Archiv für den Monat: Mai 2006

Good Night, and Good Luck in der Traum GmbH

Es ist schon lange her, daß ich den Film in Hamburg gesehen habe. Vor einiger Zeit ist er auch nach Kiel gekommen.
Schon klar, daß es da immer Probleme mit Verleihern bzw. der Zahl der Kopien gibt.
Aber so eine Verzögerung läßt Kiel noch provinzieller wirken, als es ist.
Schließlich ist das ein besonders vieldiskutierter Film, dem politische Kommentatoren wie Feuilletonisten „politische Sprengkraft“ attestieren.
Und Kiel hinkt hinterher. Wird er hier noch diskutiert, ist in Hamburg, Frankfurt, München längst nicht mehr die Rede davon.
Man fühlt sich zurückversetzt in die Zeiten, in denen Meldungen Tage, Wochen, Monate brauchten, um überall anzukommen.
Sicher, dies ist keine Nachricht, sondern ein Film, dennoch wirkt es altertümlich, daß sich die Kieler so lange gedulden mußten.
Schließlich sind sie bereits vor Monaten, zum Bundesstart eben, von den überregionalen Medien darauf aufmerksam gemacht worden.
Man stelle sich mal vor, Deutschland erreicht das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft …
Wie?
Das sei doch gar nicht möglich?
So wendet Ihr in der Sache zurecht ein, aber stellt es Euch doch nur mal vor.
Soviel Phantasie muß sein.
Und stellt Euch nun weiterhin vor, daß man zwar auch in Kiel über das Spielergebnis orientiert ist (wie ja, wer wollte, auch vorher wissen konnte, worum es in dem Film geht) – aber das Spiel selbst bekommt man nicht live zu sehen, sondern erst Monate später.

So, nun aber zum Film selbst:
George Clooney, der auch eine wesentliche Rolle übernahm, führte Regie.
So sagt man.
Kann er das?
Es gibt recht viele von der Sorte:
Schauspieler, die „ins Regiefach wechseln“.
Obwohl es nichts Schwierigeres gibt als den Beruf des Filmregisseurs: Denn es ist doch offensichtlich, daß man als solcher Poet, bildender Künstler, Psychologe, Organisator, Stratege und Diplomat in einem sein muß.
Wie kommt es, daß das Ergebnis dennoch nicht stümperhaft wirkt, wenn so ein Clooney „Regie führt“?
Die Antwort darauf lieferte einst der Horrorfilm-Regisseur Tony Randall, als er sagte (sinngemäß):
Man braucht keinen Regisseur, um einen Film zu drehen.
Es ist ja genügend Knowhow am Set: Assitant Director, Director of Photography, Beleuchter usw.
Der Regisseur ist aber unter Umständen derjenige, der den Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem guten Film ausmacht.

Der Mann hat recht.
Und natürlich ist auch Good Night, and Good Luck nicht gut:
ein Film über die Hatz auf angebliche Kommunisten in der McCarthy-Ära (Anfang der fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts) und die medialen Wirkungen und Reaktionen, der ungeheuer behutsam, verhalten und – aufgrund des Umstands, daß das Ganze in Schwarzweiß gedreht wurde – edel und authentisch wirken will.
Daß das eigentliche Thema die politisch-mediale Situation in den heutigen USA ist, versteht sich.
Und natürlich hat Clooney mit seiner wohlfeilen Kritik an den Verhältnissen recht.
Aber wie sich hier einer als wackerer Außenseiter inszeniert, das ist schon mächtig aufdringlich.
Es sollte doch sein, daß Kritik an den US-Verhältnissen im Hollywood-Kino keine Ausnahme ist.
Auch Steven Spielbergs Film Krieg der Welten beschreibt die Lage.
Aber eben abstrakt.
Good Night, and Good Luck ist ein leicht faßlicher Film für die ganz Dummen.

Skater jagen Afrikaner

Diesen Eindruck erhält man, wenn man die Kieler Nachrichten vom 18. Mai aufschlägt.
Dort sieht man eine Meute von Skatern, die sich, offenbar mit hoher Geschwindigkeit, der Kamera, also uns entgegen bewegen.
Darunter steht in größten Lettern:
„WM-Gäste nich überall in Deutschland sicher?“
Man muß nun annehmen, es handle sich um einen Biathlon der besonderen Art:
Skaten + „Fidschis klatschen“, wie stolze Deutsche, die nichts als Verachtung verdienen, zu sagen pflegen.
Zugegeben, der Eindruck war seitens der KN nicht intendiert. Man hätte ihn sogar vermieden, wenn man dort auch nur einen basalen Sinn für Wirkungen hätte.
Also, um das Ganze kurz aufzuklären:
Die Schlagzeile bezieht sich auf dankenswerte Worte des ehemaligen Regierungssprechers Heye; das Bild, das die Skater zeigt, bezieht sich auf einen Event in Kiel, der nicht nennenswert ist, weshalb hier von ihm auch nicht die Rede sein soll.

