Archiv für den Monat: März 2006

In Kiel wird Institut für „Littoral Warfare“ gegründet

Genauer gesagt: in der Wik.
Der genaue Zeitpunkt scheint noch nicht festzustehen.
Aber ansonsten scheint die Sache klar zu sein.
Sonst hätte Vizeadmiral Lutz Feldt das gestern nicht bei einem festlichen Spachteln im Kieler Kaufmann, für dessen Kosten die IHK gerade stand, feierlich verkündet.
Übrigns: Zahlen die Kleinunternehmer, die ja auch in der IHK organisiert sind, derlei Schlemmereien mit ihren Mitgliedsbeiträgen?
Darüber sollte die IHK-Spitze sich mal äußern.
Was ist nun aber „Littoral Warfare“?
So bezeichnet wird der „Einsatz“ (fieser Euphemismus) der Marine in küstennahen Gewässern.
Das Institut, das dazu beitragen soll, dieses Kriegssegment zu perfektionieren, erhält 35 Dienstposten der Bundesmarine.
Außerdem ist ein reger Austausch vorgesehen. Auch Tötungsexperten anderer NATO-Staaten sollen dort wirken, was der Etat, der enorm sein dürfte, hergibt.
Deutschland wird eben demnächst nicht mehr nur in ganz Europa sowie am Hindukusch verteidigt, sondern auch in allen küstennahen Regionen der Erde.
Nun ist zwar die alte Friedensbewegung schon dadurch, daß ihre Partei, die Grünen, bei erster Gelegenheit zum Kriegstreiber-Bund mutierte, hinreichend diskreditiert, aber daraus folgt keineswegs, daß man sich nicht mehr gegen geistig-moralisch-materielle Aufrüstung organisieren und über das, was einst doch gar nicht unzutreffend „militärisch-industrieller Komplex“ hieß, aufklären kann.
Was spricht dagegen, Demonstrationen gegen die Gründung dieses Institutes zu organisieren?
Studenten, wo seid Ihr?
Mittlerweile nur noch mit der eigenen Karriere beschäftigt?
Kaum andere Gadanken mehr als den an die Alterssicherung?
Zeigt Euch mal wieder auf den Straßen, nicht nur, wenn es um Studiengebühren geht, und macht die Wik zu einem heißen Pflaster.
Apropos Pflaster: Pflastersteine werft Ihr aber bitte nicht, denn wer in seiner Jugend Pflastersteine nach Polizistenköpfen wirft, obwohl eine Revolution noch nicht einmal in Sicht ist, wer also randaliert und seinen widerwärtigen Hooliganism als verantwortungsvolles Rebellentum ausgibt, der wird später zum Herrn kollateraler Leichenberge, der mit erfundenen Meldungen über Konzentrationslager in einem Lande einen Krieg zu rechtfertigen versucht und sich mit den Worten „Ich habe zwar NIE WIEDER KRIEG gesagt, aber ich habe auch NIE WIEDER AUSCHWITZ gesagt.“ als tragischer Held inszeniert.
Und wie eben dieser Joseph „Joschka“ Fischer will doch hoffentlich keiner von Euch werden.

Karasek und der neue Spielplan

Der Kieler Theater-Intendant Daniel Karasek äußerte sich gestern zum neuen Spielplan seines Hauses.
„Wir verstärken die Konzentration auf neue Stücke.“ sagte er.
Das ist mutig, denn viele Zuschauer halten sich an das Bewährte.
Aber tun sie das vielleicht zurecht?
Gibt es heute noch genug Talente unter den Theaterautoren?
Oder hat sich weithin die Auffassung, ja die Erkenntnis durchgesetzt, daß Drehbücher/Filme, nicht Theaterstücke unserer Zeit gemäß sind?
Jedenfalls stammen sieben der zwölf Stücke in der neuen Spielzeit von zeitgenössischen Autoren.

Ist der THW vielleicht doch eine Klasse für sich?

Zugegeben, die deutsche Handball-Meisterschaft ist noch nicht entschieden, aber zweifelt denn innerhalb oder außerhalb Kiels noch jemand daran, daß der THW die beste Mannschaft hat?
Das Punktekonto kann täuschen (wenn es das auch in diesem Fall nicht tut, denn der THW liegt ja mit vier Punkten Vorsprung an der Spitze), denn das Glück kann sich da bei einzelnen Mannschaften ebenso leicht summieren wie bei anderen das Pech.
Deutlicheren Aufschluß über die Kräfteverhältnisse in der Liga gibt das Torverhältnis, wenn es auch nur in Ausnahmefällen entscheidet.
Und die sich aus dem Torverhältnis ergebende Differenz beträgt beim THW derzeit +179.
(Flensburg-Handewitt +143,
Gummersbach +114,
Magdeburg +106,
Lemgo +92)
Alle anderen sind in diesem Kontext nicht der Rede wert.
Der Abstand des THW zu den anderen Spitzenmannschaften ist also überdeutlich.
Aber kann von anderen Spitzenmannschaften überhaupt die Rede sein?
Legt man das Torverhältnis zugrunde, dann ist allenfalls noch Flensburg-Handewitt als solche zu bezeichnen.
Schleswig-Holstein ist eben DAS Handball-Land.

