Archiv für den Monat: August 2006

Fahrradwege in Kiel

Zunächsteinmal – vielen Dank für den neuen Fahrradweg am Westring von der Hansastrasse bis zur alten UB, ich habe sie heute das erste Mal komplett genutzt und finde sie klasse.

ABER: Wer hat sich die Fahrradwegführung im Knooper Weg ausgedacht? Und was soll das werden, wenn es denn mal fertig ist?

Für Nicht-Kenner: Auf Teilen des Knooper Wegs wurde mit gelber Farbe (wir wissen von Baustellen – gelbe Linien gehen immer vor!) Fahrradwege ungefähr von der Breite eines Smart gemalt, dadurch ist er an einigen Stellen nicht mehr 1,5 bzw. zweispurig, sondern eben nur noch einspurig.

Leider sind diese gelben Linien vor allem bei Regen schlechter erkennbar als die dicken weißen Linien, und auch wenn sie ab und zu erneuert werden, so haben sehr viele Autofahrer echte Probleme, die wirklich zahlreichen Fahrradfahrer auf der Radspur zu akzeptieren. Es wird gehupt, und schon das eine oder andere Mal hatte ich Stoßstange und Nummernschild ganz nah an meinem Hinterrad.
Noch ärgerlicher – wenn auch weniger akut körperlich gefährlich – ist es, wenn man sich als Autofahrer eben an die gelben Linien hält. Da fahren Kleinwagen mit RD-Kennzeichen eng und in angedeuteten Schlangenlinien hinter einem her, weil man „die Spur“ nicht freimacht, da drängeln ältere 3er BMW, wenn man in den Lehmberg abbiegen will und die alte Abbiegespur nicht nutzen will, weil dort inzwischen der Radweg verläuft und es wird ärgerlich gehupt. Obwohl dort auch ein Radfahrer steht!

Dass dieser Ärger nicht nur mit den gelben Linien, die evtl. verwirren könnten, zusammenhängt, davon können alle Radfahrer, die regelmäßig die Feldstrasse auf und ab fahren müssen, ein Lied singen. Da parken Autos zur Hälfte auf dem Radweg und zur anderen Hälfte auf der Strasse (als wenn ich innen neben dem Auto noch vorbeikommen könnte!) oder man wird von einem Kleinwagen genötigt, weiter nach rechts zu fahren, weil der Wagen nicht abschätzen kann, wieviel Platz ihm/ihr noch bis zur Mitte bleiben.

Mein Tipp für alle genervten Autofahrer, der auch mich immer wieder beruhigt: Immer überlegen, wie lange man für die Strecke benötigen würde, wenn man die Strecke laufen müsste. Und schon ist man erheblich entspannter.

Kann mir übrigens jemand sagen, wie die Pläne für die „gelben Streifen“ im Knooper Weg sind?!
Habe lediglich hier ein paar Infos über den Unterschied zwischen „Radfahrstreifen“ und „Schutzstreifen“ gefunden, leider ohne Nennung des Datums.

THW Kiel verliert Supercup

Oder gewinnt ihn nicht.
Also:
Erst gewinnen sie gegen Barcelona, und dann verlieren sie gegen den HSV Hamburg. Mit 35:39 in München.
Wird der THW, der ja auch immer eine Mannschaft der Konstanz war, jetzt eine launische Diva?
Oder ist der HSV besser als Barcelona?
Das doch wohl kaum.
Oder ist dieser HSV Hamburg ein / der Angstgegener des THW?
Erfahrungsgemäß auch nicht.
Es gibt natürlich noch zwei andere Erklärungsmöglichkeiten:
1. Der THW hat den Gegner (und möglicherweise auch den Wettbewerb) nicht recht ernst genommen..
2. Der THW ist so stark, daß er sich Sorgen um die Konkurrenz machen muß:
Sicher, der Fan will den THW siegen sehen, aber es würde dann doch öde, wenn die beste Mannschaft alles gewänne. So überläßt man die minderen Titel der Konkurrenz.
Im Pokalwettbewerb könnte noch ein anderes Motiv dazukommen:
Überlastung!
Bundesliga und Champions League werden den THW schon hinreichend fordern, da wird man sich im Pokalwettbewerb nicht allzu sehr mühen, auch DEN Pott noch zu gewinnen.
Es ist tatsächlich so:
Schaut Euch zum Vergleich mal die jüngere Fußballgeschichte an:
Bayern München wird zwar meistens Meister, dabei aber nicht immer mit großem Abstand.
Scheidet die Mannschaft aber durch Verkettung unglücklicher Umstände aus der Champions League aus, und zwar schon in der Vorrunde, dann kann man davon ausgehen, daß sie genug Kraft hat, um unangefochten Meister zu werden.
Kommen die Bayern dagegen in der Champions League weit, und wird es in der Bundesliga eng, dann werden sie keine Gelegenheit verpassen, den lästigen Pokalwettbewerb abzuschütteln.

Das war vielleicht ein wenig überspitzt und mißverständlich – also anders:
Der Trainer wird die Mannschaft auf solche Spiele wie auf Trainingsspiele vorbereiten.
So geht vielleicht nun auch der THW vor.

Bist Du Deutschland oder Kiel oder weder noch?

Erinnert sich noch jemand an die Du-Bist-Deutschland-Kampagne?
Leider gab sich auch der bedeutende Dichter Walter Kempowski dafür her.
(Der bedeutendere Dichter Peter Hacks dagegen hatte über die Berliner Mauer gedichtet:
„Ich glaub, ich hab mein Herz an sie verloren.“)

Im Zentrum der Kampagne stand der große Günther Jauch.
Und der sagte in dem Spot, der überall rauf und runter lief:
„Behandle Dein Land doch einfach wie einen guten Freund!“
Soll heißen: Kein Nationalismus, sondern ein Verhältnis zu Deutschland, das man üblicherweise krampfhaft als unverkrampft bezeichnet.

Gegen Ende des nämlichen Spots aber bekundete auch Jauch:
„Du bist Deutschland!“

Ja, passen denn die beiden Zitate zusammen?

Ich bin Deutschland, soll aber mein Land wie einen guten Freund behandeln.
Ich soll also mich wie einen guten Freund behandeln.
Mit einem guten Freund führe ich Gespräche.
Jauch wollte mich also dazu zwingen, Selbstgespräche zu führen.
Aber ich habe mich erfolgreich gewehrt.

Was aber wird anhand des eben aufgedeckten Unsinns deutlich?

Daß Patriotismus in diesem zusammengestoppelten Lande nun einmal immer irrational ist.
Wirklich irrational sein muß, da schon ein nicht unkluger Versuch wie dieser Spot fehlschlägt.