Ein Drittel Gottfrieds von Straßburg in der Stadtbücherei (ja, Gottfrieds von Straßburg, nicht Gottfried von Straßburgs; so ist das bei mittelalterlichen Namen)

Die einzig wahre deutsche Klassik ist die mittelhochdeutsche.
Es sollte die Welt immer noch und immer wieder in Staunen setzen, wieviel Großartiges in den Jahrzehnten um 1200 unter schwierigsten Bedingungen entstand.
Das nicht zu Unrecht berühmteste Werk jener Periode ist der höfische Roman Parzival des riesigen Genies Wolfram von Eschenbach.
Wer aber dies aus der Stadtbücherei Kiel entleihen will, wird ein wenig enttäuscht.
Man hat dort nur eine Studienausgabe.
Ich habe nicht nachgezählt, wieviele Ausgaben und Exemplare von Goethes Faust in der Bücherei schimmeln, aber es dürften so einige sein.
So wäre es für eine große Bibliothek selbstverständlich, sowohl eine Studienausgabe, als auch die Reclam-Ausgabe des Parzival anzubieten.

Wir wenden uns dem zweitberühmtesten Werk der mittelhochdeutschen Klassik, dem Tristan Gottfrieds von Straßburg zu.
Da sieht es noch schlechter aus.
Denn da steht zwar ein Band der dreibändigen Reclam-Ausgabe im Regal, mehr ist aber auch tatsächlich nicht im Bestand.
Und ein Band ist schlechter als keiner, denn er macht dem Leser Appetit – die Hauptspeise aber bleibt aus.
Mag ja sein, daß die übrigen Bände einem Leser abhanden gekommen sind. Dann sollte man aber den ersten Band auch aus dem Bestand entfernen.
Und schleunig (man muß ja nicht immer den Superlativ verwenden) für Ersatz sorgen.
Derlei geschieht in dieser Bücherei nicht.

Gildefest Schönkirchen

Die Alte Gilde Schönkirchen beging vom 25. bis 29. Mai ihr 446. Gildefest.
„Alle Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie Freunde der Alten Gilde sind herzlich eingeladen“, ließ die Gilde dazu verlauten.
Erstaunlich, daß die Gilde auch Freunde hat, die keine Deutschen sind.
Noch interessanter, daß Nichtdeutsche, die mit der Gilde nicht in irgendeiner Weise befreundet sind, aber doch Interesse an der Veranstaltung haben, offenbar nicht willkommen sind.
Wie nahe steht die Gilde der NPD?

Wozu nun aber wurde eingeladen?:

„Freitag, 26. Mai 2006
18.00 Uhr Antreten am Dorfteich zum Fahnenhissen …“

Eingeladen zum Antreten.
Oder doch zum dabei Zuschauen.
Die Schlüsselwörter des Programms sind Antreten, Abmarsch, Gottesdienst.
Das zeigt in der Tat, wes Ungeistes Kind diese Typen sind.

Beware of Islamists

So etwas ist keine Seltenheit:
Am 31.5. um 20.00 Uhr lädt die deutsch-arabische Gesellschaft zu einem Vortrag über „die israelische Siedlungspolitik in Palästina“ in die Pumpe.
Wie taub muß man sein, um hier nicht die Alarmglocken schrillen zu hören?
Hinter dem, was sich so informativ gibt, verbirgt sich üblicherweise massive antizionistische Propaganda. Und nach Jahrzehnten jüdischer Besiedlung ist die Unterscheidung zwischen Antizionismus und Antisemitismus obsolet:
Jede Form des Antizionismus ist heute auch antisemitisch.

Das Ganze findet, wie bereits erwähnt, in der Pumpe statt.
Und trifft es etwa nicht zu, daß die Pumpe gemeinützig ist / sein sollte?
Dennoch hat man keine Bedenken, einer solchen Gesellschaft Raum für eine Veranstaltung mit alarmierendem Titel zu geben.
Ist das einfach nur Achtlosigkeit, oder zeigt sich darin der unausrottbare deutsche Antisemitismus?

Böse Mädchen

So heißt ein Theaterstück, das die Theater-AG Wellingdorf am 31. Mai um 19.00 Uhr auf die Bühne bringt.
Und da dieses Blog solche Initiativen stets begrüßt, weise ich gern darauf hin.
Gute Mädchen kommen in den Himmel, böse aus Wellingdorf und überallhin.

Gymnasium Wellingdorf: Schönberger Straße 67

Finanzamt Kiel-Süd: Gnadenlos

Gnade erwarte ich auch nicht, aber hat das Finanzamt in dieser Frage wirklich das Recht auf seiner Seite?

Von Anfang an:

Ich bin Freiberufler, und als solcher stelle ich nicht nur Entgelte für meine Leistungen in Rechnung, sondern auch die Umsatzsteuer, die derzeit noch bei 16% liegt.
Diese Umsatzsteuer muß ich jeweils bis zum 10. des Folgemonats an das Finanzamt weiterleiten.
Nun kann man natürlich fragen, was das Ganze überhaupt soll – schließlich erhält der Kunde, wenn er Unternehmer ist, den Umsatzsteuerbetrag am Jahresende zurück.
Jedenfalls sollte man sich mit der Abgabe der Umsatzsteuer an das Finanzamt Kiel-Süd nicht verspäten; sonst setzt es Gebühren, wie bei mir neulich:
25,00 € (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!) nimmt einem die Behörde dafür ab.
Gebühren sollten etwas sein, das jemandem gebührt (wie das Wort sagt) – davon kann aber in diesem Fall nicht die Rede sein.
Nun frage ich mich und Euch:
Wie kann Wucher ein Straftatbestand sein, wenn der Staat selbst Wucherer ist?

