderes erwarten?
Na, das war nun vielleicht ein wenig irreführend, aber es findet hier eben alles seine Entsprechung: grenzenlose Liebe in grenzenlosem Haß, Rausch der Sinne in Gewaltexzessen.
Der Film ist nicht nur visuell genial, sondern auch genial konzipiert von Regisseur Robert Rodriguez (von dem wir ja ohnehin Gutes erwarten dürfen: Road Racers, From dusk till dawn, Once upon a time in Mexico gehören zu seinen Filmen) und Frank Miller, auf dessen Comics der Film basiert und der hier als Co-Regisseur aufgeführt wird (die Gewerkschaft der Regisseure protestierte dagegen, worauf Rodriguez sie verließ).
Dies ist überdies ein Film, der die charismatischsten Schauspieler Hollywoods versammelt: Michael Madsen, Micky Rourke, Bruce Willis und den göttlichen Clive Owen.
Also, wer den Film noch nicht gesehen hat, der laufe bitte nicht in die Videothek seines Vertrauens, sondern schaue sich den Film in Bunker-D an, auf der großen Leinwand, wohin er ja zweifellos gehört.
Danach kann man immer noch die DVD ausleihen, um die OV auszuchecken, was in diesem Fall besonders empfehlenswert ist.

Breakfast at Tiffany´s im Bunker-D, und es wird dort tatsächlich der Film gezeigt, laßt Euch von diesem Artikel nicht beirren

Das ist doch Betrug, wird hier hoffentlich niemand sagen.
Denn wer wird schon erwarten, daß er, wenn er sich zur angegebenen Zeit, also am 21.10. um 14.00 Uhr im Bunker-D einfindet, ins Tiffany´s gebeamt zu werden?!
Also trägt diese Veranstaltung ihren Titel Breakfast at Tiffany´s ganz zurecht.
Aber andererseits: Warum gibt es denn erst um 14.00 Uhr Frühstück?
Dumme Frage, das Tiffany´s befindet sich meines Wissens in New York, und da ist man nun mal sechs Stunden zurück. Das Frühstück findet also gewissermaßen virtuell um 8.00 Uhr statt, und man kann sich einbilden, man müsse sich keine Gewissensbisse machen, weil man wieder mal bis 12 geschlafen hat.
So, nun befindet man sich also im Bunker-D und virtuell im Tiffany´s und denkt an die Hauptdarstellerin des Films Breakfast at Tiffany´s, Audrey Hepburn, die so engelsgleich wirkt, weil sie so hübsch war, ohne im geringsten attraktiv zu sein, und man denkt natürlich auch an die schöne Filmmusik von Henry Mancini.
Tja, im Bunker-D läßt man sich was einfallen, vielleicht ja auch eine Quizfrage für die Gäste.
Etwa die:
Welche Spezialität gibt es beim berühmten New Yorker Juwelier Tiffany´s zum Frühstück?
.
.
.
Na?
Kleiner Tip: Die Antwort ist der Name einer Band.
.
.
.
Immer noch nicht?
Also gut.
Lösung:

PEARL JAM

Holstein – St. Pauli

Man nannte den FC St. Pauli das Freudenhaus der Bundesliga – damals, in den gloriosen Zeiten, als die Mannschaft eben noch erstklassig war.
Aber die Fans hat der Verein in die dritte Liga mitgenommen. Das sind nämlich wirklich mal treue Fans, keine Schön-Wetter-Aficionados, die sich nach den ersten Mißerfolgen verabschieden.
Was geht uns das an? fragen nun die Holstein-Freunde.
So einiges, antworte ich.
Denn der FC St. Pauli zieht seine Fans auch immer zu den Auswärtsspielen mit.
Na gut, natürlich nicht alle, sondern nur einen Bruchteil, aber es gibt schon hin und wieder Auswärtsspiele des FC St. Pauli, bei denen die Fans der Heimmannschaft in der Minderzahl sind.
Das soll uns am Samstag um 14.00 Uhr, wenn St. Pauli im Holstein-Stadion gastiert, nicht passieren.
Also kommt zuhauf, und feiert ein Fest des Fußballs. Es gibt ja keine Fan-Feindschaft zwischen den beiden Vereinen, und die Anhänger beider Mannschaften gehören zu den friedlicheren im Lande.
Der Bessere möge gewinnen.
Also Holstein.
Danach wünschen wir der sympathischen Hamburger Mannschaft natürlich wieder alles Gute.