Wenn man sich schon mit etwas identifizieren muß, warum dann nicht mit der eigenen Stadt?

Es mag einige geben, bei denen sich das nicht anbietet – zu denen gehört Kiel aber gewiß nicht.
Die Schönheiten dieser Stadt sind hier schon oft, wenn auch vielleicht noch nicht hinreichend, besungen worden.
Also wenn Du in Gefahr bist, Deutschland zu werden:
Werde statt dessen Kiel!

TragBar – Café und Designershop in der Holtenauer Str.

Die wirklich gute Webseite Kielometer inspiriert uns immer wieder, uns neue Cafés in unserer Umgebung anzusehen und auszuprobieren.

Am Freitag besuchten wir also das/die „TragBar Kaffeehaus und Design“ in der Holtenauer Str. (Höhe Metro-Kino), eine neu eröffnete Kneipe mit im Hinterzimmer versteckter Boutique.

Aufgrund des schönen Wetters sassen wir trotz des Strassenlärms auf Holzstühlen vor der Tür und genossen Produkte aus dem Haus der lustigen Hamburger von Fritz-Cola und portugiesische Cremetörtchen, deren Creme großartig war, der Blätterteig aussenherum allerdings ein wenig zu fest. Ich bin mit der portugiesischen Küche nicht vertraut, wahrscheinlich gehört es so.

Die Bedienung war sehr offen und freundlich, ein großer Pluspunkt in einer Stadt, in der zickige Bedienungen häufiger auftreten als anderswo (eigene Erhebung aus dem Bauch heraus, keine wissenschaftliche Quellenangabe möglich, daher: rein subjektive Aussage 😉 ).

Die Karte bietet Frühstück, Getränke und Kleinigkeiten, die Inneneinrichtung ist dezent, unaufdringlich, aber nicht „terrakotta-unauffällig-langweilig“.
Es besteht die Möglichkeit, Spezialitäten auch für zu Hause mitzunehmen, und im Hinterzimmer vesteckt sich wie gesagt eine kleine Designerboutique mit Taschen aus LKW-Planen, einigen Kleidungsstücken, kleinen gestickten Taschen, Brotbrettchen mit einem Auszug des Kieler Stadtplans als Aufdruck und andere Kleinigkeiten.

Zur Zeit sind auf der Webseite keine weiteren Inhalte ausser der Adresse, den Öffnungszeiten und einem Mailkontakt vorhanden, aber ich gehe mal davon aus, dass sich nach einigen Ausstellungen junger Künstler in den Räumlichkeiten auch der Internetauftritt etwas vergrößern wird.

Zitate, Zitate

Ich frage mich eins – wenn man eine Idee, einen Gedanken, einen Sachverhalt nicht als eigene, und damit diskussionsmögliche Meinung schreibt, sondern sich hinter den Zitaten mehr oder weniger kompetenter prominenter Menschen versteckt, ist das dann besonders klug oder eher sehr sehr feige?

Ich für meinen Teil schätze Wiglaf Droste, er ist etwas, dass im satirischen wie auch im kabarettistischen Bereich gerne als „große Nummer“ genannt wird. Wenn man ihn in Frankurt erlebt, wünscht man sich, ebenfalls auf solche Ideen kommen zu können.

Aber ist eine Vermutung von ebendiesem Wiglaf Droste über den fehlenden Humor bei Soldaten so gewichtig, dass man sie als Aufhänger für eine Schmähschrift über einen Kieler Verein nutzen sollte?

Ich stelle diesen Gedankengang einfach mal zur Diskussion.

Das Metro-Kino zeigt der Wik wieder Filme!

Vor genau zehn Jahren, im Sommer 1996, schloß das zur UFA gehörende Metro Kino in der Holtenauer Str. seine Türen. Ich selbst habe es nur ein einziges Mal besucht – damals sahen wir „Star Trek – Treffen der Generationen“ und obwohl wir Mädels gerade mal um die 1,60 m groß waren, empfanden wir die Sitzqualität doch eher als unangenehm.
Das CinemaxX bot uns da für das selbe Geld mehr Leistung, mehr Komfort und durch seine Lage direkt am Bahnhof auch einen besseren Zugang von Preetz aus.

Nun ist eine ganze Dekade ins Land gegangen, ich lebe inzwischen mitten in Kiel und bin die Blockbuster, die überhöhten Preise und das immer irgendwie alt schmeckende Popcorn des CinemaxX leid und erfreue mich eher an den Programmen der „Brücke“, dem KoKi und dem neuen Studio.

Und genau für diejenigen, die genau wie ich diese Kinos und deren Filmauswahl schätzen, gibt es eine frohe Kunde – das Metro-Kino wird wiedereröffnet!

Auf der Webseite des Metro Kinos erfährt der Besucher eine Menge über die Leistungen, die beim Umbau erbracht werden mussten (inkl. Photos), und auch der einen oder anderen Skurrilität, die beim Aufräumen gefunden wurde. Dabei haben die neuen Betreiber Henrik Fenger und Jörg Schädlich sich Mühe gegeben „zu retten, was zu retten ist“, und so wird es im Foyer und in den Sälen noch eine Menge Dinge geben, die den Besucher von damals in Erinnerungen schwelgen lassen kann.

Großes Hollywood-Kino soll es genauso geben wie kleine, aber feine Programmfilme, und das Ganze nach offizieller Aussage „für die ganze Familie zu fairen Preisen“.

Offiziell wird das Eröffnungsdatum mit dem 14.9. angegeben und ich muss sagen – ich freu mich drauf.

Sorge macht mir nur, dass sich soviele Programmkinos des neuen Stils (Blockbuster + Arthouse) vielleicht doch wieder gegenseitig das Wasser abgraben werden. Aber hoffen wir mal das Beste.
Die Webseiten der Kinos „Brücke“ „neues Studio“ und „Koki“ verlinken ja sogar auch problemlos und freundschaftlich aufeinander, falls „der gewünschte Film nicht dabei“ sei, das finde ich ein sehr gutes Zeichen.

Ohne Moos nichts los

Immer mehr Landkreise zwingen mit sogenannten “ Ventilwchtern“ Autofahrer ihre nicht bezahlten Kfz-Steuern zu zahlen.
Wer mit seinem Auto fhrt und auf einmal keine Luft mehr in den Reifen hat, sollte sich Gedanken um seine Abgaben machen.
Die „Ventilwchter“ werden auf die Vorderrder montiert und nach hchstens 300 Metern ist die Luft raus. Das Gert wird von Behrden-Mitarbeitern erst wieder nach Zahlung der Steuern abgebaut.
Dieses System kommt bereits in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Sachsen zum Einsatz.

