Archiv für den Monat: Juni 2006

Karasek redet wieder Unsinn

Der Generalintendant der Kieler Bühnen redete schon wieder Unsinn, und zwar in einem gestern veröffentlichten Interview der Kieler Nachrichten:
„Das Theater produziert Kunst in mögichst vielen Facetten. Für die Kunst braucht es verrückte und halbverrückte Menschen und gute Organisatoren. Und es ist ein wichtiges Stück Arbeit, alle diese Menschen in der Chemie so zusammen zu stellen, dass die Funken eine positive Regenbogenexplosion bewirken.“

Der Typ ist ja schlimmer als die Volquartz.

Streikende Ärzte in Kiel

Sie zogen gestern durch die Kieler Inenstadt:
über 200 streikende Ärzte aus unserem Bundesland. Und sie haben doch tausendmal recht.
Packt den Sozialneid ein und versenkt ihn in der Förde, da wo sie am tiefsten ist. Und macht Euch klar, daß die Situation der Ärzte wirklich prekär ist.
Wollt Ihr von Chirurgen operiert werden, die seit dreißig Stunden kein Auge zugetan haben?

Wo WM gucken?

Wenn nicht zuhause, was ja doch für die meisten die nächstliegende Option ist.
Aber die Stimung und auch das Bild sind doch besser, wenn man sich in die Öffentlichkeit begibt und das Ganze auf einer großen Leinwand verfolgt. Aber wo?
Das Holsteiner Zelt jedenfalls ist das Letzte!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Aber wirklich.
Mit der Stimmung da steht es nicht zum besten, zumindest solange nicht die Deutschen spielen.
Die Bedienung könnte kaum schlechter sein:
Man sitzt da und wartet darauf, bedient zu werden, während die Kellnerinnen sich lässig unterhalten.
Irgendwann darf man dann doch bestellen und stellt schließlich fest, daß der Salat ein geradezu ekelerregendes Dressing hat.
Im übrigen muß man immer gleich zahlen, weil man dort befüchtet, die Gäste könnten sich, die Zeche prellend, verdünnisieren.
Oder weil das Trinkgeld insgesamt höher ausfällt, wenn man pro Runde abrechnet?
Also, gemütlich ist das jedenfalls alles nicht.
Bleibt da lieber weg.
Und die anderen Optionen?
Cinemaxx ist wirklich fast perfekt!
Allerdings verspricht man dem Interessierten per Plakat kostenlosen Einlaß, und – der Haken findet sich im Kleingedruckten: Man muß nämlich für vier Euro einen Gutschein erwerben, den man dann im Kino gegen Fressalien einlösen kann.
Also erwirbt man da zum Beispiel einen Liter Apfelschorle, und schon ist der Gutschein aufgebraucht.
Aber ein besseres Fußballsehen als dort ist nicht möglich, und es ist ja auch nicht anders zu erwarten. Bestes, klarstes Bild auf großer Leinwand und immer freie Sicht. So soll es sein.
Nur eine schöne Kneipenatmosphäre mag sich dort nicht einstellen.
Die hat man natürlich im Irish Pub in der Bergstraße, und dort kann man wechseln zwischen deutschem Kommentar an einem Fernseher und englischem Kommentar plus Leinwand.
Auch die Bazille in der Holtenauer Straße hält sich was darauf zugute, daß sie die WM-Spiele auf einer Leinwand zeigt.
Es gibt da allerdings zwei nicht vollständig unerhebliche Probleme:
Erstens sind die Speisen dort durchaus nicht wohlschmeckend.
Na ja, immerhin gibt es dort das Beamish Stout, das viel besser ist als Guinness und Murphy´s, und außerdem kann man ja vorher was spachteln.
Das andere Problem schlägt schon mehr ins Kontor:
Der Raum ist einfach zu flach.
Nicht daß man da mit dem Kopf an die Decke stieße, nein, das nicht. Aber die Leinwand kann eben nicht so hoch angebracht werden, wie es zu wünschen wäre.
Wenn der Laden nun voll ist, ist beständig irgend ein Kopf im Bild – und wenn einer aufsteht, sieht man gar nichts mehr.

Besser ist es in jedem Fall, das Cafe do Sul, Ecke Beseler SAllee / Holtenauer Straße, aufzusuchen.
Das Cafe macht auf portugiesisch, wie der Name schon sagt, und selbstredend gibt es dort die üblichen minderwertigen portugiesischen Biere. Auch von den Sandwiches ist abzuraten.
Alles andere ist in Ordnung.
Das Bild ist gut, die Athmosphäre bei den Spielen ebenfalls, und die Sitzgelegenheiten sind so bequem, wie es ein langes Fußballspiel erfordert.

Aber wenigstens einmal sollte man tatsächlich ein Spiel im Cinemaxx gesehen haben.
Ihr glaubt ja nicht, WIE gut das Bild dort ist.

Biergasse auf Kieler Woche

Was war der schönste Ort der Kieler Woche?
Wie wäre es zum Beispiel mit der Biergasse?
Da war es meist nicht so hektisch, und dennoch gut besucht.
Und es gab dort auf der Holstenbrücke ja doch wenigstens an zwei Ständen etwas zu entdecken: Biere, die man sonst in dieser Stadt eben nicht käuflich erwerben kann.

Im übrigen war ich hin- und hergerissen zwischen Fußball-WM und Kieler Woche.
(Und arbeiten muß man ja schließlich auch noch.)
Aber das wird wohl vielen so gegangen sein.

KVG und Kieler Woche

Und mal wieder war es soweit.
Es war Kieler Woche, und die KVG weigerte sich nach Kräften, darauf zu reagieren.
Es ist ihr nicht in jedem Fall gelungen, die erhöhte Nachfrage vollständig zu ignorieren, aber doch erstaunlich oft.
Ein Beispiel:
Auf der Linie 100 (Laboe – ZOB), verkehren die Busse am Wochenende die meiste Zeit über im Halbstundentakt. In der Kieler Woche wurde daran nichts geändert.
Am Samstagnachmittag stand ich an der Haltestelle Rathaus Heikendorf und wartete auf den Bus nach Kiel. Fünf Minuten nach der angegebenen Zeit war der immer noch nicht in Sicht, und das ließ Schlimmes ahnen.
Aber nicht nur das ließ Schlimmes ahnen, sondern vor allem der Umstand, daß an dieser Haltestelle 38 (ja, ich habe sie gezählt: 38!) Menschen standen.
Dann kam der Bus endlich, und er war natürlich ohnehin schon so voll, daß einige der Leute draußen bleiben mußten.
Manche der weiteren Haltestellen wurden dann gar nicht mehr angefahren, obwohl sich auch dort die Leute tummelten.
Im Bus selbst wurden die Menschen gestapelt.
Der Busfahrer bat mehrfach, nach hinten durchzurücken, aber da war längst kein Platz mehr.