Soulfood im Luna Club

Am 21. Oktober um 23.00 Uhr gibt es Soulfood im Luna Club in der Bergstraße 17.
Soulfood – Seelennahrung. Ja, das ist sie, die Soul-Musik.
Und wo käme das (in Kiel) deutlicher zum Ausdruck als eben im Luna Club?

Der Bunker-D und der Jazz

Der Bunker-D ist der Bunker unsres Vertrauens. Nicht nur die Filmauswahl überrascht und begeistert, nein, es gibt auch einen Jazz-Frühschoppen.
Und was könnte nach ausgedehnten freitäglichen Festvitäten schöner sein , als im Bunker-D bei groovendem und edlem Jazz wieder so recht zum Bewußtsein zu kommen?
Bunker-D – den braucht Kiel.
Also hin, am Samstag, dem 21. Oktober um 11.00 Uhr

Prostatatage

Man kann sich selbst davon überzeugen, daß es die gibt.
Zum Beispiel am 20.12. um 12.00 Uhr in der Halle 400.
In diesem Zusammenhang wies mich der auch hier in diesem Blog schreibende Stefan auf einen Witz von G. Willumeit hin, der ungefähr so geht:

Ein Stotternder trifft einen Bekannten.
(Das Stottern werde ich hier natürlich nicht nachahmen)
Stotternder:
Woher kommst Du denn jetzt?
Bekannter:
Vom Urologen, ich habe Probleme mit meiner Prostata.
Stotternder:
Was soll das heißen?
Bekannter:
Ich pinkel so, wie Du redest.

Nein, der Witz ist ganz bestimmt nicht gut. Es geht halt nicht gerecht zu auf der Welt. Der eine versucht, komisch zu sein und schafft es nicht.
Andere hingegen wollen durchaus nicht komisch sein, bringen dabei aber doch ein so großartiges Kompositum wie Prostatatage zustande.
Say it loud:
Prostatatage!
Prostatatage!
Prostatatage!

Wie schön, daß es keine ganze Prostata-Woche ist, denn wo bliebe denn da der Spaß?
Bevor es gar zu albern wird, beende ich diesen Beitrag.

Bedeutende Werke der Filmgeschichte im Bunker-D

So wollen wir das mal formulieren, denn das Wort „Klassiker“ wird in unserer Zeit doch gar zu achtlos verwendet.
Das erstaunliche Programm, das uns am 20.10. im Bunker-D (Sokrates-Platz 1) erwartet, im einzelnen:

16.00 Uhr: Fahrenheit 451
18.00 Uhr: Ein Fisch namens Wanda
20.00: Vertigo

Man kann sich dort also gleich häuslich einrichten.
Sagt da jemand, die habe man ja alle schon im Fernsehen gesehen?
Gesehen hat man sie wohl, erleben aber kann man sie nur im Kino.
In diesem Fall eben im Bunker-D.
Zu den Filmen im einzelnen, für die, die sie noch nirgends gesehen haben:

Fahrenheit 451:
Science-Fiction-Film von Francois Truffaut nach Ray Bradbury (und jetzt wißt Ihr auch, woher Michael Moore den Titel Fahrenheit 9/11 hat). Trotz des apokalyptischen Themas ein typischer Truffaut.

Ein Fisch namens Wanda:
Jamie Lee Curtis, John Cleese, Kevin Kline und Michael Palin machen den situationskomischen Film sehenswert.

Vertigo:
Einer der berühmtesten Filme Hitchcocks; mit James Stewart und Kim Novak.

Wer mehr Informationen braucht, der bediene sich anderer Quellen.
Jedenfalls ist so ein Angebot erfreulich.
Man kann davon nicht genug haben.
Genauer: Wir in Kiel sind damit im Ganzen eher schlecht ausgestattet:
Selbst das Kommunale Kino bringt fast ausschließlich aktuelle Filme.
Und früher gab es zwar mal Retrospektiven in der Traum GmbH, aber das ist lange her.
Immerhin gibt es jetzt wieder das Metro-Kino in der Holtenauer Straße. Auch dort werden hin und wieder ältere Filme gezeigt.

