Archiv für den Monat: April 2006

Volquartz benimmt sich wieder daneben

Der Berliner Jurist Rolf Bähr ist ein respektabler Bürger unseres Landes. Vor einem halben Jahr übernahm er den Vorsitz des Deutschen Segler-Verbandes.
Doch als er beim Verbandstag in Kiel über die Komplexität des Zusammenwirkens von Segelsport, Wirtschaft und Kommunalpolitik sprach, streckte sein Tischnachbarin, die Kieler Oberbürgermeisterin Angelika Volquartz, die mit seinen Ausführungen offenkundig geistig überfordert war, ihm die Zunge raus.
So dokumentiert in den Kieler Nachrichten vom 22. April 2006 auf Seite II des Segel-Journals.
Wie, Ihr hebt den Kram nicht auf?
Verstehe ich ja, daß Ihr diese dürftige Zeitung nicht archiviert, sondern so schnell wie möglich loswerden wollt.
Aber dann müßt Ihr mir eben glauben – oder, wenn Ihr tatsächlich meint, ich würde Euch hier Spinnkram erzählen, dann geht Ihr eben ins KN-Archiv und werdet dort verläßlich fündig.
Das dürft Ihr natürlich auch, wenn Ihr mir glaubt und nur mal sehen wollt, wie das Foto wirkt.
Entsetzlich, sage ich Euch.
Und mir ist nicht bekannt, daß die total regredierte Alte bei dem ehrenwerten schlohweißhaarigen Herrn der Segel um Verzeihung gebeten hätte.
Aber das Foto zeigt auch , daß sie einen Moment abpaßte, in dem er sie nicht ansah.
Er sieht gerade, sich und seine Gedanken sammelnd, auf den Tisch vor sich, und schwupp! schon ist die Zunge draußen.
Zur Zeit des Schnappschusses ist sie schon wieder dabei, hinter den knallrot geschminkten Lippen zu verschwinden.
Nun frage ich Euch:
Kann denn so eine Frau verantwortungsvoll handeln?
Die muß weg. So schnell wie möglich.

Tischendorfs Nichtraucher-Umzug

Den gibt es.
Und offenbar glaubt jemand, damit in eine Marktlücke gestoßen zu sein.
Auf einem Werbefoto der entsprechenden Firma ist ein blau gekleideter Arbeiter mit Schirmmütze abgebildet, der sich an drei übereinander gestapelten Kartons abarbeitet, dabei aber mit Schlafzimmerblick in die Kamera liebelt, als halte er nicht Umzugslasten, sondern eine Frau umfangen.
Beim zweiten Hinsehen gelange ich zu der Überzeugung, daß der Packer dabei aber doch eher an einen Menschen seines Geschlechts denkt.
Jedenfalls neigt sich der obere Karton so gefährlich, daß ein Sturz aus über anderthalb Metern Höhe unvermeidlich scheint.
Und das gibt Bruch, denn just in diesem Karton befindet sich das bislang wohlgehütete, wertvolle Familienporzellan.
Das dürfen wir doch wohl annehmen.
Im Bildvordergrund sehen wir die linke Hand des Lustarbeiters, die den unteren Karton hält – und die Uhr an seinem Handgelenk macht uns klar, daß der Mann uns bei Gelegenheit unsere teuren Möbel zerkratzen wird.
Also insgesamt mal wieder ein Beispiel dafür, wie ungeschickt Werbung sein kann.
Gewiß, so ein Unternehmen hat nicht soviel Geld für derlei übrig wie Daimler-Chrysler und kann es sich daher nicht leisten, eine Top-Werbeagentur einen Monat auf Trab zu halten.
Aber vielleicht bräuchte man sowas gar nicht.
Vielleicht würde es schon reichen, wenn die Verantwortlichen nicht auf den Kopf gefallen wären.

Sophienhof gemanagt!

Wer hätte das gedacht?
Der Sophienhof wird gemanagt.
Man könnt ja annehmen, die Betreiber der Geschäfte seien einfach nur Mieter in diesem Shopping-Center gegenüber dem Bahnhof.
Aber nein, das Ganze braucht einen Manager bzw. eine Managerin. Das kriegte ich erst mit, als ich in der Stadtzeitschrift meines begrenzten Vertrauens, Kielerleben, las, daß demnächst eine andere den Managerposten übernimmt.
Allerdings steht in dem Artikel auch nicht, was die wohl zu tun haben mag. Also dürfen wir wohl annehmen, daß „Center-Manger“ ein beschönigender Ausdruck für „Hausmeister“ ist.

Oriental Night im Casino

Am 29. April.
Was aber macht eine Nacht orientalisch, und was unterscheidet eine Oriental Night von einer orientalischen Nacht?
Nun, den zweiten Teil der Frage kann ich nicht beantworten.
Was aber die Betreiber des Casinos für die nötigen Accessoires einer Oriental Night halten, werde ich Euch sagen:
Schlangentanz, Feuerfuchtelei, sogenanntes oder auch Wahrsagen, „orientalische Cocktails“.
Und fertig ist das Wirklichkeit gewordene Märchen aus einer von 1001 Nächten. Aber wie leicht kann es bei solchen Gelegenheiten geschehen, daß man den Propheten beleidigt, ohne sich dessen bewußt zu sein?
Und dann würden Jammern und Zähneklappern sein.
Also bleibt da lieber weg.
Hier trotzdem die Adresse:

Holstenbrücke 30

Kostenlose Schnupperkurse im Kieler Golfclub Havighorst

Was umsonst ist, kann nichts wert sein?
Das gilt in diesem Fall nicht.
Wir sollen ja nur geködert werden.
Gut, der Name des Clubs ist unsympathisch, denn Havighorst heißt Habichtshorst, und Habichte fressen mitunter ihre Beute bei lebendigem Leibe (das würde ein Falke niemals tun, lest es nach bei Hermann Löns).
Deshalb ist es ja auch passend, daß die Augen der Maske in den Saw-Filmen in Färbung und Ausdruck an die eines Habichts erinnern.
Aber ist dieser Ortsname daher nicht passend für einen Golfclub?
Ist Golf etwa nicht der Sport der Reichen, die sich am Resultat der Qual der von ihnen Ausgebeuteten mästen?
Ist nicht Golf selbst Herrschersport: jeder Schlag wie ein folgenreicher Befehl, der Inhalt der Golftasche ein ganzes Arsenal, der Caddy der Adjutant eines Feldherren.
Als solcher kommt sich wohl auch der durchschnittliche Golfer gern vor.
Nicht?
Na, warum spielt Ihr dann nicht Billard statt dessen? Da habt Ihr wesentlich mehr Aktion, und mehr technische Finesse sowieso.
Warum also?
Weil man beim Golf in der freien Natur ist?
So wäre Golf nur ein Vorwand für leichte Wanderungen?
Aber warum braucht man dafür einen Vorwand?
Es ist doch nicht ehrenrührig, zu wandern.
Tja, da wißt Ihr auch nicht weiter und sagt nur noch, daß Ihr eben gern golft oder golfen würdet und daß man nicht immer alles hinterfragen soll. Na wenn Ihrs denn braucht, dann bekommt Ihr von mir auch die Adresse:

Kieler Golfclub Havighorst
Havighorster Weg 20
2411 Havighorst

Kuriose Adresse, nicht wahr?

Axel Milberg ist Gott

Wir freuen uns immer wieder über den Kieler Tatort-Kommissar mit dem erfreulich ungermanischen Namen Borowski, gespielt von Axel Milberg.
Dieser nun ist ein sehr sympathischer Mensch, ein hochbegabter Schauspieler – und klug isser auch noch – ischa ursprünglich auch seinerseits Kieler, nich wahr.
Also, was will Kiel mehr?
Daß der Regisseur nichts als Postkarten-Bilder inszeniert, auf daß der Kieler Fremdenverkehr brumme?
Das würde doch nicht funktionieren.
Und ein spröder Realismus paßt doch ohnehin am besten zu dieser Stadt und ihren Bewohnern, die ja auch keinen Weichzeichner vor den Mund nehmen, ich meine: kein Blatt vor die Kamera, oder wie sagt man?
Jedenfalls: Axel Milberg als Kommissar Borowski – das ist eine ganz und gar erfreuliche Angelegenheit.

Was kosten eigentlich Strandkörbe?

Gewiß, man kann sie auch mieten.
Man kann sie aber auch kaufen. Etwa bei Hinrich Kiel Am Bahnhof in Bordesholm.
Also, die Dinger kosten 1000 bis 1700 Euro und sind dabei noch nicht einmal motorisiert.
Wer kauft denn sowas?
Und was kann überhaupt spießbürgerlicher sein als sommers in Heikendorf oder Laboe in einem Strandkorb rumzusitzen?
Dagegen hat doch das Liegen auf einem Handtuch im Sande den Geschmack von Freiheit und Abenteuer.
Aber auch nur damit verglichen.
Und man hat es in oder auf dem Sande auch wesentlich bequemer als die armen Schweine in ihren Strandkörben, die wohl als autoritäre Kreaturen immer irgendeine Wehr um sich herum brauchen, um einen Schein von Achtung vor sich zu selbst zu haben.
Vor dem Hintergrund des eben Gesagten ist es doch fast erstaunlich, daß nicht der Strandkorb, sondern der Gartenzwerg als Insignium deutscher Spießbürgerlkichkeit gilt.
Na gut , der Grund ist wohl, daß man einen Gartenzwerg überall im Lande aufstellen kann, einen Strandkorb dagegen nur am Strand.
Andererseits: Sinnloser als am Strand kann ein Strandkorb anderswo ja auch nicht sein.
Seid doch mal ehrlich:
(Wie, das seid Ihr immer? Um so besser.)
Kommen Euch Strandkorb-Besitzer nicht reichlich verdächtig vor?
Kommen Sie sich nicht selbst verdächtig vor, wenn Sie einer sind?
Und habt Ihr jemals Strandkörbe an wirklich schicken Stränden, etwa in St. Tropez oder Rimini, welches in der Nähe der Basketball-Hochburg Pesaro liegt, gesehen?
Seht Ihr?
Und habt Ihr gewußt, daß über 95 % der Strandkorb-Besitzer CDU-Wähler sind?
Gut, ich kann mich dabei nicht auf eine repräsentative Umfrage stützen, aber leuchtet doch ein, oder?
Und wie weit reicht überhaupt die Geschichte der Strandkörbe zurück?
Es sollte mich nicht wundern, wenn dieses Monstrum in seiner heutigen Form in der NS-Zeit erfunden worden wäre. So konnte man mittun und sich zugleich in sein strandkörbliches Schneckenhaus zurückziehen und von nichts wissen.
Wenn Sie Strandkorb-Historiker sind, dürfen Sie sich gern mit mir in Verbindung setzen, um meine Theorie zu bestätigen oder zu widerlegen, aber gleichviel: Meiner Verachtung können Sie schon mal gewiß sein.
Mann, was sind Sie denn für einer?
Haben wohl auch noch ´ne Strandkorb-Modellsammlung zuhause.
Sie sind das Grauen des Ridikulösen in Person.

Essen wie Gott in Frankreich

Mit diesem nicht neuen und daher auch nicht originellen, ja nicht einmal attraktiven Slogan wirbt der hiesige Großbäcker Steiskal für sein „Brot des Monats“.
Man darf also annehmen, daß es sich dabei um ein Baguette handelt.
Darf man, ist aber falsch.
Denn es handelt sich vielmehr um ein recht dunkles „Pariser Traditionsbrot“.
„Nach traditionellem französischem Rezept. Mit hochwertigen Zutaten hergestellt. Das unglaublich authentische Brot mit der Brotmarke“.
Tja, manchmal ist doch nichts schwerer zu glauben als das Authentische.
Aber Steiskal-Qualität ist durchaus nicht die höchste, die man in unserer Stadt finden kann.
Geht doch mal in den 1000-Körner-Markt in der Holtenauer Straße: Wenn Ihr aus der Innenstadt kommt, auf der linken Seite ein paar Schritte hinter dem Dreiecksplatz.
Dort gibt es schmackhaftes Bio-Brot. Probiert mal das hocharomatische Hanfbrot, oder die Bärlauchwecken, die herrlich mit erstklassiger Leberwurst, aber auch ohne alles munden.
Aber warum schreibe ich das überhaupt?
Damit Ihr mir alles wegkauft?
Tja, die Gefahr besteht immer.