Ich fürchte, die KVG wird in ihrer Praxis fortfahren, bis es zum ersten Todesfall kommt.
Solange bei der Kieler Woche niemand in den Bussen zerquetscht wird, sieht man offenbar keinen Handlungsdbedarf.

Außerdem:
Man hat doch wohl ein Beförderungsrecht. Da darf die KVG die Leute wohl kaum an den Haltestellen stehen lassen.
Es handelt sich hier schließlich nicht um höhere Gewalt, sondern einfach nur um die erwartbare erhöhte Nachfrage, auf die man mit Zusatzbussen zu reagieren hätte.
Wie ist das rechtlich zu beurteilen?
Ist es nicht folgendermaßen?:
Wenn die KVG Pläne mit Fahrtzeiten aushängt, dann macht sie damit ein Angebot und verpflichtet sich, das Angebotene tatsächlich zur Verfügung zu stellen. Tut sie das nicht (und ist der Grund dafür, daß sie es unterläßt, nicht höhere Gewalt), dann handelt sie rechtswidrig.
Hat jemand die KVG deswegen verklagt?
Das würde mich dann doch sehr interessieren.

Die Volquartz glaubt, ihre Ziele weitestgehend erreicht zu haben

Unlängst präsentierte die Kieler Oberbürgermeisterin, welche ist die Volquartzsche von der CDU, die einem schwarzgrünen Bündnis vorsteht, eine Halbzeitbilanz ihrer Arbeit.
Die hiesige Presse unterläßt es, sie deshalb als Bilanzfälscherin zu bezeichnen.

Es war jedenfalls alles eitel Sonnenschein in den drei Jahren seit ihrem Amtsantritt, und nun ist Kiel eine blühende Stadt.

Das ist Euch gar nicht aufgefallen?

Mir auch nicht.

Aber die blühenden Landschaften im Osten unserer Republik existieren ja auch nur in den Kohlköpfen der Union.

Zurück zur Volquartz:
Das Wort Halbzeitbilanz läßt zwar hoffen, aber die Volquartzsche will das nur auf die Zeit bis zur nächsten Wahl bezogen wissen. Dann nämlich wird sie wieder kandidieren, wie sie bei Gelegenheit des Bilanzierens andeutete.
Hier zeigt sich, daß selbst eine so kümmerliche Macht wie die einer lokalen exekutiven Repräsentationsnudel zu Realitätsverlust führen kann:
Hat sie etwa vergessen, daß sie nur deshalb OB werden konnte, weil die SPD zur Zeit der letzten Kommunalwhl bundesweit auf dem Zahnfleisch kroch?
Bis zur Landtagswahl waren die Zustände wieder annähernd normal, und das Ergebnis war, daß alle Kieler Wahlkreise locker von den Sozialdemokraten gewonnen wurden.
Die Volquartz muß uns nun also vorkommen wie jemand, der nach einem Sechser im Lotto erwartet, in der nächsten Woche wieder einen zu landen.
Da ist es nicht verwunderlich, daß sie im Verlaufe ihrer Bilanzierung schon wieder wirres Zeug redete:
Die Kieler Nachrichten zitieren sie mit den Worten, sie habe „ihre Ziele weitestgehend erreicht“.
„Weitestgehend erreicht“ heißt: erreicht, indem sie so weit wie möglich ging, nämlich bis zu den Zielen.

Was die Volquartz hier also sagte, war:
Ich habe meine Ziele erreicht, indem ich bis zu meinen Zielen ging.
Wenn das nicht erhabene Philosophie ist, dann weiß sie eben nicht, was sie sagt.
Das große Foto, das die KN dazu präsentieren, deutet einen Lösungsvorschlag an: der Volquartzschen präventiv die Faust ins Gesicht drücken.
Auf dem Foto (von 2003) sieht man nämlich, wie sie den Mund besonders weit aufreißt.
Daneben steht Carstensen mit schlagbereit erhobener Faust, den Blick auf die Kauleiste der Parteifreundin fixiert.
Nun, ich weiß nicht, ob derlei in der Union üblich ist – ich jedenfalls distanziere mich davon. Selbst die Volquartzsche hat ein Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Wirtschaft regional im Zwielicht

Die Seite 18 der Kieler Nachrichten vom 13. März firmiert unter „Wirtschaft regional“.
Und da lesen wir dann sowas wie:
„Kieler Unternehmen saniert Altlasten auf natürliche Weise“
Es überrascht ja bei den KN nicht: Hier wird geworben, und zwar massiv.
Wie man hört und liest, ist bei Musikmagazinen folgendes üblich: Die Redaktion bringt einen wohlwollenden Artikel über eine Band, und im Gegenzug schaltet die Fima, bei der die Band unter Vertrag ist, eine Anzeige.

Wie ist das bei den Kieler Nachrichten?

Ein Artikel auf genannter Seite beschäftigt sich mit der hiesigen Firma Lüthje, die Pelletheizungen anbietet und, wie ihr Chef betont, keine Ölkheizungen mehr baut.
Auf dem zum Artikel gehörigen großen Foto lassen die KN ihn vor seinem Farbplakat posieren.
Er weist auf den Bereich des Plakats, wo es heißt:
„… oder wieder eine Ölheizung?“
Hinter diesen Worten ist ein arabisch gekleideter Mensch mit Sonnenbrille abgebildet.
Die Sonnenbrille steht – das teilt sich unbewußt oder bewußt jedem mit – für undurchsichtige Geschäfte.

Fazit: Die Kieler Nachrichten werben redaktionell für eine Firma, die versucht, ihren Umsatz zu erhöhen, indem sie im Stürmerstil Menschen auf Menschen hetzt.

Und ist es etwa nicht schon unsagbar jämmerlich, daß die KN ein Werbebild in ihre dem Anspruch nach neutrale Berichterstattung einbauen?

Überparteilich?
Unabhängig?