Monatskarte für den Bus zu teuer

Ich zum Beispiel habe eine 2-Zonen-Monatskarte. Damit komme ich noch nicht einmal nach Laboe.
Zugegeben: Das will ich auch nicht.
Was ist da schon los?
Ist Laboe nicht die tote Hose schlechthin?
Ich frag´ ja nur.
(Proteste bitte als Kommentare einstellen.)
Außerdem ist das vielgerühmte Ehrenmal ein obszönes Phallussymbol.
Wo war ich stehengeblieben?
Ach ja, also, daß man für eine 2-Zonen-Monatskarte 43,80 € berappen muß, das scheint mit entschieden zu heftig.
Zumal die Preisentwicklung im Laufe der letzten Jahre durchaus nicht der Inflationsrate entspricht. Auch wenn man berücksichtigt, daß Benzin schneller teurer wird als fast alles andere, kann man die Preissprünge bei den Monatskarten wohl nicht rechtfertigen.
Und dann steigt man mitunter in Busse, die so übervoll sind, daß bei jeder Bremsung hohe Verletzungsgefahr besteht, und das ist wirklich kein Übertreibung.
Dennoch nehme ich an, daß es Leute gibt, die grundsätzlich nur zu solchen Zeiten und an solchen Orten Busse benutzen, wo sie sie wissen, daß die roten KVG-Raupen bis zum Bersten gefüllt sind. Denn dann passen garantiert keine Kontrolleure in den Wagen, und das Schwarzfahren wird zur sicheren Sache.
So etwas wollen wir natürlich nicht. Wir zahlen brav, was zu zahlen ist, und wenn es gar zu teuer wird, steigen wir eben doch auf andere Verkehrsmittel um.
Übrigens: Es gibt natürlich auch Kritik an der KVG, die wir nicht gutheißen können.
Neulich saß ich in einem fast leeren Bus, und unweit von mir machte es sich ein Mitbürger bequem, indem er seine beschuhten Füße auf dem gegenüberliegenden Sitz plazierte.
Erwartbarerweise kam irgendwann die entsprechende Ermahnung seitens des Busfahrers.
Daraufhin nahm der Typ widerwillig seine Füße vom Sitz und maulte vor sich hin:
„Wozu zahlt man denn hier seine 50 Euro im Monat?!“
Das war sein Ernst!
Ein Mensch, der glaubt, mit dem Kauf eines Fahrscheins auch das Recht erworben zu haben, die Sitze des Busses zu verschmutzen.
Egoismus und Dummheit sind eben nahe Verwandte.

Holstein schafft es noch

Tja, das war wohl nichts gestern gegen die Jenaer.
Am liebsten würde man sich die erste Halbzeit wegdenken: nach 45 Minuten 0:2 im eigenen Stadion vor über 6000 Zuschauern – das ist schon bitter, wenn auch in der zweiten Halbzeit noch aufgeschlossen werden konnte.
Aber trotz dieses 1:2 im Spiel gegen einen direkten Konkurrenten um den Aufstieg sollte man die Denkmurmel nicht hängen lassen. Holstein hat nach wie vor die Chance, in der kommenden Saison in der zweiten Liga zu spielen.
Und da es ja offensichtlich am Kampfgeist auch gestern nicht mangelte, sollten wir auch künftig dabei sein und die Daumen drücken, bis sie blau sind (es müssen ja nicht die eigenen sein).
Noch hat Holstein in dieser Spielzeit acht Partien vor sich, und die Mannschaft hat genug Potential, um den Aufstieg zu schaffen.
Irgendwelche Einwände?

One Night of Ray Charles im Schloß

Das kommt am Mittwoch, dem 29.3., um 20.00 Uhr auf uns zu.
Es geht um jenen Ray Charles, den Elvis Costello einst im Suff als „blind, ignorant nigger“ bezeichnete.
Das können und wollen wir nicht gutheißen.
Ray Charles gilt als einer der bedeutendsten Pioniere der Popmusik.
Er machte die Verbindung von geistlicher und weltlicher Musik populär und ebnete der Soul-Musik den Weg.
Lauscht man allerdings den Aufnahmen des unlängst Verstorbenen, so muß man feststellen:
Im Unterschied zum wirklich Großen der Zeit sind sie nicht für die Ewigkeit gebaut, sondern eben ganz furchtbar modisch.