Don Quijote – Utopie und Mythos

Das kommt am 29.4. auf uns zu. Und zwar um 20.00 im Kleiber-Studio des Opernhauses.
Was aber erwartet uns unter diesem Titel?
Eine Gesprächsrunde mit einem Christobal Halffter.
Cervantes also und sein zu Anfang des 17. Jahrhunderts in zwei Teilen erschienener berühmter Roman vom Don Quijote, der zuviele Ritterbücher gelesen hat, durchknallt und sich im Mittelalter wähnt.
Cervantes´ Roman ist eine Fiktion gewordene Polemik, die sich gegen die seinerzeit beliebten Ritterbücher richtet.
Daß der Held infolge intensiver Lektüre dieser Werke den Bezug zur Realität verliert, ist ein genialer Kunstgriff.
Später aber wurde derlei zum zentralen Bestandteil reaktionärer Kulturkritik: So sagt man zum Beispiel heute noch, Horrorfilm-Rezeption führe zu Verwahrlosung.
Die Pointe daran ist also, daß diese Art von Kulturkritik Cervantes´ Fiktion für realitisch hält: Sie nimmt offensichtlich die Idee, das jemand Fiktionales für bare Münze nimmt, ihrerseits für bare Münze und kann daher nicht anders, als bei anderen eben den Fehler zu unterstellen, den sie selbst machen.
Das ist doch zu komisch.
Worüber nun aber in der Oper diskutiert wird, das vermag ich nicht vorauszusehen.

Opernhaus: Rathausplatz 4

Forever Young – die Party für alle Junggebliebenen

So etwas gibt es am 29.4. um 22.00 Uhr im Holsteiner.
Aber, Damen und Herren, was für ein Titel für eine Veranstaltung, bei der der Eintritt für alle ab 30 frei ist?!
„Forever Young“, das war ein Hit Anfang der 80er Jahre, und diejenigen, die das damals zu kaufen sich nicht entblödeten, sind nunmehr über 40.
Und wenn man das Wort Junggeblieben (wenn das überhaupt ein Wort ist) hört, dann denkt man doch wohl eher an Siebzigjährige. Außerdem, Damen und Herren, ist man keineswegs so jung, wie man sich fühlt, sondern so alt, wie es im Personalausweis steht, wenn der nicht gefälscht ist.
Das gilt auch für Euch, werte Damen, die Ihr Eure Attraktivität oft nur deshalb verliert, weil Ihr mit 40 noch so aussehen wollt wie mit 20, statt in Würde zu reifen und infolgedessen eine reife Schönheit zu entwickeln.
Im übrigen ist „Junggeblieben“ ein Euphemismus für Regression.
Demnächst bietet ein Veranstalter vielleicht Sandkästen inklusive Förmchen für „Männer im besten Alter“ an.

SHAKIN in der Pumpe

Das steigt am Samstag, dem 29. April.
Und es verbirgt sich dahinter eine „schwul-lesbische Disco“.
Oder nein, sie verbirgt sich nicht, man hat ja schließlich nicht zu verbergen, gell?
Nun gibt es aber einen Unterschied zwischen einem Bekenntnis zur Homosexualität und einem Zurschaustellen von Homosexualität.
Mag sein, daß dieser Unterschied nicht jedem klar ist, und so tritt ersteres oft in Verbindung mit Letzterem auf.
Heterosexuelle aber, die ihre Heterosexualität zur Schau stellen, wirken und sind obszön.
Warum sollte das bei Homosexuellen anders sein?
Indem manche Homosexuelle also ihre Sexualität aggressiv präsentieren, lassen sie Homosexualität an sich in der gemeinen Bevölkerung (deren Stärke das Differenzieren ja auch nicht ist) als Obszönität erscheinen.
So erweist man der Sache einen Bärendienst.
Darüber mal nachgedacht?
Nein?
Dann aber jetzt!
Einfach nochmal genau lesen und dann in Wut entbrennen oder auch nicht. Aber das soll nun natürlich alles keine Kritik an dieser Veranstaltung sein, nicht wahr.
Aber warum nennt sich das Ganze „schwul-lesbische Disco“, obwohl doch „lesbisch-schwule Disco“ schon rhythmisch eindeutig schöner wäre?
Und obwohl doch bekanntlich doppelt soviele Frauen wie Männer homosexuell sind?
Jawohl, Damen und Herren, denn 10% aller Frauen sind lesbisch, aber nur 5% der Männer sind schwul.
So ist das.
Hat sich denn in homosexuellen Kreisen ein fast patriarchalisch anmutender Sexismus durchgesetzt?
Und warum veranstaltet man sowas für weibliche und männliche Homosexuelle?
Wo die doch recht wenig miteinander zu besprechen haben, wenn´s um Sex geht, und worum sollte es denn da sonst gehen?
Na gut, wahrscheinlich ist es gerade schön, mit ungefähr gleichaltrigen Menschen zusammen sein zu können, ohne daß der eine den anderen jemals als möglichen Sexualpartner oder Konkurrent betrachten muß.
Das haben Homosexuelle Heterosexuellen voraus:
Beziehungen ohne jeden erotischen Hintergrund.
So habt Ihr das noch gar nicht gesehen, gell?
Aber vielleicht ist doch das Schönste an der Veranstaltung, an der ich als verdammte Hete natürlich nicht teilnehmen kann, daß sie eben eine der Pumpe ist, also der Kommune, die ja ihrerseits von der stocksteifen, omapuppenhaften, reaktionären CDU-Bürgermeisterin Angelika Volquartz repräsentiert wird. Ist damit die Volquartz nicht die Schirmherrin einer jeden ja sowas von gottungewollten sexuellen Beziehung, ob kurz, ob lang, die aus der Veranstaltung resultieren wird (und das dürften ja wohl nicht wenige sein)?
(Was wohl Maledikt Ratzinger dazu sagt?)
Aber andererseits auch nicht verwunderlich, denn hatte sich die Volquartz nicht auch schon für die gesellschaftliche Akzeptanz der Prostitution starkgemacht?
Ja doch, so ist es.
Denn wer erinnert sich nicht an die Plakate, auf denen stand?:
„Angelika Volquartz freut sich auf die Baltic Whores Show.“
Wie, da hieß es nicht „whores“ (Huren), sondern horse?
Das geht zu weit.