Otto Sander las auf der Krusenkoppel Ringelnatz

Und das tat er routiniert.
Aber er gehört zu jenen Schauspielern, deren Seele, wie und wo auch immer, schwerste Versehrungen erlitten hat, und die nun glauben, allein aus ihrem Leid alle menschenmögliche Weisheit schöpfen zu können.
Das ist schon reichlich penetrant.
Und was Ringelnatz betrifft:
Da fällt einem zur Zeit der WM doch gleich das passende Gedicht ein:
„Der Fußballwahn ist“
Aber weiter werde ich nicht zitieren.
Ich weiß nämlich gerade nicht, wie lange der Mensch schon nicht mehr unter uns weilt, und daher auch nicht, wie es bei ihm mit dem Urheberschutz aussieht.
Aber das Gedicht hat nur zwei Verse.
Gebt einfach das eben Zitierte mit Anführungszeichen vornweg in die Suchmaschine Eures Vertrauens ein, und Ihr werdet fündig werden.
Was aber das Gedicht selbst betrifft:
Ich distanziere mich davon.

Nun aber zu den verdammten Kieler Nachrichten:
Die schreiben, Sander wisse „den Witz, aber auch die Hellsichtigkeit der Ringelnatz-Lyrik vollständig auszuloten“.

Witz und Hellsichtigkeit als Gegensätze – die lernen es nie.
Und:
Ein Kunstwerk, das vollkommen auslotbar wäre, wäre keines.
Auch das wird man ihnen nicht erklären können.

Merkel-Roboter auf Kieler Woche

Die roboterartige Merkel eröffnete roboterhaft die Kieler Woche.
Nun kann man fragen:
Ist das noch unsere Kieler Woche?
Nein!
Wir sollten entschieden Abstand von dem Geschehen nehmen.
Man kann aber auch sagen:
Jetzt erst recht!

Die Volquartz hat sich übrigens zu den Simple Minds bekannt.
Es ist zwar nicht eben originell, aber richtig, anzumerken, daß das volquartzsche Bekenntnis paßt, weil sie selbst ein simple mind ist.

Extreme Kielerwoching

Ganz feddich bin ich. Und das schon Montagfrüh. – Ist es nicht furchtbar, was die Kieler Woche mit einem erwachsenen Mann und gestandenen Familienvater anrichten kann? Dabei ging ich’s diesmal so vorsichtig an…
Der erste vorsichtige Bummel beim Soundcheck mit nur wenig Bier (ich geb‘ nämlich gerade das Rauchen auf), auch zurückhaltend geholstenbummelt (obwohl sich da schon ein paar Genever in das Geschehen einmischten) dann gestern (Sonntag) ein ganz vernünftig beabsichtigter Abend. Meine Söhne hatte ich eingeladen, abends wollten wir gemeinsam das Illegal-Konzert auf der M.A.X.-Bühne anhören… Jetzt bin ich heiser, war meinen Kindern ein schlechtes Vorbild, und die Kollegen werden voller Häme mit Fingern auf mich zeigen, weil ich so versackt bin, dass ich im Büro schlafen musste.
Illegal war übrigens mal wieder klasse!
Mal gucken, was sich heute so tut…

Italien wird Weltmeister

Zugegeben, dieser Artikel beginnt nicht gerade kielspezifisch, aber er endet so.
Der Wettskandal in Italien nimmt Ausmaße an, von denen man in manchen Ländern nur alpträumen kann.
Da wird dann auch die Nationalmannschaft – denn manche ihrer Spieler gehören ja zu den Verdächtigten – darniederliegen, werden manche sagen.
Aber, wahrlich, ich sage Euch: Italien gehört zum Besten, was es bei dieser WM gibt.
Schon individuell.
Und spielorganisatorisch sind sie einsame Spitze.
Die heimischen Sorgen werden sie für die Dauer der WM vergessen können.
Daher nun also mein Tip: Italien wird Weltmeister.
Was aber, wenn NACH der WM einige Leistungsträger wegen Bestechlichkeit oder dergleichen verurteilt würden?
Würde dann etwa die FIFA entscheiden, daß solche Spieler auch für Weltturniere nicht in Frage kämen, und Italien rückwirkend den Titel absprechen?
(Im übrigen dürften nicht nur Italiener betroffen sein.)
Alles sehr unerquicklich.

Nun zu Kiel:
Habt Ihr überhaupt schon gehört, daß auch das Cinemaxx Spiele der WM bringt?
Das ist an sich zu begrüßen.
Denn man wird davon ausgehen können, daß es nirgends eine bessere Bildqualität geben wird.
Allerdings:
Wenn das so viel kostet wie eine Kinovorführung, ist es schon ein wenig happig, oder nicht?
Und wenn eine Fußballkarte weniger kostet als die übliche Kinokarte, dann werden einige halt so ein Kick-Ticket kaufen, dann aber den Film ihrer Wahl sehen.
Ähnlich halten es ja viele Kids mit den FSK-nicht-unter-18-Filmen. Sie lösen eine Karte für „Verliebt in eine Hexe“ oder dergleichen, um dann Splatter zu schauen.
An den einzelnen Sälen wird ja üblicherweise nicht kontrolliert.
Also, jedenfalls, wo auch immer, Fußball gucken als Gemeinschaftserlebnis ist schon deutlich interessanter als mit Chips und Bierchen im stillen Kämmerlein vor dem Kasten zu sitzen.

Jazz-Cafe macht es sich schwer

Zu Anfang muß ein Unternehmen investieren.
Das heißt für das Jazz-Cafe: Es müßte in seinen ersten Lebensmonaten, auf daß sie nicht auch die letzten seien, sehr bekannte Musiker nach Kiel holen.
Aber im Juni-Programm wieder kein Spur davon.
Na, vielleicht klappt´s ja dennoch.

Steiskal nervt mal wieder mit einem Brot des Monats

Ob man aus dem Auto steigt oder vor einer Plakatwand steht, ob man Bus fährt und die Anzeigen dort sieht – nirgends kommt man an der Werbung für die Großbäckerei Steiskal vorbei.
Selbst im Kino wird man damit behelligt.
Nun kann und sollte man sich fragen:
Hätte denn ein guter Bäcker dergleichen nötig?
Pflanzt sich die Anhängerschaft eines guten Bäckers etwa nicht durch Mundpropaganda fort?
Und geht die teure Werbung nicht zu Lasten der Qualität?
Seht Ihr, wenn man darüber nachdenkt, kommt man zu dem Ergebnis, daß Steiskal so gut nicht sein kann.
Kurios jedenfalls, daß man Kosten für Werbeflächen nicht scheut, solche für kompetente Gestaltung der Werbung aber durchaus.
Das zeigt sich erneut in der aktuellen Anzeige, in der mal wieder ein Brot des Monats beworben wird.
Da heißt es:

Buttermilchbrot

Für alle, die Butter-
Milch mögen und
nicht mögen!
Frisch, schmackhaft
und lecker zu jedem
Frühstück.
Macht schön.