Döner-Diskothek in der Pumpe (desöfteren)

Klingt kraß, nicht wahr?
Sieht auch kraß aus, das Wort kraß mit ß, daß man ja sonst immer nur mit ss geschrieben sieht.
Aber uns im Kiel-Blog soll die Rechtschreibreform, die, wie Hermann Gremliza sagte, mit der des Sozialstaates gemein hat, daß in beiden Fällen Abschaffung gemeint ist, nicht kümmern.
Sagt mal, sind Euch solche Sätze eigentlich zu lang und daher unbequem zu lesen?
Ich kann auch kürzer.
Also:
Döner-Disco.
Nur für Türken?
Wohl kaum.
Eben auch für Deutsche türkischer Abstammung.
Und Deutsche deutscher Abstammung.
Und überhaupt alle.
Gibt es dort aber tatsächlich Döner?
Dagegen wäre zweierlei einzuwenden:
1. daß sie nicht schmecken
und
2. daß sie zu Boden ziehen und müde machen.
Und wer kann dann noch tanzen?

neu.de just love tour

Die machte am vergangenen Wochenende Halt in der Mausefalle.
Ihr wißt, es geht um diese verdammte Verkupplungssite, mit der ekligen Plakatwerbung, wo ein blasses Männlein und ein garstiges Weibchen, die sich offenbar gerade gefunden haben sollen, zombiehaft aus der Wäsche zu blicken sich selbstredend nicht entblöden.
Derlei macht doch jeden auch nur halbwegs sensiblen Menschen aggressiv.
Und nun das Ganze auch noch in der Mausefalle!
Wenn zwei so exzeptionelle Großübel ich verstöpseln, was werden sie dann zeugen?
Doch zweifelsohne einen GAU.

80er Jahre Party in der Traum GmbH

Die stieg am vergangenen Wochenende.
Man konnte sich auf eine gesunde oder doch schöne Mischung gefaßt machen: Leute, die in den 80er Jahren Teenager waren, werden sich vermengt haben mit Teenagern, die eben auf 80er-Jahre-Sounds stehen.
Welche eigentlich?
Welche Sounds?
Denn was gab es nicht alles in den 80ern?
Punk
Wave,
New Pchechedelia,
Idustrial
und und und.
Eine Dosis The Jesus and Mary Chain wäre auch nicht schlecht.
Zu befürchten ist aber bei solchen Events, daß mindestens dreimal Forever Young gepielt wird, und das ist natürlich fast „zum Hitlers gebären“, wie es eine Bekannte von mir mal formulierte. Erst als ich einwandte, Hitlers, das sei doch wohl ein wenig happig, korrigierte sie sich:
„Na gut, dann eben zum Schäubles gebären. Und säugen.“
Stimmt. Schlimm genug.
Seht Ihr, deshalb war ich nicht dort.

Rocknacht im Havanna

Langsam wird mir dieses Etablissement suspekt:
Am vergangenen Samstag ab 20.00 Uhr fand dort eine Rocknacht statt.
Da wurde dann zwar nicht die Nacht zum Tage gemacht, aber immerhin der Abend zur Nacht. Denn 20.00 Uhr, das ist zwar schon night, aber noch nicht Nacht.
Außerdem erwarte ich von einer Kaschemme, die Havanna heißt, Musik aus dem Buena Vista Social Club oder aber wesentlich Frischeres von der Isel, welche die letzte Bastion des Sozialismus auf unserer Erde ist.
Rock erwarte ich dort nicht, obwohl mir sonst nichts lieber ist.
Bin ich hier vielleicht mal ausnahmsweise repräsentativ?
Ich meine: Es ist eine Image-Katastrophe.
Man kann sich zwar Böll nennen oder wie immer, ohne daß der Besucher Bestimmtes erwartet, aber wenn man den Namen Havanna wählt, dann muß man veruchen, diesem gerecht zu werden.
Sonst bleiben die Besucher irgendwann aus.
Ich meine es ja ja nur gut.

Lord of War in der Brücke

Zum üblichen Niedrigpreis.
Einer der Filme des Jahres, die man sehen MUSS.
Die anderen sind
München,
Saw II
und
The Matador, dessen deutsche Synchronfassung den dummen Titel „Mord und Margarithas“ trägt.
Zurück zu Lord of War:
Der Film erzählt an die drei Jahrzehnte Weltgeschichte aus der Sicht eines Waffenhändlers.
Vielfach wurde das Werk als Satire aufgefaßt.
Doch es ist bemerkenswert, daß es gerade das nicht ist. Nichts wird verzerrt oder übertrieben, und die Mittel, derer sich der Film bedient – Pointierung, Verdichtung, Verfremdung -, sind nun einmal nicht spezifisch satirisch.
Es handelt sich hier um klassischen humanistischen Realismus.
(Wer hat an dieser Stelle bemerkt, daß sie sowohl auf den sozialistischen Realismus als auch auf die sozialistische Klassik im Sinne Peter Hacks` anspielt?)
Das Dialog-Niveau (Regisseur Andrew Niccol verfaßte auch das Drehbuch) ist exzeptionell hoch, Dramaturgie und Spannungsbogen sind perfekt, eine Reihe von Handlungssituationen unvergeßlich.
Vergänglich ist zwar die große Schönheit von des Protagonisten Gemahlin (dargestellt von Bridget Moynahan); über die Dekaden alterslos aber erscheint der von Nicolas Cage kaltschnäuzig/warmäugig gespielte Waffenhändler.
Wer also den Film vor zwei Monaten in den aktuellen Kinos verpaßt hat, der hat heute und nur heute um 22.45 Uhr noch Gelegenheit, ihn bewundern, kennen und lieben zu lernen.