Bacardi Night in der Mausefalle

Was ist nun aber das, Mensch?
Dreisteste Werbung für einen Light Rum, der in Fernsehen und Kino mit Bildern subtropischer Landschaften und ebensolcher weiblichen Schönheiten auf sich aufmerksam machte?
So wird es sein, und zwar am 29. April um 21.00 Uhr.
Man kann sich tatsächlich so einiges daraus zurecht mixen, und wer sensorisch nicht gar zu gebildet ist (hat alles seine Vor- und Nachteile), kann ihn sogar pur trinken, aber wer lieber beim Gerstensaft bleibt, der wird auch darauf nicht verzichten müssen.
Und was den Rum betrifft:
Nippen,
nicht kippen!
Resp. umgekehrt, also mit anderen Worten:
Nich lang schnacken,
Kopf in n Nacken!
Also wie denn nun?
Das müßt Ihr schon selbst entscheiden.

Mausefalle: Kaistraße 54-56

Gentlemans Club

So nennt das MAX seinen Samstagabend zum Beispiel am 29.4.
Dort gibt es dann freien Eintritt für Männer.
Nun werden manche sagen:
„Na wenn da mal nich n paar Schwuchteln bei sind!“
So sollte man sich nicht ausdrücken, aber in der Sache liegt der so zitierte Leser wohl richtig.
So ist das Wort Gentleman wohl wörtlich zu verstehen.
Gentle: Sanft.
Das ist doch aber ein mieses Vorurteil, daß Homosexuelle sanfter seien als die „Heten“.

MAX: Eichhofstraße 1

DeichArt – Schwitzende Männer im Schuhgeschäft

So nennt sich ein Theaterabend am Freitag, dem 28. April (ab 19.45) im Theater am Werftpark.
Die Anspielung versteht jeder – oder nicht?
Al Bundy ist es, der hier Pate steht: jener geplagte Familienvater, der in einem Damenschuh-Geschäft arbeitet und in der Tat nicht unerheblich transpiriert – die Hauptfigur also der US-Fernsehserie „Married, with Children“, deren deutsche Synchronfassung „Eine schrecklich nette Familie“ heißt.
Es ist sehr selten, daß eine amerikanische Comedy-Serie in Deutschland zum Hit wird – man denke nur an die in den USA zurecht beliebteste Serie aller Zeiten, Seinfeld, die in Deutschland gefloppt ist.
„Eine schrecklich nette Familie“ ist eine große Ausnahme, denn tatsächlich war in den 90er Jahren die Unterschicht hin und weg von den manchmal wohlgesetzten Derbheiten der Serie.
Einerseits wirkte sie wohl geradezu aufklärerisch, weil sie das Familienleben als die Hölle vorführte, das sie eben ist.
Andererseits verschaffte sie den in der Familienhölle Schmorenden das Lachen der Erleichterung.
Man konnte also nach der wöchentlichen Ration Al Bundy sein Kreuz ein wenig (oder gar erheblich) leichter tragen.
Und was die Jugendlichen, die die Serie sahen, betrifft:
Manche von denen werden die Allgemeingültigkeit des in dieser Serie bis zur Kenntlichkeit Verzerrten gespürt und sich daher für ein Single-Leben entschieden haben.
Sehr gut so.
Ein Theaterabend aber, der sich dieses ganzen Komplexes annimmt und ihn mal von hier, mal von dort und mal von droben be-, aus- und durchleuchtet, ist in jedem Fall mit Spannung zu erwarten.

Theater im Werftpark: Ostring 187a

Corpo: Jazz aus Schweden

Am Freitag, dem 28.4. um 20.00 Uhr setzt es auf dem Hof Akkerboom Jazz aus Schweden.
Corpo nennt sich die Formation.
In Skandinavien, egal ob Schweden, Dänemark oder Norwegen, hat der Jazz eine wesentlich höhere Bedeutung als in Deutschland, und so bringen diese Länder immer wieder Talente hervor, von denen man andernorts noch nicht einmal träumen kann.
Na ja, jedenfalls dürfen wir hoffen, daß auch Corpo zu den besseren Bands aus dem Norden Europas gehört.
Also einfach mal hin.

Hof Akkerboom: Stockholmstraße 159

Depeche Mode Night in der Traum GmbH

Am vergangenen Wochenende.
Den ganzen Abend und die halbe Nacht nichts als Depeche Mode.
Einige mag das abgeschreckt haben, andere ganz entschieden nicht.
Depeche Mode:
Eine Band, deren Anfänge wesentlich weiter von der Gegenwart entfernt sind als andererseits von den Beatles. Das muß man sich mal vergegenwärtigen.
Aber was sagt das schon?
Vielen gelten die sogenannten oder auch Soundtüftler von jenseits des Kanals als populäre Avantgarde.
Populär weil sie nun mal einen Hit nach dem anderen hatten (gleichzeitig wäre auch ökonomisch nicht sinnvoll gewesen).
Und Avantgarde, weil die elektronische Musik ohne Depeche Mode anders klänge. Ich weiß ja nicht, ob jemand so weit gehen würde zu behaupten, daß der Einfluß von Depeche Mode ebenso groß sei wie der von Kraftwerk – dann möge man hier bitte einen Kommentar einstellen.
Selbstredend ist auch mir klar, daß Depeche Mode nicht nur für die elektronische Musik von Belang sind, sondern daß sie auch Wave prägten und Gothic stempelten.
Was halten wir nun aber von Depeche Mode?
Wollen wir sie alberne, kindische Poser und Finsterlinge nennen, für die sich nur schwule Mädchen interessieren, oder wollen wir jenen Respekt frei schalten und walten, ja wuchern lassen, der jedem Menschen gebührt?
Das ist sehr die Frage. Man kann ja auch beides miteinander verbinden.
Aber streiten wir doch nicht um Worte.
Wie heißt es bei Depeche Mode:

Words are very
unnecessary.

Und der Reim ist nicht das Schlimmste daran.
Denn was soll „very unnecessary“ bedeuten?
„Unnötig“ kann man doch nicht steigern, Mensch!
Sind also die Herren von Depeche Mode vielleicht doch ein wenig schwach im Geiste?