Wer´s glaubt …
Ist es überhaupt noch legal, derart Haltloses zu verbreiten?
Und ist es geschickt?
Denn viele Menschen halten sich nun einmal für schön. Das gilt vor allem für Frauen; denn viele von ihnen sehen – ob nun erziehungsbedingt oder wie immer – ihren größten Wert in der Attraktivität.
Das hat zur Folge, daß sie sich nach Möglichkeit einreden, sie seien schön. Das gelingt ihnen deshalb, weil viele Männer bereit sind, sich fast jeder Frau mit erotischer Absicht zu nähern.
Und jeder Annäherungsversuch dient so mancher Frau zur Bestätigung des Vorurteils, daß sie schön sei.
So. Da nun enorm viele Menschen glauben, sie seien schön, ist mit der Aussage „Macht schön“ einfach keine Wirkung zu erzielen. Denn warum sollte man eine Eigenschaft anstreben, die man schon zu haben glaubt?!
Die anderen aber, die sich zu der Erkenntnis durchgerungen haben, daß sie nicht schön sind, sind einfach zu klug, um sich von so einer Aussage ins Bockshorn jagen zu lassen.

Was nun aber den Beginn des Textchens betrifft:

Für alle, die Butter-
Milch mögen und
nicht mögen!

Da ist das „Butter-Milch“ (richtig wäre natürlich „Buttermilch“) das wesentlich kleinere Übel.
Das größere ist, das man mal wieder nicht weiß, was man sagt.
Denn gemeint ist:
Für alle, die Buttermilch mögen und alle, die Buttermilch nicht mögen.
Gesagt wird aber, daß dieses Brot für jeden Menschen sei, der Buttermilch mag und nicht mag – dessen Prsönlichkeit also derart gespalten ist, daß er als X Buttermilch liebt und als Y verabscheut.
Ob es solche Menschen gibt?
Für die und nur für die ist dieses Brot.
Aber die Menschen mit gespaltener Persönlichkeit wissen ja gar nichts von ihrer Persönlichkeitsspaltung.
Daraus folgt, daß diese Werbung exakt nullkommaniemanden anspricht.

Kiel-Blog: Immer unterwegs im Dienste der Aufklärung.

Ist die Leitung der Kieler Bühnen noch bei Trost?

Das muß man sich und die wackere Öffenlichkeitsarbeiterin der Kieler Bühnen, die wunderbare Christine Schmücker, angesichts einer Anzeige der Kieler Bühnen, die ein Viertel der Seite 11 des Magazins la carte einnimmt, fragen.
Denn was ist dort zu sehen?
Ein Pulk von Menschen lächelt uns entgegen, sechs Menschen, deren gemeinsamer Wunsch folgender ist:
„Wir wollen ein Abo!“
Heterogen ist der Haufen, weil die Kieler Bühnen alle gesellschaftlichen Gruppen erreichen wollen (oder doch nur fast alle?).
Von links nach rechts:

– Ein Twenty- oder auch Thirty-Something, dessen Haar- und Barttracht sowie Lederbehostheit einerseits, andererseits aber vasarelyeskes T-Shirt ihn als Metal-Techno-Hybride erscheinen lassen.

– Eine junge Frau im Fußball-Dress, die so aussieht, als könne sie auch schon mal rustikal hinlangen – ideale Werbeträgerin für ein Finanz-Dienstleistungsunternehmen.
MLP heißt das Unternehmen, und die Hälfte des entsprechenden Schriftzugs ist deutlich auf dem Trikot der Amazone erkennbar.
Sollte man bei den Kieler Bühnen etwa der Auffassung sein, daß Schleichwerbung einer der Gemeinschaft verpflichteten Unternehmung ziemt?

– Eine ärmlich gekleidete Frau, deren Phänotyp den Rezipienten an Migrationshintergrund denken lassen soll.
Auf dem Arm hält sie

– ein ebenfalls ärmlich gekleidetes Mädchen.

– Hinter den beiden steht ein älterer Herr, der das klassische Bildungsbürgertum repräsentiert.
Mit der rechten Hand formt er hinter dem Kopf der ärmlich gekleideten Frau das Victory-Zeichen.
Seine linke hand liegt kumpelhaft auf der Schulter

– eines merkwürdigen Jünglings. Dieser trägt Springerstiefel und auch sonst neonazikompatible Lederkluft.
Seine Haartracht resp. Fast-Glatze ist von einer Schirmmütze verdeckt, offenbar, weil man lediglich andeuten, nicht aber klar machen will, wes Ungeistes Kind der Mensch ist.
Was sagt in deisem Zusammenhang aber die Gestik des Bildungsbürgers?
Die nächstliegende Version – und auf die kommt es ja im Falle von Werbung an – ist die:
„Wir werden der Überfremdung Herr werden. Ich vertraue dabei ganz dem jungen Mann neben mir und seinesgleichen.“

Die Kieler Bühnen vermitteln latenten Rassismus und treiben die Menschen per Schleichwerbung in die Schuldenfalle.

Gegen Studiengebühren

Studenten auf den Straßen gegen Studiengebühren, nicht zum letztenmal in der vergangenen Woche.
Die Polizei verhält sich bislang ruhig.
Das kann sich erfahrungsgemäß ändern.
Auf meinem Lieblingstransparent der vergangenen Woche stand:
Wer kriegt unsere Kinder?
Hübsch daran ist, daß man es sowohl für rebellisch, als auch für konsevativ halten kann.
Wenn auch jenes nur mit großer Mühe.

Karasek – Generalintendant und …

Daniel Karasek wurde unlängst zum Generalintendanten der Kieler Bühnen gewählt.
Nun sucht er einen neuen Intendanten oder eine neue Intendantin für das Opernhaus.
Dieser Mensch nun sollte eine – so zitieren die Kieler Nachrichten Karasek – „aktiv gestaltende“ Persönlichkeit sein.
Man nennt das Pleonasmus.
„Passiv gestaltend“ wäre eine Contradictio in adjecto: Es ist nicht möglich, etwas passiv zu gestalten.
Also ist „aktiv gestaltend“ eine sinnlose Dopplung, ein Pleonasmus eben.
Es ist zum Mäuse melken:
Der Hauptausschuß der Landeshauptstadt Kiel wählt einen neuen Generalintendanten, und der gibt sich sogleich als nicht eben helle zu erkennen.