Quelle: BILD.de

Holstein top!

Wäre ja auch zu blöd gewesen, nach der Auftaktniederlage in Dresden den Kopf hängen zu lassen. Nun also noch ein saftiges 5:1 gegen die Dortmunder Talente.
Sowas macht doch Spaß.
Und 4530 Zuschauer waren dabei. Immerhin.
Ich erinnere mich noch dunkel an gähnenede Leere auf den Rängen. Das war Anfang der Neunziger, als man froh war, wenn man an die 1000 herankam.
Jedenfalls hat Holstein jetzt gezeigt, daß es in dieser Saison ernst machen wird mit dem Aufstieg.
Und die Gegner?
Es zeichnet sich jetzt schon ab, daß nur fünf Teams Chancen auf den Aufstieg haben.
Das sind neben Holstein:
Dresden, Lübeck, Osnabrück
und erstaunlicherweise auch Union Berlin, die Mannschaft, die in ihren bislang drei Spielen keinen Gegentreffer zuließ.
(Sagte ich eben „neben Holstein?“ Ich meine natürlich „hinter“.)
St. Pauli wird die Nummer 1 bei den Zuschauern bleiben, aber mit dem Aufstieg wohl leider nix zu tun haben.

THW-Sieg gegen Barcelona

Es war zwar nur ein Test-Turnier, aber das Endspiel in der Ostseehalle wurde doch mit estaunlicher Intensität geführt. Und der THW gewann schließlich mit 25:24.
Das zeigt doch,daß diesmal nicht nur der Deutsche Meistertitel drin ist, sondern auch der Champions-League-Titel.
Das wird man nach dem durchaus verdienten Sieg feststellen dürfen, denn einen stärkeren Gegner als Barcelona gibt es auf diesem Kontinent (und in der Welt) nicht.
Da ist es immer wieder erstaunlich, wie sich die Zuschauer auch gegen drittklassige Gegner zu Begeisterungsstürmen hinreißen lassen.
Ich meine damit nicht etwa Pokalspiele gegen Mannschaften aus der dritten Liga .
Nein, die Bundesliga selbst ist eine Dreiklassengesellschaft.Und die Mannschaften des unteren Tabellendrittels haben gegen den THW nicht nur keine Chance – die Mannschaften des mittleren Drittels haben ja auch keine Chance in der Ostseehalle -, sondern sie wirken in Kiel wie Lehrlinge.
Und solchen Lehrstunden nun wohnen jeweils 10.000 Kieler oder etwas mehr bei und sind enthusiasmiert, ja euphorisiert.
Das könnte man schon für reichlich dubios halten.
Muß man aber nicht.
Sagen wir doch einfach:
Das ist wahres Handball-Fan-Sein!
Und wo findet man das?
Gewiß nicht in Barcelona, wo Fußball klar die Nummer 1 ist, Basketball klar die Nummer 2 und die Nummer 3 des CF, der Handball, in den Medien nur am Rande Erwähnung findet.
Würde mich nicht wundern, wenn da irgendein Handball-Freak im Vorstand wäre, der dafür sorgt, daß die defizitäre Handball-Abteilung aus den Gewinnen der Fußball-Abteilung mitfinanziert wird. Das fiele ja bei diesen Größenordnungen kaum auf.

– Aber auch in Deutschland ist diese Begeisterung nicht anzutreffen, sondern nur in Skandinavien, das wir heute mal exakt nördlich der Elbe beginnen lassen wollen (ist doch auch geographisch vertretbar): Island, Dänemark – das sind wahre Handball-Länder (Island natürlich auch deshalb, weil man sich da einen Großteil des Jahres in Hallen zurückziehen MUSS, um Sport treiben zu können):

Aber selbst in diesen Ländern wird man eingestehen müssen, daß das Zentrum der Handball-Welt Kiel ist.

Was sagt Klaus Kramer?

Kieler Nachrichten vom 21. August, Seite 6.
Ein Klaus Kramer schreibt da einen Kommentar zum etwaigen „Nahost-Einsatz“ der Bundeswehr.
So hebt er an:

„Die Kanzlerin verspricht, deutsche Soldaten nicht in ein ungewisses Abenteuer zu schicken.“
Abenteuer sind stets ungewiß, sonst wären sie keine.
Kramer fährt fort:
„Das ist gut zu wissen.“

Daß die Bundeswehr nicht in ein Abenteuer geschickt werden wird nämlich.
So wird ganz fix aus einer fragwürdigen Aussage der Kanzlerin eine Wahrheit.
Ungeschickt, weil allzu durchsichtig.

Was sagt Wolf Paarmann?

Kieler Nachrichten vom 21. August, S. 6:
Ein Wolf Paarmann kommentiert Verhandlungen um Handball-Fernsehrechte.
Und was schreibt er da so?
Zum Beispiel dies:

„Doch um den Sendern auf Augenhöhe die Hand zu reichen, müssten auch die Klubs ihre Hausaufgaben machen …“
usw. usf.
Versucht Euch das mal vorzustellen:
jemandem auf Augenhöhe die Hand reichen.

Was sagt Jürgen Heinemann?

Heinemanns Kommentar zur Verhaftung des Terrorverdächtigen aus dem Libanon ist auf Seite 2 der Kieler Nachrichten vom 21.8. abgedruckt.
Na, was wird so ein Skinhead schon schreiben?
Wie bitte, der Ausdruck Skinhead wäre verunglimpfend?
Na, seht Euch den doch mal an!
Ich sage ja nur, was Sache ist.
Es kann nicht verwundern, daß dieser Untertan die Gelegenheit nutzt, um nach dem starken Staat zu brüllen.
Ich zitiere den letzten Absatz:
„Es ist an der Zeit, die Instrumente zur Sicherung unseres Landes und seiner Bürger der aktuellen Sicherheitslage anzupassen. Das ist Aufgabe der Politik. Dieser Appell richtet sich aber auch an Justiz und Datenschützer. Schließlich sieht auch das Grundgesetz vor, dass zugunsten des Gemeinwohls das Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Einzelnen eingeschränkt werden darf. Mit Sicherheit bei Verdacht.
Warum nicht auch offensiv zur Gefahrenabwehr?“

Das sind die Kieler Nachrichten. Nein, werte Leser, ich zitiere nicht aus der Deutschen National-Zeitung, sondern aus den Kieler Nachrichten.