An der Information der Stadtbücherei

Ist man, wegen seines Wohlstands-Übergewichts ächzend, die furchtbar steile Treppe zur Stadtbücherei hochgestiegen (Wie bitte? Ich könnte auch den Fahrstuhl nehmen? Kommt überhaupt nicht in die Tüte! Ich habe schließlich auch meinen Stolz. Außerdem muß ich, wie schon angedeutet, abnehmen, und da kommen diese Stufen gerade recht), dann sieht man sich der den meisten Lesern wohl bekannten Schlachtformation gegenüber:
einem Halbkreis mit der Buchrückgabe-Möglichkeit an der linken Flanke, der Buchausgabe an der rechten und der Information als zentraler Speerspitze.
An eben dieser Information sitzt ein Bibliothekar oder eine Bibliothekarin, die subalternen Sackratten in den anderen Bereichen müssen stehen.
Es ist schon bemerkenswert, daß auf diese Weise der Ranguntrschied zwischen verschiedenen Gruppen des Personals vermittelt wird. Und niemand wird mir erzählen können – zumindest nicht glaubhaft -, daß etwas anderes der Sinn der Sache sei.
Schließlich könnte man die elektronisch verstärkte Medienannahme und -ausgabe auch ohne weiteres im Sitzen erledigen.
Dennoch ist es der Bibliothekar, der meint, Grund zur Klage zu haben: Bildet sich nämlich an seinem Platz eine Schlange von Besuchern (oder steht zumindest hinter dem, den der Medienexperte gerade zu informieren versucht, ein zweiter), dann ruft er entnervt:
„Wenden Sie sich auch an die Information im hinteren Bereich! Da sind auch noch zwei Informationsplätze.“
Wo er recht hat, hat er recht.
Und die sind sogar immer besetzt.
Mit zwei Bibliothekaren.
Dort also, wohin sich jeder Besucher wenden wird, ist nur ein Platz, dort aber, wo kein unkundiger Besucher eine Informationsmöglichkeit vermutet, befinden sich zwei.
Ein schöner Schildbürgerstreich.

Stadtbücherei: Andreas-Gayk-Straße 31

Kielius

Kielius nennt sich die Buslinie, die Kiel (ZOB) mit Hamburg (Flughafen, aber auch teils ZOB) verbindet.
In Anspruch genommen wird sie vornehmlich von Fluggästen, daneben aber auch von Pendlern wie mir.
Warum ich darüber schreibe?
Weil es in hohem Maße erfreulich ist, daß es diese Linie gibt.
Man zahlt in jedem Fall wesentlich weniger als bei der Bahn, ob Einzelfahrschein oder Monatskarte, und man ist nicht mal viel länger unterwegs: eine Stunde und zwanzig Minuten, wenn kein Stau auf der Autobahn ist.
Einziger Zwischenstopp ist Neumünster, wo die im Stundentakt fahrenden Kielius-Busse an den Holstenhallen und am ZOB halten.
Für Studenten der CAU gibt es übrigens Sondertarife, die außerordentlich günstig sind.
Die Sitze sind mit allem Komfort ausgestattet, und man bekommt morgens sogar eine Kieler Nachrichten umsonst. Darüber hinaus liegen Illustrierte aus.
Die meisten Busfahrer weisen bei ihrer Anfangsdurchsage übrigens darauf hin, daß die Fahrgäste keine Handys (und Laptops) verwenden dürfen: Man hat tatsächlich Angst, daß dies die Bordelektronik dergestalt angreifen könnte, daß die Bremsen versagen.
Aber das ist doch wohl dunkelster Aberglaube.
Ansonsten, wie gesagt, ist das Ganze eine erfreuliche Sache.