Die Deutsch-Dänische Gesellschaft lädt ein

sich am 19. Oktober um 19.30 Uhr am Hasseldieksdammer Weg einzufinden und dort einem Vortrag von P. Dragsbo über Leitkultur im Grenzland beizuwohnen.
Gemeint ist natürlich Schleswig nördlich und südlich der dänisch-deutschen Grenze, Nord- und Südschleswig eben.
Diesseits und jenseits der Grenze leben Dänen und Deutsche friedlich zusammen. Daran konnte auch die antidänische Hetzkampagne der Bundes-CDU nach der letzten Landtagswahl in Schleswig-Holstein nichts ändern.
Es bleibt also zu fragen, inwiefern es da eine Leitkultur gibt und wem diese dienen sollte.
Vielleicht weiß Herr Dragsbo eine einleuchtende Antwort.

Quellenwert von Erinnerungen

Am 19. Oktober um 19.00 Uhr sollte man sich in der Dänischen Straße 19 eingefunden haben.
Denn dort referiert ein Professor Lehmann über den „Quellenwert lebensgeschichtlicher Erinnerungen“.
Das ist wirklich ein bedeutendes Thema, denn
1. sind Lebenserinnerungen (das heißt hier nicht in erster Linie Erinnerungen irgendwelcher Prominenter, sondern Erinnerungen von Menschen, die unterschiedliche Schichten der Bevölkerung repräsentieren) geeignet, Zusammenhänge begreiflich zu machen.
Und
2. sind Lebenserinnerungen mitunter die einzige Quelle, die man hat.

Und eben da wird es schwierig und besonders interessant.
Weniger deshalb, weil Menschen auch mal lügen, wenn es um ihre Vergangenheit geht.
Sondern weil ihnen die Distanz zu sich fehlt und weil sie sich die Vergangenheit unwillkürlich in ihrem Sinne zurechtbiegen.
Der große Romanautor Eric Ambler befand, man müsse ein kompletter Idiot sein, wenn man glaube, man könne über sich selbst die Wahrheit sagen.
Ein mächtig komplexes Thema also, das Psychologen und Historiker gleichermaßen interessieren dürfte.

Koreaner neuer Rektor der Muthesius-Kunsthochschule

June Hyeong Park heißt er, und er ist einer von nicht weniger als 13 Professoren, die im Verlaufe der letzten zwölf Monate an dieses Intitut berufen wurden.
Es ist durchaus bemerkenswert, daß der neue Rektor nicht nur kein Deutscher ist, sondern sogar einem anderen Kulturkreis angehört.
Das zeugt von der Weltoffenheit der für diese Entscheidung Verantwortlichen.
Weltoffen und sympathisch wirkt übrigens auch der Rektor.
Wir sind auf seine Arbeit – sofern sie, und das sollte doch wohl auch sein, die Öffentlichkeit betrifft – gespannt.

Kieler Nachrichten contra CDU?

Das wäre ja ganz etwas Neues. Die Kieler Nachrichten sind doch geradezu berüchtigt für ihre CDU-Nähe.
Und jetzt das. Klaus Kramer schreibt in einem Kommentar zum Kanther-Prozeß durchaus Merkwürdiges:

„Dass Kanther an der Fälschung des Rechenschaftsberichts beteiligt war, ist ihm – so die Richter – nicht nachzuweisen.“

Geradezu beschwörend rahmt Kramer das „so die Richter“ mit Gedankenstrichen ein.
Und er schreibt, daß Kanther an der Fälschung beteiligt „war“, nicht „gewesen sei“, wie es bei unklarer Sachlage heißen muß.
Kramer also trotzt dem Richterspruch. Für ihn liegt hier ein Fall von Fälschung auf der Hand.
Im nächsten Absatz schreibt Kramer:

„… es ist durchaus denkbar, dass sich die Richter noch einmal mit der Rolle des hessischen Ministerpräsidenten und künftigen Vizechefs der Bundespartei, Roland Koch, befassen, der während der Aufdeckung des Skandals vor sieben Jahren in der Öffentlichkeit gelogen hatte.“