Versteh’ einer die Frauen

oder:
Das Candlelight-Dinner
Ich muss ja zugeben, dass man es peinlich finden kann, in fast 30 Jahren nicht einmal an den Hochzeitstag gedacht zu haben. Naja, bis auf eine Ausnahme: Die Silberhochzeit. Denn die musste ja vorbereitet werden. Aber ansonsten hatte ich immer an so viele Dinge zu denken, dass für etwas Banales wie „Hochzeitstag“ kein Platz war.
„Du liebst mich nicht“, erhielt ich stets als Reaktion darauf, was allerdings sehr ungerecht war, da ich ja die Dinge, die mich den Hochzeitstag vergessen ließen, aus Liebe zu ihr machte.
Vielleicht nicht immer, aber doch ganz schön oft.
Möglicherweise ist ja auch deshalb der Hochzeitstag eine Art Rotes Tuch für mich: Ich weiche ihm aus, weil er stets von Vorwürfen begleitet wird. Ungerechte. Und ungerechtfertigte. Denn dass ich sie liebe, habe ich mindestens schon tausendmal gesagt. Und manchmal kann ich’s sie sogar spüren lassen. Sie ist dann immer ganz erfüllt von unserem Sex. Das jedoch wird momentan seltener. Es liegt wohl am Älterwerden. Frauen sind so.
Nur wir Männer, wir werden reifer und überlegender. In den Fünfzigern hat sich bei uns Männern proportional so viel Weisheit angesammelt wie Kochrezepte bei den Frauen. Deshalb trag’ ich ihr auch nichts nach, das Essen ist ja auch wirklich lecker.
Ein bisschen von dieser Weisheit wollte ich diesmal anwenden. Zum 28. Hochzeitstag. Seit 1986 liegt sie mir in den Ohren wegen eines Candlelight-Dinners. Ich fand das für unsere Verhältnisse immer ein wenig oversized. Was ist sowas schon gegen die Bratwurst im Holsteinstadion beispielsweise, oder so’n teurer saurer Schampanjer gegen ein sorgfältig gezapftes, kühles Helles. Aber diesmal sollte sie es kriegen. So quasi als Überraschung, und damit sie endlich Ruhe gibt. Außerdem hatte das eine recht praktische Komponente für mich, wollte aber auch gut geplant sein.
Schon einen Monat vor diesem besonderen Tag ging ich in den Yachtclub, der eine recht gute Restauration haben musste, wenn man die Preise der Speisenkarte so durch schaute. Ich reservierte einen kleinen Tisch direkt am großflächigen Terrassenfenster, aus dem man über die ganze Förde schauen konnte. Und richtiger Schampanjer sollte in einem Eiskübel auf dem Tisch stehen. Und Blumen. Am besten Butterblumen, die liebte sie so. Immer wenn wir mit dem Auto in der Natur unterwegs waren, machte sie mich auf die Butterblumenwiesen aufmerksam. Und da ich ein guter Zuhörer bin, wollte ich ihr auch diesen Wunsch erfüllen – selbst gegen den Widerstand des stirnrunzelnden Kellners. Es sollte ja schließlich „ihr“ Abend werden.
Mit der Taxizentrale sprach ich, um vielleicht einen besonderen Wagen für jenen Abend zu bekommen. Sie würde staunen. Und dann ließ ich mir von ihrem Friseur einen Gutschein aushändigen für Frisur, Fingernägelmachen, Peeling und sonstigen unsinnigen Kram.
Am Samstag, als es dann soweit war, konnte ich es kaum erwarten, bis sie mich mit dem Frühstück weckte. Und noch vor dem Zeitunglesen platzte ich heraus: „Schatz, heute habe ich eine Überraschung für dich. Unser heutiger Hochzeitstag soll ein unvergessliches Erlebnis werden. Wir gehen gleich in die Stadt, dir ein Kleid kaufen, und dann bekommst du heute abend dein Candlelight-Dinner!“
Ich war ziemlich stolz auf mich, dass ich sie noch dermaßen überraschen konnte. Nichtmal meine Sportberichte konnte ich richtig zuende lesen, da war sie schon mit dem Abwasch fertig und wollte „los“.
Im Kaufhaus dann fanden sich schöne Kleider. Ich musste sie zwar ein wenig bremsen, wegen der Kosten (man muss es beim Kauf eines Kleides für nur einen Abend ja nicht übertreiben), aber irgendwann hatten wir etwas festlich genuges gefunden. Dann brachte ich sie zum Frisör und gönnte mir während dieser Zeit einen Kinobesuch.
Es war schon ziemlich spät, als wir zu Hause eintrafen. In einer Stunde sollte das Auto kommen. Für meine Frau musste das purer Stress sein, ich selbst brauchte ja nur fünf Minuten. Aber frisiert war sie ja schon und geschminkt, da war also doch eine echte Chance da. Und tatsächlich: Zwei Minuten vor der Zeit kam sie aus dem Bad, voll angezogen und fertig gemacht. Sie wirkte zwar ein wenig älter in ihrem neuen Kleid, aber das war egal. Hauptsache glücklich!
Zu einem unverständlichen Bruch kam es danach. Erst schaute sie recht merkwürdig auf meine Stadionklamotten, die ich jedes Mal trug, wenn Holstein zu Hause spielte, und als die Jungs vor der Tür hupten (das Timing war klasse, denn ihr Taxi kam auch gerade) und ich ihr das Geld fürs Essen in die Hand drücken wollte, schien sie fast in Tränen ausbrechen zu wollen – jedenfalls zitterte ihre Unterlippe so. Und dann fing sie an zu schreien…
Alles also wie üblich, nur ein bisschen lauter. Und das, obwohl sie nun doch alles hatte.
Trotzdem ließ ich mir meinen Abend nicht versauen. Wir gewannen 4:1, und von den Jungs verstand auch keiner, was sie nur wieder hatte. Es ist uns Männern wohl nicht gegeben, die Frauen zu verstehen…