Hänschen und Marie

Marie genoss diesen Moment des Alleinseins. Innerlich fast schwebend saß sie sich auf dieser Bank am Molfsee, einem See in der schleswig-holsteinischen Landschaft. Mit geschlossenen Augen und zurückgelegtem Kopf genoss sie die Strahlen der Abendsonne in ihrem Gesicht, spürte den kühlen Hauch des Abendwindes auf ihrer Haut. Tiefes Atmen und das Spüren ihres Lebens, die Schreie der Vögel von der Möweninsel und das leise Plätschern der Wellen am Uferrand bescherten ihr einen dieser dankbaren Momente, in denen man das Alleinsein genießt, ohne sich einsam zu fühlen.
Es war die Bank ihrer Kindheit. Vor über dreißig Jahren hatte sie hier ihren ersten Kuss bekommen, eine heimliche Zigarette geraucht, Rotwein aus der Flasche getrunken. Sie erinnerte sich an diese lärmenden Abende mit ihren Freunden. An Peter, den Wilden, der neunzehnjährig bei einem Motorradunfall starb; an Horst, den Lautesten von ihnen, der heute als erfolgreicher Bauunternehmer und Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr die Geschicke des Dorfes mit in der Hand hat; an Martina die mit 15 gerade das dritte Mal verlobt war und mit 18 schon verheiratet, an Siegfried, den Fussballbegeisterten, der noch heute in der Alten Herren von früheren „glorreichen“ Zeiten erzählt; und Hans fällt ihr ein, der Stille, der durch seine tiefe Nachdenklichkeit stets etwas geheimnisvoll und zart erschien.
Hans war es, der sie damals zum ersten Mal küsste. Hier, auf dieser Bank. Ängstlich, zurückhaltend und ein bisschen tumb, so dass sie noch heute darüber lächeln muss. Dabei erschien ihr dieser Kuss trotz dieser Ungelenkheit so unglaublich zärtlich und sanft.
Und ein paar Wochen später hatte sie ihm so weh getan in ihrer kindlichen Naivität – ob er heute noch genauso an diesen Moment zurückdenkt, wie sie es jetzt tat? Sie würde ihm gerne sagen, dass das, was sie damals nur als lächerlich empfand, so tief ging, dass sie es manchmal heute noch als fernen, wehmütigen Schmerz spürte.
Damals, nach diesem Kuss, trafen sie sich fast jeden Abend an dieser Stelle – heimlich, die Clique sollte es nicht wissen. Es war ein Sommer mit langen, milden Abenden. Beide konnten sie nicht schwimmen und hatten das vor den anderen stets zu verbergen gewusst. Trotzdem gingen sie nun ins Wasser. Gemeinsam, Hand in Hand. Bis zum Bauch und ein wenig tiefer.
In den Abendstunden schien das Wasser besonders lau. Der Wind, der schon die beginnende Kühle der Nacht in sich trug, umfächelte ihre Schultern. Das Wasser spürten sie mild an ihren Körpern. Und wie einen schwachen elektrischen Strom spürten sie etwas über ihre Hände in die Körper fließen. Ohne dabei zu reden genossen beide still die Geborgenheit, die sie durch die Ruhe ringsherum zu umarmen schienen. Und niemals vorher empfand Marie die Sonne, die hinter dem Wäldchen hinter der Vogelinsel unterging, so tief, so rot, so leuchtend und so warm wie in jenen Tagen.
Erst als nur noch ein dunkelroter Schimmer in den Abendwolken zu erkennen war, die Dämmerung über den Tag zu gewinnen begann und die Kühle sich durch ein leichtes Zittern im Körper bemerkbar machte, gingen sie an das Ufer zurück, trockneten sich mit den weißen Frotteetüchern ab, die über der Bank lagen, und liefen Hand in Hand heimwärts.
Marie wunderte sich darüber, wie wenig sie eigentlich damals miteinander sprachen. Denn sie hatte immer das Gefühl gehabt, sie hätten viel miteinander geredet. Und sie wunderte sich darüber, wie selbstverständlich sie ihr Zusammensein empfunden hatte.
Es waren wunderschöne Abende gewesen. Doch schon bald hatte Marie den Wunsch, auf den See hinauszuschwimmen – hinein in die flachen Wellen, die den rötlichen Widerschein des Abends in sich trugen. Eines Tages – Hänschen war im Zeltlager – sprach sie mit ihrer Mutter darüber, und die zeigte ihr die ersten Trockenübungen; Onkel Karl ging an einem Samstagnachmittag mit ihr an den See, um sie bei den ersten Versuchen zu halten und zu leiten. Prima ging’s, und von Tag zu Tag wurden die Kreise, die sie schwimmen konnte, größer.
Den ersten gemeinsamen Abend nach Hänschens Zeltlager empfand sie als etwas ganz Besonderes, sie hatte sich sehr darauf gefreut und saß schon eine halbe Stunde auf der Bank, bis er endlich kam. Kein Kuss, nur dieser strahlende Blick, als er sich langsam bis auf die Badehose auszog. Innerlich lachte sie und wusste gar nicht so richtig, warum. Als Hänschen dann ihre Hand nahm, schmiegte sie sich eng an seine Arm. Gang langsam taten sie die erste Schritte, doch plötzlich liefen sie in den See hinein und blieben schweratmend dort stehen, wo sie gerade noch Grund hatten.
Und wieder empfand Marie alles so wunderschön, so warm und so leuchtend. Allein schon ihr eigenes Atmen und das Pochen ihres Herzens schienen die Stille zu stören. Ganz stark fühlte sie sich, und sie fühlte sich unheimlich stark, als sie seine Hand los ließ und die ersten Schwimmzüge machte. Es war einfach herrlich, durch das Wasser zu gleiten und der untergehenden Sonne ein Stück entgegen zu schwimmen. Marie genoß das alles, vergaß dabei Zeit und Raum und konzentrierte sich nur auf das Schwimmen und auf das, was um sie herum war. Sie war sehr stolz auf sich, als sie sich nach einiger Zeit das erstemal umblickte. Und da sah sie Hänschen, der gerade die letzten Schritte zum Ufer zurücklegte, sein Handtuch nahm und sich bereits anzog, während sie noch zurück schwamm.
Als sie sich abtrocknete, stand er wartend neben ihr. Und doch hatte sie den Eindruck, er wäre meilenweit von ihr entfernt. Kein Wort zwischen ihnen, kein Händchenhalten, kein Laufen und Lachen auf dem Nachhauseweg und nur ein ausweichender Blick beim Abschied.
Es war damit der letzte Blick, den Hänschen Marie schenkte.
Es war vorbei.
Marie hatte Schwimmen gelernt…