Kieler Nachrichten wie ferngesteuert

Es ist wirklich so.
Vor dem Hintergrund , daß der am Samstag festgenommene Libanese in einem Projensdorfer Studentnheim wohnte, bringt die KN die Überschrift:

„So richtig kannte niemand Youssef“

Daruntert heißt es:

„Fassungslosigkeit im Projensdorfer Studentenheim“

Die Festnahme eines Terroristen als Soap Opera.
Natürlich dehnen sie ihre Geschichtchen zum Thema über mehrere Seiten, aber interessante Informationen dazu wird man wieder mal nur anderswo finden.

Witze über Kiel

Jetzt suche ich Witze über Kiel.
Ich kenne leider keinen einzigen.
Natürlich kann man aber so manchen Witz auf Kiel münzen.
Zum Beispiel den:

Der Kieler Sophienhof brennt.
Ruft eine Deutscher:
„Rettet zuerst die Kinder!“
Antwortet ein Amerikaner:
„Ah, fuck the children!“
Fragt ein Belgier:
„Haben wir noch soviel Zeit?“

Wenn ein Witz gut ist, ist es mir egal, wen ich damit beleidige, sagte W.C. Fields.
Aber bitte, dann füge ich eben noch hinzu, daß es mir nicht darum ging, ein ganzes Volk schlechtzumachen, nur weil in dem Betreffenden Land namenlos Grausames geschehen ist.

Also noch einen Kiel-Witz.
Er spielt bei Markus in der Feldstraße.
Das ist eine Fleischerei, und zwar eine der besten in Kiel.
Besonders die Würste (Kräuterleberwurst!!!) sind empfehlenswert.
Und der Witz geht so:

Steht eine junge Frau bei Markus in der Warteschlange.
Als sie schließlich dran ist, sagt sie:
„Ich bekomme sechs Pfund Gehacktes.“
Da sagt der, der sie bedient:
„Glückwunsch, wann ist es denn soweit?“

Den Witz könnten jetzt wiederum einige für sexistisch halten, aber es waren ja auch nur Beispiele.
Man kann halt vieles, wenn auch längst nicht alles, auf Kiel beziehen.
Aber wo sind sie, die wirklich speziellen Kiel-Witze?
Die Witze, die nur mit Kiel funktionieren?
Kennt da irgendwer irgendeinen?
Vielleicht gibt es ja alte Egon-Müller- oder Norbert-Gansel-WWitze.
Was weiß denn ich?
Sagt doch mal bescheid.

Nachts autolos und handylos am Ostufer – aufgeschmissen

Neulich, eines schönen Werktags, stieg ich in den Bus nach Dietrichsdorf.
Genauer gesagt: Es war nachts um kurz nach eins, es war einer dieser winzigen Nachtbusse, und ich gehörte nicht zu den Nüchternsten.
Immerhin bin ich mit meinen Grenzen, was den Genuß von Alkohol betrifft, einigermaßen vertraut, im Unterschied zu einer männlichen, schwankenden Gestalt mit glasigen Augen, die sich mit einiger Mühe beim Busfahrer nach der nächsten Fahrt nach Laboe erkundigte.
Die Auskünfte des Fahrers waren klar und eindeutig: Es gab in der ganzen Nacht keine Verbindung mehr nach Laboe; und der ungefähr zwölfte Erklärungsversuch war dann auch erfolgreich.
Nun lallte der Typ irgendwas von Beschwerde und torkelte davon.
Dabei war sein Problem meinem nicht unähnlich: Ich mußte noch bis Heikendorf, der Bus aber fuhr nur bis Dietrichsdorf.
Also nimmt man doch, zumal ohne Handy unterwegs, einfach den überall in den Bussen angepriesenen Service der KVG in Anspruch.
„Können Sie mir ein Taxi zur Hermannstraße bestellen?“ fragte ich also den Busfahrer.
Das war noch vor dem nervenden Dialog mit dem schottendichten Menschen.
Den hätte ich übrigens am liebsten davon zu überzeugen versucht, daß es auch für ihn das beste wäre, mit diesem Bus nach D-Dorf zu fahren und dann ein Taxi zu nehmen.
Dann hätten wir uns eins teilen können, und es wäre für ihn wie für mich billiger geworden.
Aber er war eben so breit, daß es aussichtlos war, ihm das zu erklären.
Nun hatte ich den deutlichen Eindruck, der Fahrer hätte meinen Taxiwunsch wegen des Ärgers mit dem Volltrunkenen vergessen.
So war es auch, wie sich auf meine Nachfrage zeigte, und nun unternahm der Fahrer zwischen Hbf und Gablenzbrücke ein paar Versuche, die Vineta zu kontaktieren – vergeblich.
Vor der Haltestelle Hummelwiese öffnete er die Tür und schrie seinem Kollegen zu, er möge das Taxi bestellen.
So schien denn alles in Ordnung.
Zumindest bis der Bus irgendeinen Schnörkel durch Wellingdorf machte, der offenbar für diese Linie gar nicht vorgesehen ist.
Zwei Gäste machten den den Fahrer darauf aufmerksam, und der machte sich auf den Rückweg, um auch die Haltestelle Strohredder zu bedienen.
So kamen wir mit fünf Minuten Verspätung an der Haltestelle Hermannstraße an.
Nicht zum erstenmal hatte ich im Nachtbus ein Taxi bestellt, und der Wagen hatte immer schon gewartet, wenn wir ankamen. Diemal keine Spur davon.
Ich fragte natürlich den Busfahrer, ob er sicher sei, daß sein Kollege einen Wagen bestellt hätte. Das bejahte er, fügte aber die sonderbaren Worte hinzu:
„Aber vielleicht kommt der nicht.“
Ich war sogar fast sicher, daß der nicht mehr kommen würde.
Dennoch wartete ich noch ein paar Minuten, und fluchte auf KVG und Vineta abwechselnd.
(Da sich aber Vineta im Unterschied zur KVG immer als verläßlich erwiesen hatte, bin ich ziemlich sicher, wer für die Sache verantwortlich ist.)
Nach diesem hoffnungslosen Warten machte ich mich auf den Weg.
Nachts.
Zu Fuß.
Von Dietrichsdorf nach Heikendorf.
Da gibt es zwar ein paar beleuchtete Inselchen, aber den größten Teil des Weges muß man halt auf künstliches Licht verzichten.
Da bleibt nur der Sternenhimmel.
Der war immerhin klar.Wie schon angedeutet, war ich nicht ganz nüchtern, und hinzu kam nun die euphorisierende Wirkung der schaurig-schönen Nacht.
Da war der Ärger über das ausbleibende Taxi schnell vergessen (fürs erste wenigstens), und ich lauschte fasziniert den Geräuschen der Natur.
Das ist jetz ein wenig undeutlich, nicht wahr?
Ja, ich wünschte, ich könnte all diese Tiere anhand ihrer Lautgebung identifizieren, aber ich bin halt in einer Großstadt aufgewachsen, und was weiß denn ich.
Gern würde ich mich da mal kundig machen.
Einmal bemerkte ich vor mir ein kleines bewegtes Doppelblinken.
Und erst als das erstaunte Tier – wer erwartet denn auch um die Zeit einen Menschen zu Fuß in der Gegend – die Flucht ergriff, erkannte ich, was für einem Wesen ich begegnet war:
Gebuckelt, aber elegant, langgezogen, flink trippelnd:
ein Steinmarder eben.
Na, wenigstens etwas erkannt, und so ein Raubtierchen ist ja in jedem Falle nett anzusehen.