Havana Night im Havanna

Öfter mal am Samstag um 20.00 Uhr.
Aber ist das Gelbe vom Ei?
Oder nur das Weiße?
Oder nicht einmal das?
Ich meine: daß es in einem Schuppen, der Havanna heißt, eine Havana Night gibt, das spricht nicht gerade für die Phantasie der Veranstalter.
Aber bei näherem Hinsehen ist es doch nicht ganz uninteressant.
„Havanna“ ist deutsch, „Havana Night“ ist englisch/amerikanisch. Spanisch/Kubanisch ist nichts davon.
Vermittelt sich also in dieser Benennung aufs subtilste eine transatlantische antikubanische, antikommunistische Allianz?
Dann bin ich dagegen.
Denn man kann doch nicht auf der einen Seite für Artenschutz sein, und andererseits das letzte Refugium der Kommunisten zerstören wollen.
Habt Ihr darüber mal nachgedacht?
Also geht da nicht hin, da sollt Ihr bloß ganz übel manipuliert werden.

Saturday Night Fever

Immer mal wieder im Böll, das mit dem langweiligen, trübsinnigen Schriftsteller, der vor den meisten Rezensenten – und den Lesern ohnehin – verbergen konnte, daß seinen Bekanntschaft mit der deutschen Sprache eine flüchtige war, gottlob nichts zu tun hat.
Es steppt der russisch-orthodoxe Bär, während der Papst mit dem Ayatollah boxt, weil beide auf die Heilige Kuh fliegen – also Sodom und Gomorrha; alles so, wie es sein sollte.
Aber hört mal, Herrschaften, warum heißt die Veranstaltung eigentlich Saturday Night Fever?
Die Älteren werden sich erinnern, und auch einige Jüngere werden wissen, daß so ein Film des ansonsten genialen John Badham mit dem ansonsten großartigen John Travolta als hüpfendem Phallus-Symbol hieß.
Das ist aber nunmehro über eine Generation her und sowas von kalter Kaffee wie die Musik der BeeGees, die wohl im wesentlichen den Soundtrack des Films bildet (so genau weiß ich das auch nicht).
Ihr entzieht Euch also samstäglich dem Elternhause, um an einer Veranstaltung teilzunehmen, deren Namen Eure Eltern in jedem Fall gutheißen und sogar verstehen?
Das ist doch sehr merkwürdig.

Böll: Bergstraße 17

Kaum Koscher Klezcore

Das ist ein origineller Titel, mein lieber Scholli resp. Herr Gesangsverein resp. Kokoschinsky.
Aber von Anfang an:
Im Bahnhof zu Flintbek fand am vergangenen Samstag ein Konzert statt:
Kaum Koscher Klezcore.
Was das nun aber ist?
Klezcore ist eine Vermischung von Klezmer und Hardcore.
Klezmer ist eine musikalische Stilart jüdischer Tradition, oft mollgetönt, aber von manchmal irrwitziger Vitalität, die im übrigen wesentlichen Einfluß auf die Entwicklung des Swing hatte.
Hardcore – das werden wohl viele von Euch wissen – ist ein Stil, der vom Punk beeinflußt ist, aber oft derart nach Heavy Metal klingt, daß er von diesem kaum zu unterscheiden ist.
Was nun aber von einer Fusion oder Mischung oder Verschmelzung beider Stile zu erwarten ist?
Gute Frage.
Etwas das so melancholisch ist wie Klezmer und dabei so aggressiv / destruktiv wie Hardcore?
Melancholische Destruktivität?
Geht das?
Es ist ein Gegensatz, aber keineswegs ein Widerspruch, und Gegensätze, sofern nicht sehr plakativ, gehören doch oft zum künstlerisch Produktivsten.
Ihr merkt schon, ich kenne die Brüder und Schwestern, die sich so nennen, durchaus nicht, denn ich habe das Konzert verpaßt.
Das will und wollte ich auch nicht verschweigen.
Aber es darf doch mal gefragt werden:
Sollte vielleicht auch mal die Kenntnis eines Namens ausreichen, um sich zu entschließen, ein Konzert zu besuchen?
Doch, das kann es.
Oft läßt man sich doch von Markennamen/Bandnamen/Titeln beeinflussen, ohne daß man es sich bewußt macht.
Da ist es doch besser, wenn man sich Bedeutung und Wirkung eines Namens vergegenwärtigt.
Daher ist auch über diesen noch das eine oder andere anzufügen:
Kaum Koscher Klezcore:
„Koscher“ bedeutet: den jüdischen Ernährungsgesetzen entsprechend. Daran aber, daß man Musik nicht essen kann, merken wir doch sogleich, lieber Leser, daß das Wort „koscher“ hier in einem übertragenen Sinne zu verstehen ist.
Insofern bedeutet „koscher“ eben einfach „einwandfrei“.
Der Klezcore, der da gespielt wurde, ist eben kaum einwandfrei, wobei „kaum“ wohl eine (die Alliteration ermöglichende) Untertreibung ist, denn gemeint ist ja wohl, daß dieser Klezcore ganz sicher nicht koscher sei.
Was ist damit aber nun gemeint?
Daß Klezcore, wie der Name schon sagt, nicht ausschließlich der Klezmer-Tradition folgt?
Dann wäre „Kaum Koscher Klezcore“ allerdings ein Pleonasmus (ein doppelt Gemoppeltes), da insofern Klezcore ja niemals koscher sein könnte.
Oder ist gemeint, daß nur dieser Klezcore aufgrund der Art seiner Darbietung oder wegen seiner Texte (oder warum auch immer) nicht koscher sei?
Daß das Ganze nicht koscher ist, drückt schon das Wort selbst im Kontext des Titels aus. Denn es ergibt sich, wie schon angedeutet, eine Alliteration:
Kaum
Koscher
Klezcore
Die Alliteration aber steht in germanischer / altnordischer Dichtungstradition (der Stabreim war wesentliches Gestaltungsmittel der kunstvollen Gedichte der Skalden).
Richard Wagner setzte den Stabreim, das Germanische romantisierend, regllos-tapsig in seinen Libretti ein.
Die Nazi-Schweine nun aber liebten Germanisches (oder was sie dafür hielten) inklusive Stabreim fast ebnsosehr, wie sie die Juden haßten.
Da muß man doch erstmal schlucken, wenn eine Alliteration in jüdischem Kontext derart exponiert wird.
Aber dann sagt man sich:
Das hat Chuzpe!
Das gefällt.
(Und nur ganz leise fragt man sich, ob das auch wirklich so beabsichtigt war.)