Eckhard Henscheid im Literaturhaus

Am Donnerstag, dem 23.3., um 20.30 Uhr sollte man sich im Literaturhaus eingefunden haben.
Denn dort liest dann Eckhard Henscheid.
Kennt ihn jemand noch nicht?
Henscheid gehört zu den Gründern des formidablen Satire-Magazins Titanic, für das er auch heute noch Beiträge verfaßt.
Bisweilen ist er auch Hans Mentz, und obwohl sein Stil unverkennbar ist, halten viele das Kollektiv-Pseudonym immer noch für den Namen eines real existierenden Kritikers. Als Mentz setzte Henscheid unlängst seine kommentierte Chronik des Doppelnamen-Schwachsinns fort.
Der Meister ist übrigens auch Romancier (Die Vollidioten), passi0nierter Schachspieler und Musikliebhaber.
Und eben als solcher, genauer: als Autor von Texten über Musik, präsentiert er sich im Literaturhaus. Vielleicht schließt sich an die Lesung eine Diskussion an.
Wenn Du, lieber Leser, aber nicht sehr helle bist, solltest Du Dich nicht auf einen Disput mit dem Autor einlassen:
Vor einigen Jahren wurde ich am Fernsehschirm Zeuge, wie Henscheid den Semi-Intellektuellen G. Nenning mittels Ironie und Sarkasmus vernichtete (im Dienste des Humanismus, versteht sich).
Nenning wird das wohl einige Stunden oder Tage später bemerkt haben (denn das Gelingen bestand ja darin, daß er Henscheids Weise während der Diskussion nicht begriff).
Ein derart böses Erwachen willst Du doch gewiß nicht erleben, lieber Leser.

Literaturhaus: Schwanenweg 13

Ich hasse Oma

Nun hab‘ ich’s ja doch rausgefunden, wie man bloggt. 40 Euro gespart! Nu‘ mal gucken, wie sich meine erste Geschichte hier macht – selbst erlebt und erlitten am ZOB vor dem Sophienhof, und in Rammsee dann mit klammen Fingern zu Computer gebracht (das als ergänzende Erklärung zum Kiel-Bezug)…

Ich hasse Oma
Ich weiss nicht, wer Oma ist, doch ich hasse sie.
Oma steht am Beginn der Schlange, die auf den Bus wartet – nie im Sommer, wenn’s trocken und warm ist. Nein, nur im Winter steht sie da.
Wegen mir!
Ich steh‘ nämlich am Ende der Schlange. Etwas zusammengekauert und den Kragen hochgeschlagen, weil der Schneeregen und der eisige Wind mir die Ohren vom Kopf reißen wollen.
Die Schlange ist nicht lang – doch lang genug, dass ich als einziger draußen stehen muss, wenn Oma und die Passagiere vor mir in den Bus gestiegen sind. Irgendwie scheint der Wind noch viel heftiger am Bus vorbeizublasen, weil ich dort stehe…
Freundlich lächelnd begrüsst Oma den Fahrer und fragt sogleich, wie’s den Kindern geht. Ganz unbedarft tut sie das, während sich die ersten Eiszapfen an meinem Bärtchen bilden. Und „Huhu, Frau Lehmann“, winkt sie durch den Bus. Dabei fummelt sie mit ihren behandschuhten Händen am Reißverschluss einer großvolumigen Einkaufstasche herum, weil sie sich denkt, sie müsste wohl einen Fahrschein lösen. Ich denke, „Ob ich ihr das Fahrgeld gebe?“, denn ich weiss genau, was passiert.
Derweil ist Oma eisern und rüttelt mit dem Nippel ihres Reißverschlusszippels die Einkäufe durcheinander. Dann wird die Tasche abgestellt und Finger für Finger aus den Handschuhen gepellt – ganz behutsam, als könnten die noch mehr zerknittern.
Tja, wohin nun mit den Handschuhen? In die Manteltasche passen sie irgendwie nicht hinein, und die Einkaufstasche ist noch zu! „Können Sie mal halten?“ an den Hintermann, presst sie dann mit dem linken Unterarm die Tasche an die Brust und beginnt einen erneuten Versuch, den Reißverschluss zu einer Bewegung zu bewegen.
Ich merke, wie die Beine meiner Jeans hart werden. Die Beinhaare stellen sich auf und beginnen, sich pieksend bemerkbar zu machen, während Oma im eifrigen Bemühen, die Tasche zu öffnen, dem Busfahrer ihren erlebnisreichen Tag schildert und: „Ja, Frau Lehmann, ich komm‘ ja gleich!“
Während ich einem knatternden Geräusch lausche, das erstaunlicherweise vom Zusammenschlagen meiner Zähne herrührt, scheint sich der Reißverschluss endlich zu bewegen. Ich verzichte auf das Beifall klatschen, weil meine Hände wohl zerbrechen würden.
Ich könnte Oma ja sagen, dass ihre Gelbörse ganz unten in der Tasche liegt, aber sie würd’s mir wohl nicht glauben. Während sie meiner unausgesprochenen Vermutung folgt, zähle ich die Wassertropfen, die von der Dachreling in meinen Nacken töpfeln – 14 sind’s, als Oma mit einem triumphierenden Gesichtsausdruck die Geldbörse hervorzieht. Nun müssen nur noch die Handschuhe in die Tasche („Danke, junger Mann“), an einen ganz bestimmten Platz. Reißverschluss wieder zu und die Henkel über den Arm gestülpt. „Was kostet das?“ – Als ob sich der Fahrpreis seit gestern erhöht hätte. „Mal gucken, ob ich’s klein hab…“
„Nein Oma,“ bin ich versucht zu sagen, „da fehlt ein Groschen!“ Aber ich hab‘ keine Kraft mehr, diesen Gedanken auszusprechen. Ob meine Füsse schon schwarz sind?
Hochkonzentriert zählt Oma Geldstück für Geldstück vor; ihr Bemühen, auch in den entlegendsten Falten noch etwas Bares zu finden, erinnert mich an das Auswringen eines trockenen Handtuches. Wieso kann ich eigentlich noch denken – können Gedanken nicht erfrieren?
Natürlich fehlt ’n Groschen! „Ich glaub‘, ich hab‘ noch einen im Mantel…“ Hm-hm, wie könnt’s auch anders sein.
Also Tasche abgestellt, und dann wird in den Manteltaschen gekramt. Erst müssen die 27 Taschentücher raus, dann die alten Fahrkarten. Oh Wunder, ein Fünfpfennigstück.
Und wo ist das zweite? Nicht da! Also Taschentücher wieder rein, die alten Fahrscheine auch und das Fünfpfennigstück (mit dem sie mich wohl morgen wieder fertigmachen wird), Geldbörse aufgeklappt, Kleingeld hinein (Silber links, das andere rechts), Geldbörse zugeklappt und das Geldscheinfach geöffnet – dort steckt er drin, der Unantastbare. Gehässig grinse ich in mich hinein, als sie ihren Zwanzigmarkschein hervorziehen muss.
Als der Fahrer das Wechselgeld vorzählt, überlege ich, ob ich nicht besser mit dem Taxi fahre, das würde mir das Überleben sichern. Doch wer könnte mich zum Taxistand führen?
Oma Klappt das Geldscheinfach zu (natürlich ohne den Zehner hineinzustecken, den sie gerade zurückbekommen hat), öffnet die Geldbörse (Silber links, das andere rechts), schließt die Geldbörse mit einem „Knips“, das wie ein Peitschenhieb meinen völlig unterkühlten Körper malträtiert, und öffnet wieder das Geldscheinfach, um den Zehner – nachdem sie ihn sorgfältig geglättet hat – irgendwie in das Gefache zu fummeln.
Und irgendwie kriegt sie’s hin. Auch das Verstauen der Börse in der Tasche klappt wider Erwarten gut.
Halt! Die Handschuhe! Ach ja: Tasche nochmal auf, die Handschuhe („Huch, ich hatte sie doch gerade noch…“) gesucht, Tasche wieder zu und Mund auf: „Ach Frau Lehmann…“, eine leiser werdende Stimme.
Gottseidank, die Schlange bewegt sich. Als ich dran bin, kriege ich die Monatskarte mit den steifgefrorenen Fingern kaum aus der Tasche gefummelt. „Geht’s nicht ein bisschen schneller?“ tönt eine Stimme hinter mir.
Ich hasse Oma wirklich.