So brachte ich zwei Drittel der Strecke recht angenehm herum. Dann kam der schwierige Teil. Leider nüchterte ich langsam aus, und mit sinkendem Alkoholspiegel wuchsen die Sorgen:
Was, wenn man – denn ich befand mich jetzt eingangs des berüchtigten Kitzeberg Forest – was also, wenn ich einem hungrigen Wolf begegnete?
Oder einem Mann, der nicht die besten Absichten hat?
Ich versuchte mich zu beruhigen:
Wölfe sind doch in unseren Breiten längst ausgerottet, und wenn sich auch in den letzten Jahren wieder ein paar über die Oder nach Westen getraut haben – es ist doch längst erwiesen, das sie Menschen nicht angreifen, zumindest nicht, wenn sie Fluchtmöglichkeiten haben, und an solchen ist ja in so offenem Gelände kein Mangel.
Und was die Sache mit dem Mann betrifft:
Nachts schlafen die Männer doch!
Zumindest werktags.
Hätte ich da natürlich auch schon gerne, aber ein geselliger Abend forderte seinen Wuchertribut, und so stapfte ich in den dusteren Kitzeberg Forest hinein, durch dessen Baumkronen kaum Mond- und Sternenlicht dringt.
Es war nunmehr unmöglich, auf dem Fuß- oder Radweg zu gehen, ohne Gefahr zu laufen, sich etwas zu verknacksen oder gar zu brechen.
Also wechselte ich auf die Straße, wo die Richtung wenigstens noch zu erahnen war. In dieser Stille höre ich Autos ja rechtzeitig, dachte ich mir.
Nur zweimal, wurde ich von PKW-Lärm gzwungen, mich seitlich ins Dickicht zu schlagen.
Da ich nun fast gar nichts mehr sah, sah ich fast überall Gefahren:
Ein Ungetüm so groß wie der Hund der Baskervilles, tollwütige Füchse und was man sich sonst noch so einbilden kann.
Am Ausgang des sagenumwobenen Kitzeberg Forest (zumindest hätte er verdient, mit Sagen umwoben zu werden, aber den Menschen fehlt ja heute die Fantasie) traf ich dann auf ein gar zu niedliches Kätzchen.
„Sieh doch zu, daß Du nach Hause kommst!
Was kümmert dich jetzt eine Hauskatze?!“
sagte eine Stimme in mir, auf die ich selten höre.
So auch hier nicht. Ich kann nun mal schwer an einer Katze vorbeigehen, ohne wenigstens den Versuch zu unternehmen, sie zu streicheln. Außerdem brauchte ich Trost.
Leider war diese Katze allzu vorsichtig und hielt, so sehr ich sie auch lockte, immer ein paar Meter Abstand zu mir.
Also setzte ich meinen Weg fort:
Teichtor hoch, durch die Dorfstraße, am Rathaus vorbei, und das war´s dann auch schon fast.
Unbeschadet an Leib und Seele überstanden.
Davon werde ich irgendwann mal abends meinen Großnichten erzählen, damit sie fantsiebildende Albträume bekommen.

Schneekaffebohnen – Delikatesse im Sophienhof

Unten im Sophienhof ist ja ein Bereich, wo einfach nur ein paar Stände sind.
Auf einem davon steht „Naturkost“.
Na ja, ein wenig irreführend ist das schon, denn es gibt dort Süßigkeiten.
Mehrheitlich sind es gedörrte Früchte.
Insofern ist die Bezeichnung Naturkost nicht falsch.
Also, es gibt dort gedörrte Feigen, Bananen (ja, das geht!), Maulbeeren und und und.
Das beste dort aber, DIE Delikatesse schlechthin, das sind die SCHNEEKAFFEEBOHNEN.
Weißbraune Kugeln sind das:
Außen ein wenig Puderzucker,
darunter zarte Schokolade
und von dieser umgeben ein geröstete Kaffeebohne.

Da kann man sich zwar erstmal lutschend zu der Kaffeebohne vortasten;
aber auch das Zerbeißen des Ganzen hat was für sich.
Die beiden unterschiedlichen Eßweisen führen hier tatsächlich zu zwei sehr unterschiedlichen Geschmackserlebnissen, die man nicht missen sollte.

Aber nun stelle ich mir die Frage: So schön das ist, kann es nicht manchmal noch netter sein, Schokolade und Puderzucker (der im übrigen hier geschmacklich kaum von Belang ist) einfach wegzulassen?
Mit anderen Worten:
Muß man denn immer Kaffee trinken?
Kann man ihn nicht auch mal essen?
Pur?
Daß ich noch nie davon gehört habe, daß jemand geröstete Kaffeebohnen als Snack ißt, heißt doch nicht, daß man es nicht tun sollte.
Der Linie wird es jedenfalls nicht schaden.

Automatische Ansagen der KVG – lustig

Wer öfter mal mit KVG-Bussen fährt, der kann sich mitunter an den automatische Ansagen der jeweils nächsten Haltestelle erfreuen.
Meine Lieblingsansage lautet:
„Künstlermuseum“
Na, das sagt ja erstmal noch nicht viel, aber der Ton der Ansagerin macht die Musik.
Der ist nämlich spöttisch UND neidisch UND grollend.
Das soll der Frau erstmal einer nachmachen.
Der Ton scheint in diesem Zusammenhang zu sagen:

„Große Welt! Die halten sich für was Besseres da!“

Noch besser gefällt mit allerdings die männliche Busansage des Axel-Springer-Platzes in Hamburg. Die klingt nämlich geradezu angewidert, und so soll es ja auch sein.
Also, ein bißchen Subjektivität geht selbst bei automatischen Bushaltestellen-Ansagen.
Das ist doch schön.