Kieler Nachrichten werben massiv für die Union

Jawohl, für CDU und ggf. auch CSU!
Beispiel gefällig?
Die Ausgabe vom 31. Mai überschreibt ihre sechste Seite mit den Worten
Das politische Buch.
Das Wort „politisch“ erscheint dabei in blauen Lettern, und das weist schon deutlich nach rechts.
Und um welche Bücher geht es?
Eines handelt von der Bundesrepublik Deutschland als demokratischem Erfolgsmodell. Dazu bringen die Kieler Nachrichten ein Bild von Konrad Adenauer und korrelieren auf diese Weise politischen Erfolg mit der CDU.
Ein weiteres der vorgestellten Bücher beschäftigt sich mit Franz-Josef Strauß. Dazu erscheint eines von nur wenigen Fotos, das den Barbaren sympathisch wirken läßt.
Der letzte der drei großen Artikel auf dieser Seite stellt die Erinnerungen Rainer Barzels vor, und auch der ist besonders vorteilhaft abgebildet.
Bleiben noch drei kleine Artikel, von denen sich zwei mit CDU-Politikern beschäftigen.
Und offenbar eben nicht auseinandersetzen, denn in dem Fall wären sie den KN keine Empfehlung wert.
Nun wird der eine oder andere vielleicht fragen:
Was ist denn an alledem bemerkenswert?
Man weiß doch, wes Ungeistes Kind die KN-Redaktion ist.

Darauf ist zweierlei zu antworten:
1. Es gibt viele Menschen – und ich fürchte, ihre Zahl steigt -, die unkritisch genug sind, daran zu glauben, sie würden mit einem Exemplar dieser Zeitung neutrale Berichterstattung kaufen.
Da tut Aufkärung not.

2. Mindestens so weit rechts wie die KN stehen ja auch Bild, FAZ, Welt.
Aber die sind halt imstande, ein wenig geschickter vorzugehen.
KN-Redakteuere dagegen geben sich allen politisch denkenden Mneschen immer und immer wieder sofort als schwarzbraune taube Nüsse zu erkennen.
Das ist ein bemerkenswerter Unterschied.
Na ja, sie verdienen wohl nur ein Fünftel von dem, was ein FAZ-Redakteur einstreicht.
Bei solchen Konditionen bleiben für die KN nur die Journalisten übrig, denen halt nicht besonders viel durch den Kopf geht.
Und es versteht sich, daß dieses wenige kaum je gut ist.

Im Sonderheft der Kieler Nachrichten zur Kieler Woche schreibt Volquartz wirres Zeug

Das Sonderheft wird präsntiert von BMW, HSH Nordbank und mobilcom.
Den beiden letztgenannten schenken die KN daraufhin freundliche Artikel.
Soviel zur journalistischen Distanz.
Schlägt man übrigens das Sonderheft auf, dann grinst einem schon wieder die unvermeidliche Volquartz entgegen.
Diese unsere Oberbürgermeisterin hat gemeinsam mit dem Stadtpräsidenten Tschorn ein Grußwort verfaßt.
Nun wissen wir:
Schreiben kann sie auch nicht.

„Herzlich willkommen zur Kieler Woche 2006 – dem maritimen, sportlichen und kulturellen Aushängeschild unserer Stadt.“

Das zum Beispiel gibt sie von sich. Und ahnt nicht, daß es in diesem Sinne nicht möglich ist, zu einem Aushängeschild einzuladen.
Und weiß, wie auch wir, nicht, was man sich unter einem maritimen Aushängeschild vorzustellen hätte.
Was sondert sie außerdem ab?

„Endlich hat das Warten ein Ende.“

So etwas ließe keine ausgeschlafene Deutsch-Lehrerin einem Fünftkläßler durchgehen.

„Endlich hat das Warten ein Ende.“!!!
Das heißt: Das Ende ist endlich.
Das Ende hat ein Ende.
Wie ja alles ein Ende hat, auch die Amtszeit der Volquartz, die auch durch den Werbeauftritt Merkels bei der Kieler Woche nicht zu verlängern sein wird.
Zurück zum Text:

„Vielen Dank allen, die dieses wieder einmal im wahrsten Sinne des Wortes überwältigende Programm auf die Beine gestellt haben.“

WAHR kann man nicht steigern. Wer meint, man könne dazu einen Superlativ bilden, (WAHRSTER Sinn des Wortes), der nimmt es eben mit der Wahrheit nicht genau. Das wird bei der Volquartz niemanden wundern.
Von einem „wahren Sinne Wortes“ kann allerdings unter Umständen die Rede sein.
Aber unter welchen Umständen?

Umstand 1: Die Formulierung bezieht sich auf eine meist metaphorisch gebrauchte Wendung, in diesem Fall auf „überwältigendes Programm“.

Umstand 2: Die gebräuchliche Wendung wird hier eben nicht metaphorisch gebraucht, sondern in ihrem eigentlichen Sinne verstanden, im wahren Sinne des Wortes eben.
Und ist denn das hier der Fall?
Das hieße, daß das Programm die Besucher physisch überwältigte!
Mit roher Gewalt!
Wollte die Volquartz das tatsächlich sagen?
Nein, das wollte sie nicht.
Sie weiß nicht, was sie sagt.
Kann aber eine Großstadt, eine Landeshauptstadt zumal, sich eine Oberbürgermeisterin leisten, die wirres Zeug schreibt?

Die Kieler Woche – wollen wir sie reinlassen?

Das ist doch in der Tat die Frage.
Wie, wenn in dieser Publikation jemand das folgende schriebe:

„Die Kieler Woche: Das ist das unangenehmste Zweiundfünfzigstel des Jahres.
Man muß ja abends und nachts irgendwie an den pöbelnden, sich schlagenden, rülpsenden, kotzenden Mobpartikeln vorbei, wenn man zum Beispiel ins Kino oder wieder raus will.
Und dauernd wird man von Freunden bedrängt, man solle doch endlich mal mitkommen.
Das zerrt alles nicht unerheblich an den Nerven.
Wie auch der Umstand, daß weite Teile der Innenstadt erst zugebaut und dann verwüstet werden.
Und man hat ja nicht immer die Gelegenheit, exakt zur Kieler Woche die Flucht zu ergreifen und in Urlaub zu fahren.
Es ist nicht ohne weiteres verständlich, warum die Kieler Woche so beliebt ist und auch viele Menschen aus dem Rest der Republik und darüber hinaus anzieht.
Es muß wohl damit zu tun haben, daß Menschen eben doch Herdentiere sind und in der Masse aufgehen.
Das Programm der Kieler Woche kann jedenfalls nicht zur Erklärung beitragen. Das ist nun einmal immer nur mittelmäßig, und an sich können zum Beispiel Hamburger darüber nur müde lächeln. Dennoch kommen sie.
Abschließen möchte ich meine Anlmerkungen mit einer Überlegung, die sehr nahe liegt und dennoch die meisten überraschen wird:
Eine Kieler Woche – jetzt seht mal davon ab, was „Kieler Woche“ Euch bislang bedeutet hat, und konzentriert Euch nur darauf, was die Wortfolge aussagt —
So, ich setze erneut an:
Eine Kieler Woche ist nichts anderes als eine Woche in Kiel.
Daraus folgt, das für Kieler jede Woche eine Kieler Woche ist.
Daraus wiederum folgt, daß eine Veranstaltung, die sich Kieler Woche nennt, sich ausschließlich an Auswärige richtet.
Also überlassen wir doch denHamburgern, Neumünsteranern, Leipzigern, Frankfurtern, Wienern und Malmöern die Kieler Woche und gehen unserer Wege.“