Das ist wohl wahr. Aber muß man das als Redakteur einer CDU-nahen Tageszeitung so deutlich sagen?
Muß man nach Jahren noch daran erinnern?
Mir ist es recht, aber was ist bloß in diesen Kramer gefahren, der uns aus der Kommentarspalte auf Seite 2 so freundlich bärtig anlächelt?
Sogar das sprachliche und gedankliche Niveau seiner Ausführungen ist jetzt wesentlich höher als zuvor.
Vielleicht ist der Mann ein geistig-moralischer Spätentwickler, und nun, im nicht mehr ganz so zarten Alter von ca. 45 (dem Foto nach zu urteilen) ist er erwachsen geworden.
Das wird Konsequenzen haben.
Dieser Kommentar ist zwar mal so durchgerutscht, weil Kramer sich ja vorher immer verläßlich gezeigt hatte, aber wahrscheinlich schon heute wird Kramer ins Büro des Chefredakteurs oder des Herausgebers zitiert werden, wo man, wenn man dabei sein dürfte, Zeuge diverser Metamorphosen werden könnte:
Kramer wird sowohl zur Sau, als auch zur Schnecke, als auch zur Minna gemacht werden.
Und im Wiederholungsfall wir er entlassen werden, Verzeihung, ich meine natürlich:
Man wird sich in gegenseitigem Einvernehmen trennen.

34:25 – na bitte!

Gestern gewann der THW mit 34:25 in Hildesheim.
Siege können so langweilig sein. Es ist anzunehmen, daß beide Mannschaften nicht mit voller Kraft spielten, da eben beide wissen, daß Hildesheim gegen den THW chancenlos ist.

Werftparktheater zeigt Reineke Fuchs

Am 20. Oktober um 18.00Uhr.
Da werden dann wohl sogar noch Kinder zuschauen, und man darf annehmen, daß die heftigsten Teile aus der Handlung entfernt worden sind.
Wenn nicht, müßte man sich auf Splatter und Pornographie gefaßt machen, dem mittelniederdeutschen Epos Reinke de Voss wie auch der Fassung von Goethe nach zu urteilen.

SPLATTER:
Es ist grausam, wie übel dem Bären in dieser Geschichte mitgespielt wird, und genannte Epen beschreiben das, was ihm physischen Schmerz bereitet, in aller Deutlichkeit.

PORNOGRAPHIE:
Der Fuchs wird einmal von einer Wölfin gejagt. Dabei schlüpft er durch ein Loch, und sie versucht hinterdrein zu schlüpfen. Dabei aber bleibt sie stecken und kann weder vor noch zurück. Als der Fuchs das sieht, läuft er auf einem Umwege zurück und vergeht sich von hinten an der Wölfin, während sie vorne fürchterlich flucht.
Ja, Damen und Herren, das war Goethe, wie er leibte und lebte!
Wir wollen doch hoffen, daß uns und den lieben Kindern das in der Bühnenfassung erspart bleibt.

Das schönste Pseudonym diesseits des Mississippi

Oder gar das schönste Pseudonym unter der Sonne. Es findet sich in diesem Blog, und es lautet Ernuwieder.
Derjenige, der sich Ernuwieder nennt, schreibt erhellende und unterhaltsame Artikel, die außerdem oft recht umfänglich sind.
Je länger, desto besser, muß man in diesem Fall sagen.
Ernuwieder – was soll so ein Pseudonym überhaupt, werden manche fragen.
Hundertprozentig kann ich die Frage natürlich nicht beantworten, und der Meister selbst wird es wohl nicht tun, denn wer sich selbst interpretiert, geht unter sein Niveau, wie Heiner Müller sagte.
Aber es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn es mir nicht gelänge, das Pseudonym wenigstens 66,6periode%ig zu klären.
Für Zugereiste sei hier mal eben eingeflochten, in welchen Zusammenhängen man in unseren Breiten „er nu wieder“ sagt:
Man befindet sich in netter und zahlreicher Gesellschaft, und irgendeiner, der zu dieser Gesellschaft gehört, sagt oder tut etwas, das die anderen für sonderbar, skurril, bizarr o. ä. halten, das aber möglicherweise typisch ist für den, der es tut.
In so einer Situation sagt verläßlich jemand aus der Gesellschaft belustigt „Er nu wieder!“, wobei er das „Er“ höher und länger spricht als die Folgesilben.
Natürlich ist das ein Mittel, sich von „ihm“ zu distanzieren.
Und wenn sich jemand selbst so nennt, dann zeugt das eben von Selbstironie, allgemeiner: der Fähigkeit, sich von sich selbst zu distanzieren, sich von außen zu betrachten und sich beinahe ebenso klar und kritisch zu beurteilen, wie andere es tun.
Insofern enthält das Pseudonym sogar ein Selbstlob, das aber deshalb nicht unangenehm auffällt. weil es ja aus einer Selbstbespöttelung folgt.
Also: Ernuwieder – DAS Pseudonym schlechthin.