Heikendorf – „Brücke zwischen Großstadt und Landkreis“???

Drei Fragezeichen sind aber wirklich das Mindeste.
Es ist der Heikendorfer Bürgermeister Arnold Jesko, der für den in der Überschrift zitierten Slogan steht.
Was ist das denn für einer?
Also:
Die Großstadt ist Kiel,
der Landkreis ist der Kreis Plön,
der von CDU-Dissident Volkram Gebel auf das vorbildlichste verwaltet wird.

Und die Brücke soll Heikendorf sein.
Sagt der Bürgermeister.
Befindet sich aber zwischen Kiel und dem Kreis Plön – wie auch immer – ein Graben oder ein Fluß, den es zu überbrücken gälte?
Wohl kaum.

Und Heikendorf kann sich auch nicht zwischen Kiel und dem Kreis Plön befinden, da es eben zu diesem gehört.
Wie schon einmal erwähnt:
Jesko darf tatsächlich wählen.
Und gewählt werden.
Nicht zu fassen.

Möwenschiß – kann man das essen oder trinken?

Wenn die Möltenorter Knochenbruchgilde feiert, dann gibt es nicht nur Grillwurst, Bier und Sekt, sondern auch Möwenschiß.
Habe ich gelesen.
Weiß einer, was das ist: Möwenschiß?
Vermutlich wäre auch eine Internet-Recherche nicht aussichtslos, aber verläßlichere Informationen kann man doch wohl von jener Elite erwarten, die von den Kiel-Blog-Lesern gebildet wird.

Fischgeschäft in Heikendorf

Es lohnt sich, auch von Kiel nach Heikendorf rauszufahren, und sei es nur, um in der Dorfstraße 12 vorbeizuschauen.
Denn dort befindet sich das Fischgeschäft Barbara Rönnaus.
In einer Anzeige behauptet sie zwar: „Qualität ist unsere Werbung“ und widerspricht sich damit, aber das kann ja schon mal vorkommen.
In diesem Geschäft ist wirklich Qualität Trumpf.
Das gilt für die ganzen Fische (Forellen, Lachse …), die man dort erstehen kann, ebenso wie für die Salate.
Das beste aber ist der Matjes dort.
Dieser ist tatsächlich um Klassen besser als der, den man anderswo so bekommt.

Also wirklich, selbst wenn ihr in der Wik wohnt: Der Weg lohnt sich.

Die Polizeistation Heikendorf informiert

Und sie macht das großartig.
Es handelt sich bei Mitteilungen der Polizei um eine selbständige Art von Prosa, die am ehesten noch an die staubtrockenen Isländersagas erinnert.
Doch die polizeilichen Mitteilungen sind Kurzprosa, in höchstem Maße verdichtet, oft formvollendet.
Und es ist meisterhaft, wie die Autoren es verstehen, die chronikartige Berichtweise nicht teilnahmslos erscheinen zu lassen.
Zumindest in Heikendorf.
Ich zitiere aus dem Bericht der Polizeistation Heikendorf, die im aktuellen Heikendorfer Anzeiger abgedruckt ist:

„Herrliches Wetter, Deutschland ist WM-Dritter, der Bürger könnte zufrieden sein.“
Ein tarnkappenartiges Netz feinster Ironie, wie in den filmischen Meisterwerken William Lustigs.
Weiter:
„Leider ist es nicht so. Die Hitze steigt vielen Leuten zu Kopf. Das müssen wir in letzter Zeit häufiger feststellen.“
Ende der Exposition. Nu aber:
„So kam es am Strand in Möltenort zu einer massiven Auseinandersetzung mit einer 41-jährigen Mutter aus Kiel. Volltrunken hielt sie sich in Begleitung von 8 Kindernam Strand auf und bepöbelte die Strandbesucher auf das Übelste. Ihren Wodka teilte sie sich mit den Kindern. So kam es, daß ein elfjähriges Mädchen auf einen Alkoholwert von 0,8 Promille kam.
Letztendlich mußten wir gegen die Mutter Pfefferspray einsetzen und sie mit Handfesseln fixieren. Daß wir bei der Aktion getreten und bespuckt wurden, sei nur am Rande bemerkt.
Die Frau erwartet nun ein Strafverfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz.“
Man beachte, nur am Rande bemerkt, die Rangfolge.
„Eine Aufräumaktion der etwas anderen Art startete eine Heikendorferin im Büro ihres Mannes.
Nach einem Streit warf die betrunkene Frau sämtliche IT-Geräte aus dem 1. Stock in den Garten. Nachdem sie dann auch noch einen Großteil seiner Geschäftsunterlagen geschreddert hatte, endete die Nacht für sie im Polizeigewahrsam Kiel.
Die Urlaubsreise der Eltern nutzte ein 17-jähriger aus, der mit dem Mercedes Geländewagen seines Stiefvaters eine Spritztour nach Schönkirchen startete. Mit wesentlich überhöhter Geschwindigkeit verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug und stieß seitlich gegen einen hohen Bordstein. Dabei wurden die Seiten- und Kopfairbags ausgelöst.
Durch die Explosion der Airbags verlor er komplett die Kontrolle über das Fahrzeug und fuhr gegen einen Straßenbaum. Der Junge und sein Mitfahrer blieben unverletzt. Am Fahrzeug entstand erheblicher Sachschaden. Der Junge stand unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen.
Die in Spanien informierten Eltern waren schwer begeistert …“

Die Eltern waren gerade in Spanien,
der Filius ist 17 Jahre alt,
das Auto ist ein Geländewagen der Marke Mercedes.

Auf wieviele Heikendorfer Familien werden diese Informationen wohl zutreffen?
Wahrscheinlich nur auf eine.
Aber solange man keinen Namen nennt, ist ja alles in Ordnung, und die Diskretion bleibt gewahrt.

Betreffender Polizeiliterat, Sie sind sehr pflichtbewußt.

Und weggetreten!