Ist das etwa keine respekteble Auffassung?
Sie ist allerdings nicht die meine.
Gut an der Kieler Woche ist doch auch, daß man Malmöer kennenlernen kann, ohne nach Schweden fahren zu müssen.
Malmöer und Malmöerinnen.
So, nun aber noch zu etwas anderem:
Ist es nicht eigentlich die Segelveranstaltung, die im Zentrum der Kieler Woche steht oder zumindest deren Anlaß bildet?
Da sollte man doch annehmen, daß diese Wettbewerbe einen Gutteil der Aufmerksamkeit abbekommen.
Aber ist denn das der Fall?
Doch wohl kaum.
Ausgerechnet die Segler sind die Mauerblümchen der Kieler Woche.

Der bare Unsinn in Kielerleben

Aber interessiert das überhaupt?
Oder wird dieses Magazin ausschließlich als Veranstaltungskalender genutzt?
Mir anderen Worten: Fällt es irgend jemandem außer mir ein, Artikel dieser Zeitschrift zu lesen?
Wenn nicht, dann ist es doch hoffentlich ein willkommener Service, wennich einige Leseproben nehme und hier das schönste präsentiere.
Und schon kommt ein Beispiel:
Auf Seite 85 der Mai-Ausgabe weist man auf eine NDW-Party hin.
NDW, für den Fall, daß einigen von Euch diese Abkürzung nicht bekannt ist, bedeutet Neue Deutsche Welle.
Unter diesem Begriff wurden Anfang der achtziger Jahre Bands und einzelne Interpreten zusammengefaßt, die im deutsche Sprachraum zuhause waren, in den Traditionen von Punk / New Wave / Elektronischer Musik standen und die Härte und Sprödigkeit bzw. Pomadigkeit der deutschen Sprache offensiv einsetzten.
Nimmt man es genau, muß man zwischen zwei Wellen unterscheiden:
Zur ersten gehörten zum Beispiel Fehlfarben, Trio, Andreas Dorau.
Als diese künstlerisch ambitionierten Musiker auch kommerziell reüssiert hatten, kam die zweite Welle: Leute, die die eigentliche NDW nur oberflächlich nachahmten, etwa Nena, Peter Schilling, Fräulein Menke (oder wie schreibt man die?). Aber selbst einiges der zweiten Welle war charming, und eine wesentliche Gemeinsamkeit beider Wellen war, daß aus beiden immer wieder der garstige blöde, reaktionäre deutsche Schlager als Feindbild auftauchte.
Von der (den) Neuen Deutschen Welle(n) an Land gespült, verendete der deutsche Schlager.
Und eben darin liegt ein wesentliches bleibendes humanistisches Verdienst der NDW.
So, da nun alle annähernd hinreichend aufgeklärt sind, kann ich aus Kielerleben zitieren:

„Jürgen Marcus, Nena, Trio und andere prägten eine ganze Feier-Generation mit ihren deutschen Texten zum Mitsingen.“
Bzw. zum Weghören. Denn Jürgen Marcus – das war nun mal einer jener Köpfe aushöhlenden Schlagersänger, dem die NDW eine vernichtende Kulturkatastrophe war.

Wegen der Aussicht auf solche Funde lohnt es sich dann doch bisweilen, Kielerleben zu lesen.

Wie schön ist der Bahnhof jetzt?

Schmeichelt der umgebaute Bahnhof dem Auge?
Mit einigem Wohlwollen läßt sich sagen, daß die dem ZOB zugewandte Seite sich sehen lassen kann.
Die gegenüberliegende Seite, also den Abfahrtsbereich hat es am schlimmsten getroffen.
Die überdachten Gleise erscheinen mir wie Modelle in Originalgröße. Nun werden einige fragen, worin denn bitteschön rein äußerlich der Unterschied zwischen einem Modell in Originalgröße und der Sache selbst bestehen kann.
Der Unterschied ist ebensogroß wie der zwischen einem Menschen und der Wachsfigur, die die Abbildung dieses Menschen ist.

In Kürze in Kiel: Murmann School of Global Management

Und das ist eine öffentlich (auch von der EU) wie privat finanzierte Einrichtung.
Daß Volquartz sich begeistert zeigte, versteht sich.
An betreffendem Intitut wird nicht einfach nur Betriebswirtschaft oder Volkswirtschaft gelehrt werden, nein, man strebt an, dort die Industrie-Kapitäne der Zukunft zu züchten.
Wenn das aber aussichtsreich wäre, hätte man doch kein Spenden (der alte Murmann zahlte selbstlos 3,5 Millionen Euro , und nun trägt die Schule seinen Namen) oder öffentliche Mittel benötigt.
Bankkredite hätten ausgereicht.
Warum?
Ganz einfach:
Man könnte es ja für eine Zugangsvoraussetzung erklären, daß jeder Student später lebenslang 1% seines Einkommens an die Schule überweisen muß.
Wer würde denn das nicht unterschreiben?
1% ist doch ein Klacks, selbst wenn es sich auf den Brutto-Betrag bezieht.
Wenn da aber wirklich die Top-Manager von morgen ausgebildet würden, dann erhielte die Schule damit von jedem Absolventen durchschnittlich (nach heutigem Wert) ungefähr 600.000 Euro (aus 30 Jahren Top-Manager-Tätigkeit mit einem Jahressalär von 2 Millionen Euro. Das ist doch wirklich moderat gerechnet.)
Also, wie gesagt, der Erfolg wäre garantiert.
Daher würden die Banken bereitwillig Kredite gewähren, und man könnte auf das Betteln verzichten.
Nun ist es aber möglich, daß diese Schule überhaupt nicht für Studenten gedacht ist, sondern für Leute, die bereits Topmanager sind. Die hiesige Presse läßt beide Möglichkeiten zu, da sie mal wieder schlampig recherchiert und verständnislos berichtet.
Also: Wenn tatsächlich eher eine Schule für die Fortbildung von Führungskräften geplant ist, dann gilt das, was ich sagte, doch um so mehr. Ein wirklicher Topmanager würde sich doch wohl nur einen Monat mit sowas um die Ohren schlagen, wenn er sich etwas davon verspricht.
Und wenn das der Fall ist, dann wird er bzw. der Konzern, für den er tätig ist, bereit sein, tief in die Tasche zu greifen.
Daher hätten die Banken dem Projekt das Geld nachwerfen müssen.
Da das nicht geschehen ist, stehen die Zeichen auf Erfolglosigkeit.
Die EU hat sich, wie gesagt, dennoch an der Finanzierung des Unterfangens beteiligt.
Das ist bemerkenswert, denn den Initiatoren zufolge ist die Schule als Einrichtung für Spitzenkräfte aus aller Welt konzipiert.
Das bedeutet, daß die EU auch die Fortbildung der Konkurrenz finanziert.