Sanierung der Margarinefabrik, oder wie sich Klink mal wieder selbst saniert

Die endgültige Sanierung der einstigen „Sorgen-Inmobilie“ geht zügig voran.
So, oder ähnlich, stehts im Kieler Staatsblatt „KN“.
Na endlich, mag der geneigte Leser dann denken, endlich passiert dort mal was.
Im Prinzip richtig, aber wer sich mit der Person des Friseurs und Immobilien-Spekulanten Wolf-Dieter Klink beschäftigt, fragt sich wieso und warum nicht früher? Und was ist eigentlich mit seinen anderen Immobilien?
Nicht nur, dass fast alle, in der „KN“ aufgeführten „Schäden“, der alten Seibel-Fabrik auf die Unfähigkeit und Spekulation des Herrn Klink zurückzuführen sind; schaue sich doch mal wer die anderen Objekte dieses Herrn an.
Zum Beispiel die Häuser in der Lauenburgerstr..
Wohnungen, in welchen Reparaturen ohne Zahl anstehen. Nicht funktionstüchtige Heizungen und Duschen sind dort noch das harmloseste.
Dort müssen z.B. Mieter, trotz korrekter Mietzahlungen, ständig mit Einbruchsversuchen, angeordnet durch die Hausverwaltung des genannten Herrn, rechnen.
Begründung z.B.: „Wir dachten hier wohnt niemand mehr!“
Aufgebohrte Türschlösser, total verwahrloste Wohnungen und horrende Mieten sind bei diesem Herrn an der Tagesordnung.
Dazu kommt die mehr als unfähige Hausverwaltung Klink, deren größtes Problem in der Freihaltung des Parkplatzes ihres Chefs, vor der Tür der Verwaltung in der Bahnhofstr./Zum Brook (gleich hinter der genannten alten Margarine-Fabrik), besteht.
So jedenfalls erging es mir, vor ca. 4 Jahren, als ich versuchte, mittels Gespräch, wenigstens meiner Dusche nach monatelanger Funktionsunfähigkeit wieder zum „Fluss“ zu verhelfen.
Beim vorherigen Einzug durfte ich tütenweise Rattenscheisse aus meiner zukünftigen Behausung entfernen. Eine total verwüstete Wohnung ohne Eingangstür, nur noch fragmentarisch vorhanden, ein Klo, bei welchem jeden Moment ein Absturz durch den durchgefaulten Boden gegeben war, und ein ebenso verdrecktes Treppenhaus waren da nur die harmlosen Nebensächlichkeiten.

Kaum auf dem, in keiner Weise gekennzeichneten, Parkplatz vor der Tür der „Verwaltung“ eingeparkt, kam ein Angestellter dieser „Hausverwaltung“ herausgestürmt und erklärte mir wort- und gestenreich, dass ich dort unter keinen Umständen jemals zu parken hätte, dieser Platz sei nur Herrn Klink vorbehalten!
Als ich erwiderte, dass dies nirgendwo erkenntlich sei, wurde mir erklärt dass das auch nicht notwendig sei, da Herrn Klink ja schließlich der gesamte Strassenzug gehöre.
Ein derartiges Engagement der Mitarbeiter hätte ich mir mal bei ihrer regulären Tätigkeit gewünscht.

Nach rund 12 Monaten in diesem Rattenloch hatte ich schlicht die Schnauze voll und bin ausgezogen.
Immerhin habe ich dadurch auch die andere Variante eines Vermieters kennenlernen dürfen.
€ 5,50 warm pro qm, in einem absolut gepflegten Haus in bester Lage Kiels!
(Hallo Herr Klink: Es geht auch anders!)
Wie mir von derzeitigen Bewohnern dieser Häuser mitgeteilt wurde hat sich an den Zuständen dort nicht wirklich etwas geändert!

Wie dem auch sei, was kann mensch von einem Barbier schon erwarten? Nicht umsonst wurden schon in grauer Vorzeit Barbiere als Scharlatane und Aufschneider aus den Städten gejagt!
Nein, damit meine ich nicht die, meist für einen Hungerlohn (z.B. in den Klink´schen Salons) ehrlich arbeitenden Handwerker!!

Nun würde mich nur noch interessieren wieviele €uronen diesem Herrn jetzt für diese, ach so tolle, Sanierung, aus dem Stadt- und Staatssäckel wieder in seinen Allerwertesten geschoben werden.

(Alp)traum Nordstaat.

(Alp)traum Nordstaat.

Mal ehrlich: Kennen Sie einen echten Schleswig-Holsteiner, der sich eine Fusion mit Hamburg, oder gar Niedersachsen vorstellen, oder etwa begrüßen würde?
Welcher Schleswig-Holsteiner möchte sich allen Ernstes aus und von Hamburgern regieren lassen? Schill, Kusch, Uldall, Beust, usw., wer möchte denn wirklich solche latenten Rechtsextremisten als Regierende in unserem schönen Land?
Nicht das ein Peter-Harry Carstensen und seine Gurkentruppe ein echtes Highlight wären, aber von zwei Übeln doch lieber das kleinere, bitte!