Abitur in Heikendorf

Die Heinrich-Heine Schule Heikendorf informiert im Heikendorfer Anzeiger die Öffentlichkeit wie folgt:
„In diesem Jahr beendeten 59 Abiturientinnen und Abiturienten erfolgreich ihre Schullaufbahn mit dem Bestehen des Abiturs. Dass ein Viertel des Jahrgangs mit einer sehr guten Gesamtleistung die Schule verließ, war im Vergleich mit den Vorjahren außergewöhnlich und natürlich auch besonders erfreulich.“

Heinrich Heine selbst hätte es nur um Nuancen besser sagen können.
Und der Freude über die Zensureninflation will ich mich natürlich uneingeschränkt anschließen.
Aber weswegen ich das überhaupt thematisiere:
Es werden im Anschluß an die zitierten Worte die Namen der maturierten Schüler genannt.
Und die schönsten sollen hier präsentiert werden.
Wer glaubt, es solle hier gespottet werden, der liegt falsch.
Hoffentlich teilen einige Leser meine Freude an schönen Namen.
Also, folgende Personen brieten im Jahre 2006 in Heikendorf ihr Abitur:

Daniel Guerrero einerseits,
andererseits aber auch Yannick Benjamin Oberst und Erik Haß.
No pasaran, Daniel.

Und die Mädels:

Jana Neele Malin Bäumer
Christine Mercedes Blad
Melanie Malaika Plager
und ganz besonders Naira Elin Hundt.

Auch ich gratuliere sehr herzlich.

Notizen aus der Provinz

Nachdem ich mich andernorts bereits ausführlich Laboe gewidmet habe, soll es jetzt in einigen Beiträgen um Heikendorf gehen.
Denn das ist ja auch schön an Kiel:
Man hat die Provinz direkt vor der Haustür, und die ist, na vielleicht nicht gerade eine andere Welt, aber eine andere Hausnummer schon.
Nun nehmen wir doch einfach mal den aktuellen Heikendorfer Anzeiger zur Hand.
Da wird erstmal den neuen Gildekönigen gratuliert. Offenbar hat dieses Örtchen mit, wenn ich mich richtig erinnere, um die 8000 Einwohnern gleich drei Gilden:

– die Altheikendorfer Knochenbruchgilde
– die Neuheikendorfer Knochenbruchgilde
– die Möltenorter Knochenbruchgilde

Klingt ebenso gleichgeschaltet wie sadistisch. Aber das ist vermutlich die spezielle Witzigkeit der Provinz.

Witzigkeit kennt keine Grenzen.
Witzigkeit kennt kein Pardon.

wie Hape Kerkeling sagte.

Interessant dabei ist, wer neuer König der Heikendorfer Knochenbruchgilde ist.
Das ist kein anderer als Arnold Jesko, der Noch-Bürgermeister der Gemeinde.
„Noch“ nicht etwa, weil er kein Chance hätte, wiedergewählt zu werden, sondern weil Heikendorf demnächst irgendwie von einer Gemeinde zu einem Amt mutiert, und ein Amt braucht eben keinen Bürgermeister.
Bleibt die Frage, wofür man den bislang brauchte.
Es ist tatsächlich die Frage, ob er je besseres zu tun hatte, als sich als Gildekönig mit einem Plakettenkettchen behängen und mit einem baumähnlichen Geflecht krönen zu lassen.
Auch ihm, wie gesagt, wird im Heikendorfer Anzeiger gratuliert.
Wer gratuliert denn da so?
Die Antwort auf diese Frage finden wir auf Seite 71:
„Redaktion: Bürgermeister Arnold Jesko, Heikendorf, Rathaus oder Vertreter im Amt“

So sieht es aus:
Der Bürgermeister gratuliert sich selbst.
Denn über der Gratulation steht nicht etwa „Mitteilungen der Gilden“ oder ähnliches, wie es sonst üblich ist.
Nein, es handelt sich tatsächlich um einen redaktionellen Beitrag.

„Wir gratulieren den neuen Gildekönigen“

„Wir“, das sind Jesko und sein rätselhafter Vertreter im Amt.
(Frauen täten sowas nicht.)
Und solche Leute haben nicht nur das aktive, sondern auch das passive Wahlrecht.

Teilerfolg gegen den Islamismus in Kiel

Natürlich habt Ihr es fast alle mitbekommen:
Am vergangenen Sonnabend wurde auf dem Kieler Hauptbahnhof der mutmaßliche Koblenzer Bombenleger festgenommen.
Oder besser gesagt: einer davon.
Und „mutmaßlich“ muß man ja wohl sagen, aber das duldet doch inzwischen keinen Zweifel mehr: der DNA-Abgleich war positiv.
Also, wer sagt denn da noch , daß man dem Terror hilflos ausgeliefert wäre?
Da kann schon was getan werden, und die Polizei tut es auf allen Ebenen und hat sich dabei am Wochende als höchst effektiv erwiesen.
Das ist das eine, was man gegen den Terror tun muß (und einer Veränderung in Richtung Polizeistaat bedarf es dafür nicht).
Das andere ist:
Man muß die Ursachen des Terrors analysieren, um ihm das Wasser abgraben zu können.
Natürlich, was bei so einer Analyse herauskäme, dürfte auch für Europa und die USA wenig schmeichelhaft sein, aber da muß man durch.
Aber es sollten schon ernsthafte Analysen sein. Nicht ernst nehmen dagegen kann man Menschen, die die legitime israelische Politik der Selbstverteidigung mit dem barbarischen Terror der Hisbollah gleichsetzen.
Aber der Antisemitismus … ach jeh, na ja, ich schweife ab.
Auch auf die Gefahr hin, als pathetisch zu gelten:
Ich wäre dafür, daß am Bahnhof eine Gedenktafel angebracht wird, die an diesen Erfolg im Kampf gegen den islamistischen Terror erinnert.
Da sagen zwar einige, es sei voreilig, hier von einem islamistischen Motiv zu sprechen.
Na, dann bin ich eben voreilig:
Welche andere Motivation eines Bombenlegers aus dem Libanon wäre denn wohl vorstellbar?
Ich lasse mich ja gern eines anderen belehren, aber der Fall scheint doch klar zu sein.

Meine Lieblings-Supermarkt-Angestellte

Ich weiß nicht, wie sie heißt, aber jedenfalls arbeitet sie in einem Markt in unmittelbarer ZOB-Nähe.
Die Angestellten dort haben es oft mit Obdachlosen zu tun und daher auch häufig mit Diebstahl.
Damit will ich natürlich nicht sagen, daß Obdachlose grundsätzlich kriminell seien.
Aber es ist doch nun einmal so, daß Not Diebe macht.
Also, nun war da gerade einer erwischt worden, der schon reichlich alkoholisiert war und entsprechend aggressiv.
Unsere Heldin dachte aber gar nicht daran, nach der Polizei zu rufen.
– –
Sondern: Sie redete auf das Übeltäterchen ein, und sie fand nicht nur die richtigen Worte, sondern auch den richtigen Ton:
Dieser Ton wirkte – wie schafft man das bloß – sowohl streng zurechtweisend als auch beschwichtigend.
Da konnte und kann ich nicht anders, als sie zu bewundern.
Denn der so Angesprochene trollte sich dann tatsächlich friedlich.
Da gibt es Akademiker, die jahrelang die Psychologie der Deeskalation studieren, oder wie sie das sonst nennen mögen, die dann aber in der Praxis keinen solchen Erfolg hätten.
Die Frau ist eben ein Naturtalent, wie es nur selten vorkommt.
Und das bei uns in Kiel.