* * *

Im Sommer macht das Busfahren richtig Spaß. Ich muss nur vorsichtig sein, wenn’s regnet. Und im Supermarkt stell‘ ich mich immer in die längste Schlange, wenn ich’s eilig hab‘. Denn in der kürzesten steht garantiert Oma.
Erwähnte ich schon, dass ich sie hasse?

Kiel als Mind Mapping City Mitteleuropas

Die Kreativ- und Denktechnik Mind Mapping® feiert 2006 das 20-jährige Bestehen in Kiel. Aus diesem Grund ist es meine Idee, sehr vielen Kielerinnen und Kielern den Zugang finanziell zu erleichtern. Für eine Teilnahmegebühr von 40 Euro kann man fast jeden Samstag diese faszinierende Arbeits- und Denktechnik erlernen.
Wäre es nicht wunderbar, würden wir hier an der Förde des besonderen Denkens und Erinnerns mächtig sein!!
Mind Mappinng ist gut für Schul-Kinder, Studentinnen und Studenten, Privatmenschen jeden Alters, Geschäftsleuten, Senioren.

Heute schon gemäppt??
mailen: VMM@mindmap.de oder 83317, Maria Beyer, Kleiststr. 62a, 24118 Kiel

„Klamms Krieg“ im Theater im Werftpark

Führt denn irgend ein anderes Theater in Kiel so viele Stücke auf wie jenes im Werftpark?
Wohl kaum.
Am Donnerstag, dem 16.3., um 10.30 Uhr gibt´s schon wieder was: „Klamms Krieg“.
Das ist, wie das Theater im Werftpark meldet, „ein Lehr(er)stück für Jugendliche und Erwachsene, Lehrer und Eltern.“
Na denn man tau!

Theater im Werftpark: Ostring 187a

Krankenpflegeschülerexamensparty

Was sich hinter diesem imposanten Kompositum verbirgt, liebe Pfleger und Schwestern, werdet ihr am Donnerstag, dem 16.3., ab 21.00 Uhr in der Halle 2 der Traum GmbH sehen, wenn Ihr es noch nicht wißt.
Darf man schon gratulieren?
Und wie sind die Anstellungschancen?
Ich war auch mal in dem Bereich tätig, wenn auch nur als Zivildienstleistender.
Ich war in einem Pflegeheim in Ellerbek, und mich grauste es damals, wenn ich sah, wie Dekubiti (oft recht tiefe Wunden aufgrund einseitiger Lagerung) täglich in raschem Wechsel mit Heißluft aus einem Fön und durch Bestreichen mit einem Eiswürfel behandelt wurden, um den Heilungsprozeß zu beschleunigen – während die betroffenen Bewohner wimmerten.
Sagt mal, ist denn sowas wirklich zuträglich?
Oder schädlich?
Oder weder noch?
Habt Ihr das in Eurer Ausbildung noch gelernt?