Glaubt denn wirklich irgendein Politiker dass ein, dann anstehender, Volksentscheid eine Mehrheit bekommen würde?
Und so werden nun wieder Millionen €uro für eine Luftnummer verpulvert.
Warum versuchen wir es denn nicht einfach andersherum?
Schleswig-Holstein tritt aus der BRD und der EU aus, vereinigt sich mit Grönland und wird zur steuerfreien Zone erklärt.
Wetten dass es uns dann besser ergehen würde?!
In diesem Sinne: „Up ewig ungedeelt“

Eurovision Song Contest oder

Eurovision Song Contest oder Rhythmische Sportgymnastik

Egal ob mensch die Musik der Finnen mag, auch egal ob mensch ihre Erscheinung erschreckend oder lächerlich findet; ein dreifach Hurra zu ihrem Sieg bei dem Eurovision Song Contest 2006.

Kaum etwas anderes hätte diese lächerliche Veranstaltung besser entlarven können.
Abgesehen von einer drittklassigen Country (?)- Truppe, welche es ohne den Bekanntheits-Bonus des TV-Profi Dittrich nicht mal in den Vorentscheid geschafft hätte, sah die Sendung doch mehr nach rhythmischer Sportgymnastik mit schlechten Gesangseinlagen aus.

Und wer wollte denn tatsächlich einen Dolly Buster, pardon, Parton-Verschnitt, alias Jane Comerford (hoffentlich bald Immerfort), in rosa Puffärmelchen sehen?

Und dann das Gejammer über die Punkteverteilung. Von wegen, da hätten sich die Ostblock(?)-Länder gegenseitig die Punkte zugeschoben.
Der überwältigende Sieg der Finnen beweist doch das Gegenteil.
Lediglich aus Armenien und Monaco gab es keine Punkte für sie. 10 Punkte aus Ungarn und Litauen, oder sogar 12 aus Polen, Griechenland usw. sprechen eindeutig für sich.

Fazit: 1. es gibt einen gesamteuropäischen Humor!
2. es gibt auch schon „echte“ Europäer, nämlich unsere Jugend
3. die TV-Anstalten sollten sich doch mal an den echten Zuschauern orientieren. Musiksendungen für Kalkleisten gibt es schließlich zuhauf

In der Pumpe ist Musike (andersartige)

Das wird am Freitag, dem 19.5. mal wieder so weit sein, und zwar ab 20.00Uhr.
In der Bar.
„Andersartige Musik von A bis Z“, so wird es dann heißen.
Gerade dachte ich darüber nach, und ich will nicht säumen noch zagen, Euch das Resultat meiner Reflexionen in leicht faßlicher Form zu präsentieren:
Das Eigene und das Andere sind Gegensätze.
Also sind „eigenartig“ und „andersartig“ Gegensätze.
Also ist andersartige Musik solche, die nicht eigenartig ist.
Nein, so widerspreche ich mir auf das schärfste, das Eigene muß ja nicht das aus der Sicht des Sprechenden Eigene sein.
So ist das Eigenartige eben von eigener Art (wessen auch immer), also nicht nachgeahmt.
Eben deshalb müssen „eigenartig“ und „andersartig“ keine Gegensätze sein.
Aber es bleibt doch die Frage:
Wenn diese Musik andersartig ist, was ist dann im Gegensatz dazu genauso?
Genauso wie was?
Müßte das nicht näher bestimmt werden?
Ja, das müßte es.
Oder bedeutet „andersartig“ einfach:
„Alles, was nicht in den Charts ist“?
Reicht denn das zur Abgrenzung?
Das war vielleicht in den 70ern und 80ern so, heute aber doch wohl kaum mehr.
Denn damals waren ca. 80 % der Tonträger, die verkauft wurde, solche mit Charts-Musik.
Heute dagegen haben die Top 100 doch gerade mal einen Mrktanteil von schätzungsweise 35 %.
Die ganze Musikszene ist eben viel stärker zerklüftet als damals.
Da dürfte es schwierig sein, einer Veranstaltung mit „andersartiger Musik“ Konturen zu geben.
Überdies bin ich sicher, daß mein Lieblingssong dort ohnehin nicht gespielt werden wird:

Big Sky
von den Kinks.
Das wäre wirklich mal was anderes.

Pumpe: Haßstraße 22

Wochenend-Sau in der Mausefalle

Heißt so, weil dort dann nicht die Kuh fliegt, sondern die Sau;
nicht der Papst boxt, sondern die Sau;
nicht der Bär steppt, sondern Säue auf ihren Hinterhufen.
Sodom und Camorra, möchte man meinen, und ich will nicht damit hinterm Berg halten, daß die Mausefalle nicht zu meinen Lieblingsstätten in dieser unserer Stadt zählt.
Aber Antipathie sollte nicht daran hindern, Fairness walten zu lassen.
So gebe ich denn zu, daß ich mich verlesen habe:
Nicht Wochenend-Sau heißt der Event, an dem man am Freitag, dem 19.5. ab 20.00 Uhr teilnehmen kann, sondern Wochenend-Sause.
Säuisch, um nicht zu sagen vulgär, denn das wäre nicht zureichend, wird es dort dennoch zugehen.
Während der Titel kurioserweise Züchtigkeit nahelegt:
Sause?
Das kingt doch geradezu nach den prüden fünfziger Jahren.
Sehr seltsam.