Ü-30-„Party“

Immer mal wieder im MAX.
Warum gibt es sowas?
Will / muß man die Älteren motivieren, die sonst unkreativ zuhause vor dem Fernseher säßen?
Oder wollen die unter sich sein und bedürfen daher solcher Sonderveranstaltungen?
Vielleicht aber sind sie es auch leid, an Nicht-Ü-30-Abenden rüde abgewiesen zu werden („Hau bloß ab, Du Schluri!“).
Soll mir das nun ein Rätsel bleiben, oder wird ein Kundiger hier flugs mal Kommentare einstellen?
Übrigens: Das MAX nennt den Ü-30-Abend wohl immer noch Party.
Das ist ein Euphemismus, eine ganz und gar unzulässige Beschönigung, denn man hat es ja nicht mit einer Feier (anläßlich von etwas, das tatsächlich gefeiert werden sollte) zu tun, sondern mit berechenbarer, öder Nachtleben-Routine.

MAX: Eichhofstraße 1

Es wurde gestreikt – und das Leben ging weiter

Die Gewerkschaft ver.di, die es doch besser vermieden hätte, nach großer Oper zu klingen (denn das ziemt einer Gewerkschaft nicht), rief in dieser Woche zu Streiks auf. In dieser unserer Stadt.
Und zwar in der Landesverwaltung.
Genauer:
In den Katasterämtern, den Hochschulen, den Straßen- und Autobahnmeistereien, den Ämtern für ländliche Räume und, last, aber keineswegs least, im Landesamt für Soziale Dienste.
Wenn man nun aber, wie man so sagt, sozial eingestellt ist: Sollte man sich dann mit den streikenden Dienstleistern solidarisieren, oder sollte man dafür eintreten, daß die sozialen Dienste aufrecht erhalten werden? Das ist doch ohne Zweifel ein tragisches Dilemma.
So oder so macht man sich schuldlos schuldig.
Und schuld ist ver.di.
Aber bitte, ich will damit nicht antigewerkschaftlich erscheinen.
Daher beschließe ich diesen Artikel mit einem dreifach fröhlichen (das müßt Ihr laut mitsprechen, das klingt herrlich):
Bsirske!
Bsirske!
Bsirske!

Osterfeuer immer beliebter

Soso, Kieler, Osterfeuer werden also immer beliebter bei Euch, wie?
Am diesjährigen Osterwochenende hat es veritable Besucheranstürme gegeben.
Und, wie finden wir das?
Ich meine, man sollte Besseres mit seiner Zeit anzufangen wissen, als dabei zuzusehen, wie in einem vorsintflutlichen oder doch vorchristlichen Ritual der Winter vertrieben wird.
Vorchristlich?
Ja, denn der Brauch geht auf ältere Traditionen zurück und erhielt erst später die Bezeichnung „Osterfeuer“.

Hat Kilia noch eine Chance?

Ich meine natürlich auf den Aufstieg in die Oberliga.
Und die Antwort lautet ja, ja, und nochmals ja resp. jawoll.
Gründe gefällig?
Die Mannschaft hat am Wochenende 3:0 in Heide gewonnen, jawohl, in jenem Heide, in der Friedrich-Hebbel-Stadt nämlich, in der das Gewinnen wirklich nicht leicht ist.
Nun sagt Ihr mir, liebe Leser, daß Heide überhaupt nicht die Heimatstadt des berühmten Dramatikers Friedrich Hebbel (Die Nibelungen, Platz ist in der dicksten Berta) sei.
Hebbel (Agnes Bernauer, Maria Magdalena, Kranzgeldjäger bitten zur Kasse) sei vielmehr in Wesselburen geboren.
Nun, es ist ja schön, daß Ihr so gebildet seid – obwohl ich nicht einsehe, inwiefern es von Belang sein sollte, in welchem Nest Friedrich Hebbel (Sodmie im Zwielicht: Ringo reitet wieder) das Zwielicht der Halbwelt, in der zu leben wir das zweifelhafte Vergnügen haben, erblickte.
So, nun lenkt mich aber nicht weiter ab, ich war doch gerade dabei, den wahrhaft Kultivierten, also den Fußball-Fans, zu erklären, warum Kilia aufsteigt.
Also, wie schon angedeutet, der Sieg in Heide hat wohl so manchem klar gemacht, daß einige Spieler des Teams zu Höherem berufen sind und daß die Mannschaft insgesamt wohl auch ohne Verstärkungen in der Oberliga mithalten könnte.
Mein Ernst!
Aber vielleicht muß man ja im einen oder anderen Fall Sorge haben, weil schon reichere Vereine als Kilia das eine oder andere Auge auf so manchen Spieler der Kieler geworfen haben.
Nun, fürchten wir nichts, und hoffen wir das Beste!
Außerdem ist ein Blick auf die aktuelle Tabelle nur auf den ersten Blick entmutigend:
Dort steht Kilia auf dem vierten Platz mit sieben resp. acht Punkten Rückstand zum Zweiten und Ersten.
Aber, Herrschaften, achtet auf die Anzahl der Spiele:
Kilia ist mit zwei im Rückstand, und wenn man die gewinnt, dann ist man ganz dicht dran.
Nun ja, vielleicht fehlt es noch an der Konstanz, aber man kann es doch versuchen, Mensch.
Und die Fans sollten sich auch mal aus dem Häuschen wagen und infolge dieses Vorgangs aus dem Häuschen sein.
Vor Begeisterung.
Ggf.
Was übrigens Comet angeht: Wer zuhause gegen Flensburg 08 verliert, der hat, wie sich schon von diesem Ergebnis und nicht erst von der Tabelle ablesen läßt, mit dem Aufstieg nichts zu tun.
Aber das kommt vielleicht im nächsten Jahr.
Haben Kiel und Umgebung nicht immer und immer wieder große Talenete hervorgebracht?
Ich denke da an Karl-Heinz Köpcke und Detlev von Liliencron.
Lieber gebildeter Leser: Ich weiß, Du hast wieder Einwände, die werden hier aber einfach mal mutwillig ignoriert.
Wo war ich stehen geblieben?
Ach ja, die Kieler Fußballvereine.
So eine Rivalität wie zwischen HSV und St. Pauli gibt es doch bei uns gar nicht, oder sollte mir da etwas entgangen sein?
Sind alle Kilia-Fans Holstein-Hasser?
Verachten Comet-Aficionados die Kilia-Kicker?
Ist ein Wechsel von Holstein zu Comet oder umgekehrt ein Ding der Unmöglichkeit?
Ich glaube doch, nicht.
Wenn ich mich aber gar mächtiglich getäuscht haben sollte, dann korrigiert mich gnadenlos, indem Ihr hier die Kommentar-Funktion nutzt.
Oder Ihr schreibt sogar Eure eigenen Artikel!
Es ist ja nichts leichter als das.
Einfach anmelden und losbloggen.
Siehe ganz oben im Blog.
Also, wir lesen voneinander.