Traum GmbH: Grasweg 19

Kieler Saxophon Quartett

„Es wird Jazz gemacht solange, bis die ganze Bude kracht.“
So oder ähnlich heißt es bei Tony Marshall.
Und das gilt auch am Donnerstag, dem 16.3., um 21.00 Uhr im Nachtcafe.
Denn dort tritt das Kieler Saxophon Quartett auf.
Stellt Euch das mal vor: Charlie Parker mal vier!
Das darf man sich zwar entgehen lassen, denn dies ist, Merkel und Schäuble zum Trotz, ein freies Land, sollte man aber nicht.

Nachtcafe: Eggerstedtstraße 14

Akustik-Punk-Kabarett in der Schaubude

„Strom und Wasser“ nennt sich die Formation, die am Donnerstag, dem 16.3., um 21.00 Uhr in der Schaubude zu bewundern sein wird und deren Name schon mächtig nach Lebensmüdigkeit klingt.
Es handelt sich um „Akustik-Punk-Kabarett“.
Das nun aber ist ein Formulierung, die die Abwesenheit von Strom nahelegt.
Aber das gehört eben zum Wesen des Punk: das vorsätzliche Einsetzen von Widersprüchen.

Schaubude: Legienstraße 40

H.-C. Poth spielt H. C. Andersen

„Ein Irrer – Ein Verliebter – Ein Poet“ lautet der Untertitel der Veranstaltung am Mittwoch, dem 15.3., um 20.30 Uhr im Studio des Schauspielhauses.
Es ist zu hoffen, daß sich in der Gleichheit der Vornamens-Initialen eine geistige Affinität spiegelt und daß uns ein Andersen präsentiert wird, der dem Wesen des Dichters nahekommt, fern von den üblichen verstümmelten Versionen seiner Werke, die in diesem unserem Lande leider immer noch erhältlich sind.

Schauspielhaus: Holtenauer Straße 103

Een Stück von´t Glück

Man gibt sich in Kiel und Umgebung wirklich alle Mühe, das Niederdeutsche nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Das ist löblich.
Im Savoy-Kino Bordesholm wird am Mittwoch, dem 15.3., um 20.00 Uhr ein Stück mit dem Titel „Een Stück von´t Glück“ von der Niederdeutschen Bühne Neumünster aufgeführt.
Wir dürfen wohl annehmen, daß das Wort „Stück“ im Titel doppeldeutig ist.

Savoy-Kino: Schulstraße 7, Bordesholm

Die Zauberflöte in der Oper

Zum Beispiel am 15.3. um 19.30 Uhr.
Das wirft Fragen auf:
Warum geht die Intendanz auf Nummer Sicher und läßt eine Oper inszenieren, bei der das Haus garantiert voll wird?
Läßt der Kulturetat der Stadt keinen Raum für Risiken?
Oder hat Herr Köchel etwa nicht genug weniger Bekanntes zusammengetragen, das auch Beachtung verdiente?

Oper: Rathausplatz 4

„Der Schäfer Raul“ im Hof Akkerboom

Raus aus der Schule, rein ins Theater, liebe Kinder:
Am Mittwoch, dem 15.3., um 15.00 Uhr wird im Hof Akkerboom das für Euch geeignete Stück „Der Schäfer Raul“ gegeben.
Wie, Ihr geht lieber ins Kino?
Gut, aber so ein Theatererlebnis hin und wieder kann doch nicht schaden.
Zugegeben, den Film Sky High, der inzwischen auf DVD erhältlich sein dürfte, sollte man auf jeden Fall sehen.
(Für die Eltern: Ein perfekt gebautes, höchst unterhaltsames Plädoyer für den Humanismus)
Aber der Film läuft Euch nicht weg.
Also geht doch erstmal zu dem Schäfer, dessen Name Euch zurecht spanisch vorkommt.
Versprochen?

Hof Akkerboom: Stockholmstraße 159

Französische Orgelromantik in der Nikolaikirche

Sodom und Gomorrha, Otterngezücht, Natterngeflecht, kurz: französische Orgelromantik.
Daß in einem Gotteshaus öffentlich französisch georgelt wird, was die Romantik hergibt, macht mich sprachlos.
Da muß ich Helmut Kohl das Wort überlassen:
„Ja, wo sind wir denn eigentlich hingekommen in der Bundesrepublik Deutschland?“
Jetzt wo ich die Sprache wiedergefunden habe, fällt mir ein: Die Kirche ist ja immer auf der Suche nach neuen Wegen, die Menschen für den Glauben zu gewinnen.
Erkennen sollen sie, die Schäfchen.
Im biblischen Sinne.

St. Nikolai: Alter Markt

Der Engel und das Blaue Pferd

Das Theater im Werftpark präsentiert:
Der Engel und das Blaue Pferd
Am Dienstag, dem 14.3., um 10.30 Uhr.
Was das ist?
„Eine himmlische Dreiecksgeschichte“, läßt uns das Theater im Werftpark wissen.
Wenn auch der Titel ein Zweieck nahelegt und damit auf Eindimensionalität schließen läßt.
Aber es kann ja dennoch nett werden.