Kunze in Traum GmbH

Heinz Rudolf Kunze las unlängst in der Traum GmbH aus seinem neuen Buch.
Ich weiß nicht, wer so dabei war, weil ich weiß, wer nicht dabei war:
ich.
Wer bin ich denn, daß ich dorthin pilgere, um mir Kunzes Untertanenvisage (von einem Arschgesicht soll hier besser nicht die Rede sein) ansehe?
Zugegeben, er hat die richtigen Vorbilder:
Lennon/McCartney, Ray Davies, Pete Townshend, Keith Richards, Randy Newman, Andy Partridge.
Aber das nützt natürlich nix, wenn man in Wort und Musik gänzlich talentfrei ist.
Und was dichtete der alte Kunze zum Beispiel in den Achtzigern?:

Ich habe Hitler gesehn.
Er schrie Shalom
und spielte Holocaust im Libanon.

Was für widerwärtige antisemitische Propaganda.
Der auf das Zitierte bezogene Refrain lautet:

Die kommen immer wieder.
Die sind alle noch da.
Die kommen alle immer schlimmer wieder.
Die sind ganz, ganz nah.

Einen Prozeß hat ihm dieser Text nicht eingebracht.
So etwas ist eben in diesem Lande normal.
Sonst nur dort, wo der Islamismus herrscht.

Kieler Nachrichten skurill

Gerade nahm ich die Kieler Nachrichten vom 26. Mai zur Hand.
Warum so spät? fragen die Menschen.
Nun, weil ich bislang versäumt hatte, reinzuschauen, und da dachte ich: Bevor ich sie wegwerfe, blättere ich sie doch mal kurz durch.
Und was mußte ich da auf Seite 14 lesen?
„Treffpunkt skuriller Schienenfahrzeuge“
Tja, das ist kein Flüchtigkeitsfehler, Damen und Herren, sondern vielmehr Ausdruck des Umstandes, daß diesen Redakteurchen die Sprache fremd ist.
SKURILL!
Nicht zu fassen!
Fehler werdet Ihr natürlich auch mitunter in meinen Artikeln in diesem Blog finden, vielleicht sogar in diesem.
Denn ich lese jeweils nach dem Schreiben nur einmal Korrektur. Das ist eine Zeitfrage.
Ich muß schließlich auch arbeiten. Aber solche Fehler wie erwähnten aus den Kieler Nachrichten werdet Ihr hier nicht finden.
Wenn doch, gebe ich einen aus.

Heikendorfer Dickopf

Im Hafen zu Heikendorf liegt ein Boot, das Dickopf heißt.
Das ist wahr.
Das ist ein gelungener Scherz.
Für diejenigen, die ihn nicht verstanden haben – macht doch nix, passiert doch jedem -, erkläre ich im folgenden diesen selbstbezüglichen Scherz:
„Dickkopf“ wird mit zwei k geschrieben.
Wie sollte es anders sein, denn es ist ein Kompositum aus „dick“ und „Kopf“.
Auf dem Boot aber steht der Name mit nur einem k.
Da ein Boot aber so gar keinen Kopf hat, dürfen wir annehmen, daß dieses Wort dem Selbstverständniß des Eigentümers entspricht.
Oder nicht?
Gleichviel, jedenfalls drückt sich hier Dickköpfigkeit nicht nur in dem Wort an sich aus, sondern auch darin, daß man sich in der Schreibung des Wortes weigert, sich gültiger Rechtschreibung zu beugen.
Und das ist der Scherz.
Ob er seitens des Bootseigentümers beabsichtigt ist, weiß ich nicht.

Todeskino in Kiel

In Kiel gibt es nicht nur das Cinemaxx, das Neue Studio, die Brücke, die Pumpe und die Traum GmbH – es gibt auch Todeskino.
Todeskino? fragen die Menschen, ist das ein Lichtspielhaus für Kriegsfilme?
Oder für Splatter Movies?
Oder ist es ein Kino, das ganz besondere Gimmicks wie in Leinwand-Extremsituationen ruckelnde Sitze anbietet, so daß sich die Zuschauer dem Helden und der Lebensgefahr , in der dieser sich befindet, noch näher fühlt? Derlei hat es ja in den fünfziger Jahren schon gegeben.
Aber nein, das trifft alles nicht zu.
Sondern:
Todeskino heißt mit Vornamen Peter und ist der Kieler Bürgermeister.
Wie, das ist doch die Volquartz! sagen nun meine Leser hoffentlich nicht.
Denn die hochnotpeinliche Volquartz (CDU) ist zu unser aller Leidwesen die Oberbürgermeisterin dieser Stadt.
Bürgermeister ist tatsächlich Peter Todeskino von den Grünen.
Warum aber sollte jemand Todeskino heißen?