House Sensation in der Traum GmbH

Am Freitag, dem 19.5. um 22.00 Uhr.
Der Eintritt kostet 5 €, was doch wohl ein wenig happig ist.
Nicht ungewöhnlich, gewiß, dennoch happig.
Im übrigen hätte „House Party“ gereicht.
Denn es scheint doch nichts daran zu sein, daß sich irgend sensationell ausnähme.
Aber Klappern gehört eben auch in der Traum GmbH zum Handwerk.
Habt Ihr übrigens gewußt, daß man House Events schneller vergißt als Rock Events?
Das liegt einfach an der Gleichförmigkeit der House-Musik.
Sollte mich nicht wundern , wenn Rock-Fans allgemein ein besseres Gedächtnis hätten als House-Freunde.

Ball for all in the hall (400)

Am 19.5. um 20.00 Uhr findet in der Halle 400 ein sogenannter Ball für Studenten und Nichtstudenten statt.
Also für alle.
Aber mit allen hat man es doch schon täglich auf und in den Straßen unserer Stadt zu tun. Wer wollte sich da auch noch die Abende mit allen möglichen Menschen um die Ohren und andere Sinnesorgane schlagen?
Das Gute an Bällen, Partys und ähnlichen Events ist doch, daß selektiert wird.
Dabei muß der Veranstalter ja nicht gleich zur Keule greifen (Einlaßverweigerung).
Nein, er muß den Event nur akurat benennen.
Zu einer Gothic Night würden beispielsweise auch dann keine Neo-Hippies erscheinen, wenn es welche gäbe.
Warum aber gibt es keine?
Kaum eine Jugendkultur war doch so weit verbreitet und so folgenreich wie diese.
Dennoch hat sie, im Unterschied zu den meisten anderen, nie eine Renaissaince erfahren.
Das wird nun aber Zeit.
Also, vereinzelte potentielle Hippies, vereinigt Euch unter dem friedlichen Schlachtruf (gewiß, ein Widerspruch in sich, aber is doch schön, oder?):
„Nichts gegen lange Haare, aber gepflegt müssen sie sein!“
Oder:
„Wir haben keinen Humor, und das ist auch gut so. Denn daher wissen wir nicht what´s so funny about love, peace and understanding.“
Oder aber:
„Meine Läuse gehören mir.“
Denn auch im Original-Hippietum gab es unterschiedliche Glaubensrichtungen.
Nun frage ich Euch, Raver, Hiphopper und Postgrunger:
Könnt Ihr Euch üblere Partypooper vorstellen als Hippies?
Ja?
Wen oder was denn?
Leute von der Jungen Union?
Stimmt, daran hatte ich nicht gedacht.
Die Halle 400 aber lädt alle ein, also auch die lächerlichen Untertanengeister von der JU.
Also bleibt da mal besser weg.
So viele ausgelassene und berauschende Wochenenden habt Ihr doch gar nicht mehr, bevor der Ernst des Lebens sein grauses Haupt erhebt, sein garstiges Maul scheunentorweit aufreißt und Euch mit Haut und Haaren verschluckt.
Also wollen die Orte der Ekstase gut ausgewählt sein.

Wandernutten

Was hat es mit den Wandernutten im Sechseckbau der Uni auf sich?
Warum sind die auf Wanderschaft?
Wegen der Fußball-WM, bei der die Schlachtenbummler sowohl ihre aggressive Sieglaune als auch ihre Frustration an unschuldigen (oder doch schuldlosen) Frauenkörpern auslassen?
Oder warum sonst?
Und weshalb überhaupt „Nutten“?
Sollte man in der Universität nicht um politische Korrektheit bemüht sein?
Oder zumindest um Respekt?
Nun werden manche antworten, gerade der Respekt vor dem Weibe an und für sich gebiete die Mißachtung dieser Tätigkeit. Daher sei die abwertende Bezeichnung „Nutte“ (statt der wertneutralen Worte „Hure“ und „Prostituierte“) durchaus angemessen.
Dem muß ich widersprechen. Denn bezeichnet man einen Menschen so, dann färbt die Mißachtung des Berufs sonder Zweifel auf den Menschen selbst ab.
Aber wie auch immer, obige Fragen sind noch immer unbeantwortet.
Wer weiß Rat?

JazzZeit im Kulturforum

Und zwar diesmal mit der Nils Gessinger Band.
Am 19.5. um 20.00 Uhr.
Nun ist mir dieser Herr zwar nicht nur persönlich nicht bekannt, sondern ich kenne auch sein Musik nicht.
Dennoch kann mich nichts und niemand davon abhalten, auf Jazz-Events in der Landeshauptstadt, welche die Stadt unseres Vertrauens ist, hinzuweisen.
Denn Jazz, meine Damen und Ihre Herren, ist groß, wichtig und unterhaltsam, befindet sich aber in einer mißlichen Lage.
Denn
1. ist Jazz hierzulande nicht populär
und
2. hat er nicht das Renommee, das ihm zusteht. Hört Euch doch nur mal einiges von G. Mulligan oder T. Monk an, dann werdet Ihr zu dem Ergebnis gelangen, daß beide um einiges, ja um vieles berühmter wären als R. Wagner, wenn es in der Welt der Kunst mit rechten Dingen zuginge.
Aber es gibt nun einmal auch dort keine Gerechtigkeit.
Sollten wir aber deshalb aufhören, danach zu streben?
Nein, ganz entschieden nicht.