After Dark proudly presents: Housemädchen-Report III

Und zwar am 20.10 ab 23.00 Uhr.
Na, meinetwegen.
Der Titel spielt an auf Sex-Filme der siebziger Jahre, mit den Titeln Schulmädchen-Report I bis wasweißichwieviel. Das waren Filme für geile Böcke, und damit die geilen Böcke sich nicht zu genieren brauchten, wurden die Filme als dokumentarische Aufklärungswerke verpackt.
Da es auch beim Housemädchen-Report mittelbar um Sex geht, ist die Anspielung natürlich nicht aus der Luft gegriffen.
Aber: Ob es je einen Hausmädchen-Report gab, weiß ich nicht. Und selbst wenn, warum sollte der Titel einer Veranstaltung, in der es um Freiheit / Freizeit geht, anspielen auf arme Schweine, die dauernd irgendwelche Herrschaften bedienen müssen?
Das ergibt doch offensichtlich keinen Sinn.

Auf ins Emergency!

Auf ins Emergency!, sage ich, denn da gibt es am 20.10. ab 22.00 Uhr No House. Und eine housefreie Nacht, das wäre doch mal was für housegeplagte Gemüter.

Nun aber werde ich von einem Verdacht beschlichen:
Es gab doch auch mal, neben Speed Metal, Death Metal und dergleichen etwas, das No Metal genannt wurde (wenn auch vielleicht nur in der inzwischen mächtig heruntergekommenen Zeitschrift Spex), und das war irgendwie immer noch Metal.
Wie also, wenn No House immer noch House wäre?
Bekommt man dann ggf. sein Geld zurück?
Und selbst, wenn es keinen Eutritt kostet:
Zeit ist doch auch Geld, wie Benjamin Franklin sagte.
Und davon hätte man dann doch einiges verloren.
Mag sein, daß manche Menschen auch die Zeit, in der sie diesen Artikel gelesen haben, als verloren betreachten.
Das täte mir leid.

Ü-30-Party im MAX

Mal wieder am 20. 10 um 21.00 Uhr.
Und ich darf endlich hin.
Darauf habe ich mich nun jahrelang gefreut.
… na gut, das ist übertieben, aber es ist nun mal bei mir soweit.
Man fühlt sich allerdings genauso wie vorher, das wird niemanden ernstlich verwundern.

Singer/Songwriter-Slam im Prinz Willy

Am 20.10. ab 18.00 Uhr bietet das Prinz Willy einen Singer/Songwriter-Slam,.
Erstaunlich, wie lange sich dieser sperrige Ausdruck (Singer/Songwriter) gehalten hat. Gemeint sind einfach Sänger, die keiner festen Band angehören, ihre Songs selbst schreiben und Wert auf Texte legen (und recht besinnlich müssen sie mitunter klingen. Würden sie beständig Hardrock oder Heavy Metal spielen, dann würde man sie nicht Singer/Songwriter nennen).
Die Sache kam in den siebziger Jahren auf, und die Beliebtheit der damaligen Singers/Songwriters war allerdings erstaunlich: James Taylor, Carol King, Leonard Cohen und andere belegten tatsächlich Spitzenpositionen in den Charts.
Der beste von allen uns der einzige geniale, Randy Newman nämlich, war kommerziell nicht ganz so erfolgreich, aber auch seine Alben verkauften sich nicht schlecht.
Also, wie schon angedeutet, die Siebziger, das war die Blütezeit des nordamerikanischen Singer/Songwritertums.
Heute gibt es z.B. Eleni Mandell, die ihre folkhaft arrangierten Songs mit erhabener Ironie und dennoch urtümlich und immer hocherotisch vorträgt. Leider ist sie hierzulande noch immer recht wenig bekannt.
Andererseits firmiert heutzutage sowas wie Rufus Wainwright (Sohn Louden Wainwrights III., der seinerseits ein respektabler Sänger und Songwriter ist) als Singer/Songwriter.
Rufus Wainwright, dessen kunstgewerblicher Strebekram einem schon mächtig auf den Sack gehen kann.
Hoffentlich kommt der im Prinz Willy nicht vor.
Auch ansonsten wünsche ich den Veranstaltern natürlich alles Gute.