St. Pauli kann Holstein nicht Bezwingen

Über 19.000 Zuschauer – das war die nicht ganz unimposante Kulisse am Millerntor in Hamburg, als die Mannschaft von Holstein Kiel dort auflief.
Kiel ist eben auch in einer Fast-Weltstadt wie Hamburg eine Attraktion.
Nun ja, das ist zwar ein wenig übertrieben, aber die Anhänger des ja durchaus sympathischen FC St. Pauli wußten am Osterwochenende, was die Stunde geschlagen hatte: Entweder würden die Kieler bezwungen, oder es wäre Essig mit der Auferstehung, vulgo dem Aufstieg in die zweite Liga.
Tja, und nun ISSES Essig.
Weil Holstein den sogenannten oder auch Kiez-Kickern ein sogenanntes oder auch Remis abtrotzte, wie man so sagt.
(Dauernd muß ich ich von diesen Formulierungen distanzieren – der Fußball-Slang ist meist nicht schön, aber bisweilen kann man nicht auf ihn verzichten.)
Das Ergebnis ist aller Ehren wert, und auch Frank Neubarth, einer der Spieler des Goldenen Zeitalters von Werder Bremen, hat erkannt, daß seine Mannschaft, die ja auch die unsere ist, immer noch gute Chancen auf den Aufstieg hat.
Das Team hat Klasse!
Das Team hat Willen!
Das Team hat Neubarth!
Und es hat die besten Fans im östlichen Holstein, wenn nicht gar in ganz Holstein, wenn nicht gar in ganz Schleswig-Holstein, wenn nicht gar in ganz Nordelbien, wenn nicht gar in ganz Norddeutschland, ja vielleicht ist in our whole galaxy which we call the Milky Way kein Verein zu finden, der Fans hat wie …
Aber wir wollen mal nicht übertreiben.

Jugendschutzbeauftragter wegen Kinderpornos vor Gericht

Seit heut Morgen muss sich ein ehemaliger Jugendschutzbeauftragter der Stadt Kiel vor dem Gericht wegen der Verbreitung von Kinderpornos verantworten. Der 57-Jährige soll sich kinderpornografische Dateien und Webseiten auf seinem dienstlichen Computer gespeichert und angesehen haben. Vor dem Kieler Landgericht stritt der Angeklagte die Tat ab.

Gelesen auf news.yahoo.com

THW verschenkt Pokalsieg

Sehr nett ist es vom THW, daß er im Pokal-Halbfinale gegen Kronau-Sonstwas den Kürzeren zog und damit dem schwer geprüften HSV Hamburg den Pokalsieg ermöglichte. Die Hamburger Mannschaft ist schließlich aus dem VFL Bad Schwartau hervorgegangen – und Holsteiner müssen doch zusammenhalten.

Verleumden Kieler Nachrichten Trauernicht?

Was hat es mit dem Artikel auf Seite 20 der Kieler Nachrichten vom 10. April über die schleswig-holsteinische Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) auf sich?
Die Schlagzeile lautet:
„Krebs: Trauernicht setzt auf Vernetzung“
Nun ist ja beim Krebs das Fatale, ja Letale in der Tat oft die Vernetzung, vulgo Metastasenbildung.
Und darauf sollte eine Gesundheitsministerin setzen?
Mitleidlos, wie ihr Nachname schon ahnen läßt?
Und dabei an nichts anderes als die Entlastung der Rentenkassen durch das unermüdliche Wirken bösartiger Zellen denkend?
Das wäre doch ein Skandal.
Und ist es nicht ein Skandal, daß die Kieler Nachrichten einen derartigen Skandal nahelegen und erst im Kleingedruckten mit der Wahrheit rausrücken?:
„Die Gesundheitsministerin setzt in Zukunft nicht nur auf neue Behandlungsmöglichkeiten wie im geplanten Protonentherapiezentrum in Kiel, sondern auch auf die optimale Verzahnung von niedergelassenen Ärzten, Kliniken und Beratungsstellen – wie zum Beispiel beim Projekt ´Betrifft Brust´.“
Dort verzahnen sich niedergelassene Ärzte optimal in die Milchdrüsen ihrer Patientinnen.
Und:
„Dort werden vier Säulen für die Bekämpfung von Brustkrebs vernetzt: Die eigene Tastuntersuchung, die Mammographie, die Diagnostik nach dem Vier-Augen-Prinzip und die Behandlung nach dem neuesten Forschungsstand in acht Brustzentren und bei niedergelassenen Spezialisten.“
Nicht bösartige Geschwülste also, sondern Säulen sollen vernetzt werden. Hier nun legt die Zeitung nicht mehr nahe, daß Frau Trauernicht von nachgerade satanischer Gesinnung, sondern daß sie geistesschwach sei.
Meines Wissens hat sich Frau Trauernicht gegen diesen Hetzartikel nicht zur Wehr gesetzt.
Sehr sonderbar.