The Kids are Allright

Das Kids-Festival war ein dreiviertelvoller Erfolg.
Mindestens.
Da war ja sogar an den schmalen Geldbeutel mancher Erziehungsverpflichteter gedacht.
Ich sage nur: kostenlose Hafenrundfahrten!
Und wenn wir das mit unseren Steuergeldern bezahlen müssen?
Na, ob das so ist, das kann ich im Moment auch nicht beantworten, aber wenn schon: Sollten die Kinder es uns nicht wert sein? Und ist ein Kinderlachen etwa nicht Lohn genug?
Wer sagt da, jetzt werde der Beitrag kraus und kitschig?
Jedenfalls: Bei dem Einfalls- und Abwechslungsreichtum, den man bei diesem Festival an den Tag legt, kann man sich – für die Zielgruppe – schon auf das nächstemal freuen.

G-Move an der Hörn

An sich doch eine schöne Sache, was sich am vergangenen Wochenende an der Hörn abspielte.
Aber sagt mal, hattet Ihr nicht auch den Eindruck, daß zuviel Aggressivität im Spiel war?
Besser gesagt:
eben nicht im Spiel, denn manchmal wurde aus Spiel Ernst.
Die Polizei zählte über 120 Einsätze, und da ging es bei weitem nicht immer um den Verkauf von nicht ganz legalen Drogen, sondern leider auch um physische Gewalt.
Ausgelassenheit, Freude, Ekstase gar – muß das in diesem Land immer mit Destruktivität einhergehen?
Schon in den Gesichtern vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer spiegelte sich das zu allem Entschlossen Sein.
Vergleichbare Feste in Schweden, Dänemark und Norwegen haben einen durchaus anderen Charakter, eine grundsätzlich andere Stimmung.
Also, denkt einfach mal darüber nach.

Kubicky, der eitle Geck

Ja, das ist er, der FDP-Chef in diesem unserem Bundeslande. Ein altersgrauer, zwergwüchsiger Möchtegern-Dressman.
Unlängst meldete er sich mal wieder zu Wort, der Intimfeind Guido Westerwelles.
So nennt man ihn tatsächlich: Intimfeind Guido Westerwelles.
Westerwelle aber ist schwul wie Kefir, und „love is a battlefield“, wie es in einem alten Hit heißt. Vor diesem Hintergrund sollte klar sein, was man sich unter einem Intimfeind vorzustellen hat.
Und wieder erweist sich das Kiel-Blog als DAS Medium der Aufklärung!

Aber zurück zur Sache.
Wie gesagt, er meldete sich zu Wort.
Anlaß?
Der langjährige Geschäftsführer der IHK Kiel, Janzen, haute in den Sack.
Da floß Kubicky folgendes aus der Feder:
„Als Rechtsreferendar, der bei Rolf-Rüdiger Janzen ausgebildet wurde, kann ich sagen:
Alles was ich kann, habe ich bei ihm gelernt, alles was ich nicht kann, dafür bin ich selbst verantwortlich.“
Kann er sagen. Kann-kann-kann.
Was Kubicky nicht kann?
Deutsch zum Beispiel, wie das eben Zitierte beweist.
Zudem behauptet er in zitierter Aussage implizit, daß er in der Universität nichts gelernt habe.
Wie bitte?
Er habe nur extrem höflich sein wollen?
Gleichviel, er weiß nicht, was er sagt.

Übrigens:
Erinnert Ihr Euch noch an den letzten Landtags-Wahlkampf?
Da war die Stadt verschandelt mit Kubicky-Plakaten.
Den größten Teil des Platzes nahm natürlich sein Konterfei ein.
Darunter stand gelb oder weiß auf blau:
„Wir haben was gegen Stillstand: Kubicky.“
Nun gab es allerdings (und gibt es hoffentlich noch immer) in Kiel findige Menschen mit blauen Sprühdosen (oder doch solchen, deren Inhalt blau ist).
Diese Menschen sprühten zigfach „Stillstand:“ zu, blau auf blau – fiel also gar nicht auf.
Und übrig blieb natürlich:

„Wir haben was gegen Kubicky.“
Sowas sollten Werbestrategen voraussehen und daher vermeiden können, aber die von der FDP-Spitze engagierten und die FDP-Spitze selbst waren eben zu blöd.
Das Ergebnis der heroischen Sprühaktion ist bekannt:
Aus der fest eingeplanten schwarzgelben Koalition wurde nichts.
Kubicky hatte sich schon als Meister-Puppenspieler (wobei die Puppe natürlich Carstensen sein sollte) und also eigentlicher Regierungschef gesehen.
Tja, blowcake, wie der Engländer sagt.
Zu deutsch: Pustekuchen.

Man könnte übrigens auf die Idee kommen, ich habe erwähnte Sprühaktion glorifizieren wollen.
Nein, das käme mir nicht in den Sinn.
Denn so etwas ist illegal, und das ist auch gut so. Wo bliebe denn sonst der Spaß an der Sache?

Britta Pohlmann Junior-Professorin

Das muß man sich mal auf der Zunge vorstellen, wie Piet Klocke sagt.
Keine Geringere als Britta Pohlmann ist ab jetzt Junior-Professorin im Bereich Psychologie der CAU.
Da sage nach einer, diese Univrsität sei provinziell.
Ich zum Beispiel, ich tu ´s.
Was aber spricht hier der Leser?
„Hä?“
spricht er.
Und ja auch nicht ganz zu Unrecht.