Gaardener fahren nach Kiel

Gaardener und Ellerbeker sagen doch tatsächlich, wenn sie sich auf den Weg in die Innenstadt machen:
„Ich fahr nach Kiel!“
Ist das nicht süß?
Irgendwann waren Gaarden und Ellerbek wohl mal selbständige Gemeinden, aber das werden diejnigen, die sagen, sie würden nach Kiel fahren, ja nicht mehr miterlebt haben.
Aber es hat sich eben gehalten.
Außenstehende könnten jetzt denken, das wären alles Separatisten, so wie die Wattenscheider in Bochum. Aber das stimmt nicht.
Es ist halt nur so ein Schnack.

Vorschlag an die KVG

Leider bin auch ich manchmal auf die KVG angewiesen.
Und bisweilen bin ich dabei eben auch mit drei oder vier Taschen (Gesamtgewicht ca. 20 kg) unterwegs.
Da wäre es doch selbstmörderisch, mit diesen Taschen schon während der Fahrt – vor der Haltestelle – aufzustehen.
Man wäre schließlich, mit vollen Händen, bei einer Bremsung so ganz und gar hilflos.
Wartet man aber, bis der Wagen steht, dann braucht man eben ein paar Sekunden, bis man zur Tür kommt, je nachdem, wo man sitzt. Und dann ist die Tür eben möglicherweise schon wieder geschlossen und der Bus fährt weiter.
Außerdem gibt es ja auch Menschen, die auch wenn sie nicht schwer bepackt sind, langsam unteregs sind.
Das gilt natürlich vor allem für alte Menschen.
Da wird die KVG schon sehr viele verprellt haben.
Dabei fällt auf, daß sich alte Menschen oft wohlweislich nach vorn setzen.
Denn wenn sie dann an der Haltestelle aufstehen, (vorher können sie eben nicht, weil sie zu unsicher auf den Füßen sind), sieht der Busfahrer das und wartet.
Würden sie an der mittlerern oder hinteren Tür auszusteigen versuchen, würde es gefährlich.
Und es kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Steht man nicht bereits an der Tür, wenn der Wagen hält, und befindet man sich dabei an einer vielfrequentierten Haltestelle, dann kommt man nicht raus, weil man von rücksichtslos Reinschneienden umgenietet wird.
Wie ließen sich die genannten Probleme lösen?
Ganz einfach indem man es so einrichtet, daß die Türen erst, sagen wir mal, vier Sekunden nach dem Halten des Busses öffnen.
Das sollte doch technisch kein Problem sein.
Und es ginge nicht viel Zeit verloren.
In manchen Fällen würde dadurch sogar Zeit gewonnen, denn es fiele dadurch langes Hin und Her von Aus- und Einsteigenden weg („Erst austeigen lassen!“ – „Woher soll man denn wissen, daß da jetzt noch einer kommt!“ usw.)

Suche Lieder über Kiel

Biete Dank als Gegenleistung.
Diese Stadt ist doch wirklich nicht der kleinsten und unbedeutendsten eine.
Als ich aber neulich aus privatem Anlaß anfing, Lieder zu sammeln, in denen Kiel zumindest vorkommt, da war schnell das Ende der Fahnenstange erreicht.
Mike Krüger hat mal eins geschrieben und aufgenommen, das war Mitte der Achtziger.
Da heißt es:

„Ich steh da so an Tresen –
kommen zwei Typen rein.
Der eine nur einszwanzig groß,
der andre eher klein.
Zwei halbe, ruft der eine.
Da sagt der Wirt zum Linken:
Das seh ich, Jungs –
was wollt Ihr trinken.

(Refrain)
Denn so ist das hier in Deutschland, von München bis nach Kiel:
Wir trinken wenig, aber oft und dann viel.“

Noch eine Strophe gefällig?

„Kommt einer an die Theke.
Bestellt sich 40 Korn
und schnasselt die in einem weg
von hinten bis nach vorn.
Mensch, das ja doll, Mann, sagt der Wirt, komm her mit deinem Glas.
Er sagt: Willst Du mich jetzt betrunken machen, oder was?

(Refrain)
Denn so …“

Na, das ist doch schon mal was. Und es ist ja tatsächlich nicht unkomisch.
Und was gibt es sonst noch?

Was ganz Altes:

Schorschi, komm fahr mit mir im Automobil,
Kost ja nicht viel, kost ja nicht viel.
Schorschi, komm fahr mit mir im Automobil,
kost ja nicht viel nach Kiel.“

Das ist leider gar nicht komisch.
Und auch sonst nichts Gescheites.
Und was ist die Gemeinsamkeit der beiden zitierten Lieder?
Natürlich daß Kiel hier nur ein Notbehelf ist:
Es reimt sich halt auf „viel“.
Aber gibt es denn auch mehr oder weniger bekannte Lieder, in denen Kiel um seiner selbst willen vorkommt?
Ich nehme auch Lieder von lediglich regionaler Bedeutung.
Sagt mal was dazu.

Penalty am Ziegelteich

Dort am Ziegelteich befindet sich tatsächlich ein Geschäft, wenn man es so nennen will, das Penalty heißt.
Da werden Sportwetten angeboten.
Ist das ein Geschäft für Verlierer, die unbewußt partout Verlierer bleiben wollen?
Die Frage muß doch wohl gestellt werden.
Denn Penalty bedeutet eben Strafe.
Auch kurz für Penalty Kick: Strafstoß.
So hat man den Bezug zum Sport, der natürlich bei der Benennung eines solchen Geschäfts nicht fehlen darf.
Aber warum denn Strafe?
Ich glaube tatsächlich, aus genanntem Grunde.
Das ist ein Geschäft, daß sich an die Verzweifelten wendet, die ihre Verzweiflung vervollständigen wollen.
Menschen, denen eingebimst worden ist, sie seien alle kleine Sünderlein, und die daher, wenn sie schon sündigen (und das Wetten begreifen sie natürlich als solches), die Strafe in Form des Verlustes ihres Einsatzes gleich mitgeliefert bekommen wollen.
Der Mensch ist eben kein so ganz und gar rationales Wesen.