Zu jener Zeit, als sich die Nachnamen bildeten, also im späten Mittelalter, war die Kinematographie doch noch Jahrhunderte entfernt.
Tja, man sollte mal nachdenken.
Wie wäre es zum Beispiel, wenn wir nicht die erste Silbe des Namens betonten, sondern die zweite?
Nicht TOdeskino,
sondern ToDESkino.
Das täten wir aus gutem Grunde:
Denn italienisch tedesco bedeutet Deutsch(er),
und die Endung -ino dient der Verkleinerung.
Tedescino bedeutet also Kleiner Deutscher, und daß sich die Schreibweise eines Namens im Verlaufe der Jahrhunderte ein wenig ändert, ist nicht ungewöhnlich.
So wurde aus tedescino Todeskino.
Nun stelle ich mir vor, daß Volquartz ihn normalerweise ToDESkino nennt, aber „Herr TOdeskino“ über die Flure des Rathauses schreit, wenn sie ihm zürnt.
Aber diese Vorstellung ist natürlich unrealistisch, weil eine solche Unterscheidung der Volquartz zu feinsinnig sein wird.
Außerdem fürchte ich, daß sie selten oder nie Grund hat, ihm zu zürnen.

Als Beleg dafür könnte ich vielleicht anführen, was man wohl nicht als Beleg anführen darf, weil E-Mails, wie man hört, beliebig manipulierbar sind.
Fahren wir also im Konjunktiv (Irrealis) fort:
Man stelle sich vor, ich hätte Bürgermeister Peter Todeskino eine Mail geschickt.
In dieser Mail hätte ich die Vermutung bezüglich seines Namens geäußert, die ich im wesentlichen in diesem Artikel wiedergegeben habe.
Außerdem hätte ich ihn auf das Kiel-Blog aufmerksam gemacht und um seine Einschätzung gebeten.
Er hätte geantwortet, ich hätte recht mit der Vermutung bezüglich seines Namens, und er hätte hinzugefügt, mein Name sei aber auch nicht ohne, und nach dessen Bedeutung gefragt.
Na, was soll der schon bedeuten?
Ich hätte ihm in einer weiteren Mail erwidert, meine Vorfahren müßten wohl mal in einem morschen Haus gewohnt haben.
Da er aber auf das Kiel-Blog noch nicht eingegangen wäre, hätte ich ihm erneut freundlich nahegelegt, sich zu dieser Publikation zu äußern und hätte dabei besonders darauf hingewiesen, wie in diesem Blog über Volquartz berichtet wird.

Darauf nun aber seinerseits eisiges Schweigen.

Seht Ihr?
Warum nur fällt mir in diesem Zusammenhang ein Satz aus der empfehlenswerten Zeitschrift Konkret ein:

„Was ist noch nicht schwarz an den Grünen?“

Dramaturg im Schauspielhaus redet Stuß

Diese Überschrift wäre aber wohl zu hart?
Gemach, liebe Leser, ich kann es ja beweisen.
Unlängst antwortete dieser Herr Paulsen auf die Frage eines Kieler Veranstaltungsmagazins („Wie würden Sie jemandem Kiel beschreiben, der noch nie hier war?“) so:
„Norddeutsch, klar, offen, manchmal zu Unrecht unterschätzt.“

Und nun wüßte jemand, der noch nie hier war, über Kiel bescheid?

Norddeutsch?
Daß Kiel in Norddeutschland liegt, dürfte auch denen bekannt sein, die noch nie hier waren.

Klar?
Die Bedeutung des Wortes in diesem Zusammenhang ist unklar.

Offen?
Die Bedeutung des Wortes in diesem Zusammenhang bleibt offen.

Manchmal zu Unrecht unterschätzt?
Das setzt voraus, daß man etwas auch zurecht unterschätzen könnte, und das ist offensichtlich nicht der Fall.
Ja Paulsen behauptet hier sogar implizit, daß Kiel bisweilen zurecht unterschätzt werde, da er es ja lediglich für MANCHMAL zu Unrecht unterschätzt hält.
Wenn Ihr den Mann jetzt geringschätzt, liebe Leser, so tut Ihr das zurecht, aber zollt ihm bitte dennoch den Respekt, der jedem Menschen gebührt.

Bücherflohmarkt Bordesholm

Muß alles raus!:
Am 6. Juni ist Bücherflohmarkt der Gemeindebücherei Bordesholm und zwar im resp. vor dem Huus an´n Markt in der Holstenstraße von 10 – 12 Uhr und nachmittags von 15 – 19 Uhr.
Also, wer billig an Bücher kommen will, der ist hier wahrscheinlich besser bedient als in Antiquariaten, wenn auch die Auswahl nicht ganz so groß sein dürfte.
Und alles, was man da ausgibt, ist für einen guten Zweck.
Oder habt Iht noch nichts vom großen Büchereiensterben in diesem Lande gehört?
Wir wollen doch hoffen, daß Kiel und Umgebung weitgehend davon verschont bleiben werden.

Goukassian und die Kraft der Eigendynamik

In der Mai-Ausgabe des Stadtmagazins Kielerleben versucht sich Herausgeber Kassian Alexander Goukassian mit einem Editorial.
Dieses überschreibt er mit den Worten „Die Kraft der Eigendynamik“.
Als wäre das Wort „Eigendynamik“ nicht schon übel genug (Gibt es auch Fremddynamik? Selbstredend nicht. Also enthält das Wort „Eigendynamik“ eine sinnlose Dopplung.)
Welchem Oberbegriff läßt sich der Begriff „Dyanmik“ zuordnen?
Dem Begriff „Kraft“.
Daher wäre die Kraft der Dynamik die Kraft einer Kraft.
Und das ist offensichtlich Unsinn.
Das „Eigen“ vor „dynamik“ aber ist der Unsinn des Unsinns.
Nun kam mir in den Sinn, der Mann könne ein großer Künstler sein: einer, der das Absurde Theater ins Editorial transponiert.
Und deutet nicht schon der Name Kassian Alexander Goukassian auf Genie?
So fragt man sich nüchtern und wird erst durch den Genuß eines Sechserpacks Jever eines besseren belehrt.
Versucht man nun, den Namen Kassian Alexander Goukassian auszusprechen, wird daraus Catch-as-catch-can oder Ähnliches, und so wird tatsächlich ein Schuh draus.
Seht Euch mal das Gesicht an. Ein Bild davon ist dem Editorial beigefügt.
Sagt der Gesichtsausdruck etwa nicht:
„Ich gucke zwar jetzt mal recht freundlich drein, aber ich kann auch anders“?
Na gut, das ist vielleicht in bißchen daneben.
Jedenfalls bringt es diesen Artikel nicht weiter.
Also anders: Wenn man dieses Gesicht sieht, nimmt man an, es handle sich bei dazugehörigem Herrn um einen Türsteher oder Preisringer.
Um einen, der (ist die folgende Wendung noch geläufig?) vor Kraft kaum gehen kann.
Mithin wendet sich Kraft gegen Kraft.
Und eben darin besteht die Kraft der Eigendynamik.