Theater im Werftpark: Ostring 187a

Pippo Polina im Kulturforum

Ein Mann, eine Gitarre, eine Stimme.
C´est tutto.
(Eso es Kauderwelsch.)
Also: Pippo Polina am Dienstag, dem 14.3., um 20.00 im Kulturforum Solo in Concerto.
Als Liedermacher wird uns der junge Italiener angekündigt. Das läßt an Stefan Sulke, Geog Danzer und dergleichen Kleinstkünstler denken, wenn man sich an die noch erinnern kann.
Aber damit geht man ebenso fehl, als würde man NEK als Schlagersänger bezeichnen.
Also einfach mal hin.

Kulturforum: Andreas-Gayk-Straße 31

Quiz Night und Cocktails im Irish Pub

Und zwar am Montag, dem 13.3., um 20.00 Uhr.
Gibt´s denn da sonst keine Cocktails?
Oder heißt das nur, daß der Quiz-Gewinner sich damit umsonst zuschütten darf?
Daneben hat man da übrigens an Bieren ein Stout (Guinness) und ein Ale (Kilkenny).
Schön und gut.
Für meinen Geschmack dürfte es allerdings ein wenig spezieller sein.
Wie wäre es zum Beispiel mit Strong Suffolk?
Das ist ein komplexes, tief malziges, fruchtiges, likörhaftes und dabei doch lebhaftes Ale aus dem Osten Englands. Man bekommt es in Martins Weindepot in der Holtenauer Straße. Im Irish Pub dagegen nur die genannten Einheitsbiere, die zwar wirklich nicht schlecht sind, aber doch nur eine schwache Ahnung davon vermitteln, was Ale und Stout leisten können.
Und was das Quiz betrifft: Die im Fernsehen haben vielleicht schon ihren Zenit überschritten. Ein Quiz im Irish Pub dagegen könnte man mit Irland-spezifischen Fragen würzen.
Aber andererseits:
Weiß denn hier jemand, wie der irische Premierminister heißt?
Nennt der sich überhaupt Premierminister?

Also doch lieber allgemeine Fragen.

Irish Pub: Bergstraße 15

The Descent in der Brücke

Oder sagt man „auf der Brücke“?
Na, jedenfalls im Brücke-Kino.
Das Meisterwerk von Neil Marshall ist der beste Film des vergangenen Jahres.
Und er heißt durchaus nicht „The Decent“ (das hieße „Der Anständige“ / „Die Anständige[n]“), wie es in einigen Ankündigungen der hiesigen Presse heißt, sondern, wie gesagt, „The Descent“ („Der Abstieg“).
Wer den erschütternden Film im Cinemaxx verpaßt hat, der hat Gelegenheit, noch am Montag (13.3.), Dienstag oder Mittwoch Versäumtes nachzuholen.
Für nur 1,50 Euro.

Brücke: Holstenbrücke

1-Euro-Party in der Mausefalle

Wenn anderswo Sparer-Partys gefeiert werden (Böll, Tucholsky), setzt die Mausefalle noch einen drauf:
Am Montag, dem 13.3., ab 21.00 Uhr wird dort eine 1-Euro-Party gegeben.
Bezieht sich das aber nun auf den Preis für den Einlaß?
Oder kostet das erste Getränk einen Euro?
Oder jedes Getränk?
Oder alle Getränke zusammen (schön wär`s)?
Man bedenke, daß dieses Etablissement Mausefalle heißt.
Also nicht hineintappen in die Falle, deren Steller Menschen als Mäuse betrachten.
Oder doch?

Mausefalle: Kaistraße 54

Rosenstolz

Rosenstolz sind ohne Frage Deutschlands erfolgreichste Pop Band. Ihr 15jähriges Jubiläum wird die Band um AnNa R. und Peter Plate mit ihrer bisher größten Tournee begehen. Dabei werden 36 Städte in ganz Deutschland angesteuert.

Am 4. Juni sind Rosenstolz live in der Ostseehalle.

„Try and Error“ im Werftpark

Das Theater im Werftpark zeigt dieser Tage ein Stück mit dem Titel „Try and Error“.
Es handelt sich angeblich um „ein choreografiertes Theaterstück über das Lernen, Scheitern und Aufstehen“.
Warum erinnert mich das an den Titel „Cobwebs and Strange“ von The Who?
Weil hier wie dort fälschlicherweise zwei Wörter unterschiedlicher Wortarten durch „und“ verbunden werden.
Bei The Who ist das allerdings beabsichtigt.
In diesem Stücktitel etwa auch?
Selbstredend müßte es „Trial and Error“ heißen (Versuch und Irrtum), nicht „Try and Error“ (Versuchen und Irrtum).
Aber vielleicht soll sich in dem fehlgeschlagenen Versuch, den Begriff zu vermitteln, das Fehlschlagen des Versuches selbst und damit der Error spiegeln.
Zuviel der Ehre?

Theater im Werftpark: Ostring 187a