Rund um den Westensee mit dem Rad

Langsam geht das wieder lose. Das Wetter wird besser, und morgen werde ich mein Fahrrad putzen. Wenn’s klappt (auch mit der Sonne und so), geht’s Sonntag das erste Mal um den Westensee. Mir begegnen da stets Zeitgenossen, die ihre Fahrradtour recht gedankenlos durchführen. Und da ich ’n echter Klugscheißer bin, hab‘ ich hier ein paar Tipps zusammengestellt, mit denen jede Fahrradtour gelingen tut *g*

Prima Radlertipps
Wenn die ersten Sonnenstrahlen im Frühling wärmend die Erde treffen, denkt der verantwortungsbewusste Familienvater möglicherweise darüber nach, seine Lieben mit einem sonnigen Tag in Wald und Flur zu überraschen. Um dabei zu helfen, diese Absicht zu einem harmonischen Ziel zu führen, hab’ ich ein paar Tipps zusammen gestellt.
Zunächst die Wahl des Rades: Hier ist es absolut unerlässlich, ein Rad mit den neuesten technischen Errungenschaften anzuschaffen. Schließlich ist es ein eminent wichtiges Gerät, das der Körperertüchtigung dient und dabei ein Höchstmaß an Sicherheit und orthopädischem Nutzen bringen soll. Für ca. 1500 Euro bekommt man im örtlichen Fachhandel schon ein ordentliches Einsteigermodell mit 27-Gang-Schaltung und innenbelüfteten Scheibenbremsen. Räder, die in Bereiche eines telekommäßigen Geschwindigkeitsrausches führen sollen, erfordern eine Investition von etwa ab 2500 Euro.
Kinder haben üblicherweise schon ein Rad. Falls nicht, genügt hier die kostengünstige Variante aus dem Supermarkt (nicht über 100 Euro), da Kinderfahrräder erfahrungsgemäß nur eine Lebenserwartung haben, die 10 Monate im seltensten Fall überschreitet. Das Hauptaugenmerk ist bei der Anschaffung auf eine bunte Lackierung zu legen. Der Verzicht auf eine Lichtanlage erhöht den finanziellen Spielraum, da Kinder erfahrungsgemäß überwiegend am Tag unterwegs sind.
Für die Ehefrau ist das bewährte Gebrauchtrad zu empfehlen. Das ist nicht nur besonders günstig (so um die 50 Euro), sondern bereits eingefahren und hat – je nach Alter (des Rades) – seine Zuverlässigkeit bereits bewiesen. Besonderes Augenmerk ist hier auf einen möglichst stabilen und tragfähigen Gepäckträger zu richten und auf die Möglichkeit der Montage eines Kindersitzes oder Einkaufskorbs am Lenkervorbau. Wichtiger als eine technisch aufwändige Dreigangschaltung ist hier eine funktionstüchtige Fahrradglocke.
Sinnvolle Zusatzausstattungen für einen gelungenen Fahrradausflug sind z. B. eine verchromte Trinkflasche für das Herrenrad, Bierdeckel für die Speichen der Kinderräder oder großvolumige Packtaschen für das Damenrad.
Die Kleidung – ansonsten luftig und leicht – sollte dem Anlass (sprich: dem Rad) angemessen sein. Für den Leistungsträger empfiehlt sich ein handgefertigtes Renndress, das nach Einschätzung der zu erwartenden Leistung 1 bis 3 Nummern enger gewählt werden sollte. Passend dazu vielleicht eine Ferrari-Schirmmütze, die einen eventuellen sportlichen Anspruch farbig unterstreicht.
Es empfiehlt sich, eine Fahrradtour nicht spontan zu beginnen. Es müssen Karten gekauft und studiert werden, isotonische Getränke getestet, und alle Freunde und Bekannten sollten von dem beabsichtigten Plan in Kenntnis gesetzt werden. In der Regel benötigt eine Mutter sowieso einen vollen Tag, in die Vorbereitungen der Tour durch Backen und Kochen einzusteigen.
Unmittelbar vor Fahrtantritt sind alle Fahrräder zu kontrollieren, damit man unterwegs weiß, warum was wo quietscht oder klappert. Darüber hinaus empfiehlt sich die Mitnahme eines Handys, falls ein Plattfuss unterwegs die Einschaltung des Großvaters oder eines Schwagers erfordert.
Das mitzunehmende Gepäck sollte möglichst gleichmäßig auf ein Fahrrad verteilt werden. Üblicherweise ist das das Damenrad. Es kann durch den Kindersitz am Lenker durchaus so sehr in seiner Balance beeinträchtigt sein, dass ein entsprechendes Gegengewicht auf dem Gepäckträger für sicheren Ausgleich sorgt. Ist jedoch kein Kindersitz vorhanden, könnte ein Teil des hinteren Gepäcks in einem Einkaufskorb am Lenker für das nötige Gegengewicht sorgen.
Die Reihenfolge unterwegs ergibt sich zwangsläufig daraus, dass man(n) das Tempo vorgibt und frau am Schluss der Kolonne ein wachsames Auge auf die Kinder haben muss. Das hat den besonderen Vorteil, dass niemand der Familie einen eventuell gequälten Gesichtsausdruck des Vorausfahrenden ob der Anstrengung wahr nimmt. Entgegenkommende sind rechtzeitig erkennbar und können be- oder angelächelt werden – je nach Ausstattung.
Pausen sollten grundsätzlich nicht auf Vorhaltungen der Kinder gemacht werden, sondern sich aus dem Rhythmus des Vorausfahrenden ergeben. Auch ist die Beibehaltung eines zügigen Tempos sinnvoll, um die Kinder zu ermüden. Und sparen sie nicht mit fröhlichen Hinweisen auf die Umwelt, die die Faszination für das Erlebte nachhaltig steigern können.
Wenn sie abends heimkehren, tun sie einfach so, als hätten ihnen die heute bewältigten 10 Kilometer nichts anhaben können. Seien sie ihren Kindern ein begeistertes und begeisterndes Vorbild. Und wenn die dann erschöpft in den Schlaf sinken, wird sich eine glückliche und vom Erlebten durchseelte Ehefrau sich Ihrer liebevoll annehmen.

Nachtflug im Nachtcafe

Und zwar am Freitag, dem 7. April mit Deejott Hölzenbein.
Tja, was dem einen sein Klopstock, ist dem anderen sein Hölzenbein, pflegte man früher irgendwann mal zu sagen.
Dieser Hölzenbein jeden falls präsentiert Musik von Nirvana bis Sinatra.
Warum nicht?
Schließlich hat sogar Paul Anka unlängst eine Version von „Smells like Teen Spirit“ aufgenommen, und dabei den grandiosen Nirvana-Nihilismus ganz alt resp. präbubertär aussehen lassen.

Nachtcafe: Eggerstedtstraße 14