Archiv für den Monat: Februar 2006

Wildpark Eekholt

Der Wildpark Eekholt ist auf jeden Fall eine Fahrt von Kiel aus wert. Schließlich liegt er unweit von Neumünster, also weniger als ein halbes Autostündchen von Kiel entfernt, und was man dort zu sehen bekommt, wird niemand, der einen Sinn für die Anmut von Tieren hat, bald vergessen.
Den Wolf, dem wir uns so nah verwandt fühlen, wie das in Romanen und Filmen häufige Werwolf-M0tiv zeigt, kann man dort im Freigehege bewundern.
Den Uhu, der uns mit seinen orangerot leuchtenden Augen bannt.
Den Seeadler, der im Vergleich zum Steinadler auf sympathische Weise tölpelhaft wirkt.
Meister Adebar, den Storch, der noch vor hundert Jahren auch in unseren Breiten keine Seltenheit war.
Den quirligen Steinmarder.
Den über alle Maßen knuffigen, bis zum Exzeß verspielten Fischotter mit seiner stupenden Wendigkeit im Wasser und seinem dackelhaften Gang.
Manchmal muß man ein wenig Geduld haben, um die Tiere beobachten zu können. Man ist hier schließlich nicht im Zoo. Aber anders als dort oft bieten die Tiere hier keinen traurigen Anblick, sondern fühlen sich sichtlich wohl.
Aber das Angebot beschränkt sich nicht darauf, den Besuchern Betrachtungsmöglichkeiten zu bieten:
Es gibt darüber hinaus dreimal täglich Flugvorführungen, öffentliche Fütterungen der Wölfe und der Otter, bei denen man sie dann gewiß zu Gesicht bekommt, und sogar für Grillmöglichkeiten ist gesorgt.
Auch einstündige und zweistündige Führungen werden angeboten. Die haben allerdings ihren Preis: Eine einstündige Gruppenführung kostet 26 €.
Aber, na ja, man findet sich ja auch allein zurecht, und der Eintrittspreis von 6,50 € (ermäßigt 5 €) ist doch keineswegs zu hoch.
Lohnend kann es u.U. auch sein, sich eine Jahreskarte anzuschaffen. Diese kostet 16,50 €.
Lohnend deshalb, weil über das Jahr verteilt spezielle Events angeboten werden.
Beispiel: „Versteckte Musikanten –
eine vogelkundliche Frühwanderung …“ am Sonntag, dem 7.5., ab 8.00 Uhr.
Der Wildpark Eekholt ist ganzjährig geöffnet. Einlaß ab 9.00 Uhr (mal von solchen Wanderungen wie der eben erwähnten abgesehen.

Wildpark Eekholt: Großenaspe

Stadtbücherei Kiel mit deutlich begrenzten Möglichkeiten

Zur Stadtbücherei Kiel gehören die Zentralbücherei und die neun Stadtteilbüchereien.
Akzeptable Öffnungszeiten hat allerdings nur die Zentralbücherei.
Die Stadtteilbücherei in Elmschenhagen zum Beispiel ist nur ganze 18 Stunden pro Woche geöffnet.
Am Samstag leider überhaupt nicht, obwohl viele Menschen zwischen Montag und Freitag keine Zeit haben, – zumal mit ihren Kindern – die Bücherei aufzusuchen.
Da bleibt ihnen nichts, als den Weg in die Zentralbücherei anzutreten.
Die Gesamtzahl der Medien in den zehn Büchereien beträgt nach eigenen Angaben 312.000.
Zum Vergleich: Die Gemeindebücherei Heikendorf hat wohl inzwischen über 20.000 Medien – Kiel zählt mehr als 30x soviele Einwohner wie Heikendorf.
Die Stadtbücherei hätte also RELATIV erst dann ebensoviele Medien (Bücher, CDs, DVDs usw), wenn sie es auf mehr als 600.000 brächte. Dazu ist noch zu berücksichtigen, daß es wegen der Verteilung auf zehn Büchereien zu wesentlich mehr Dopplungen kommt als in einer Gemeindebücherei.
Der Mangel wird greifbar, wenn man sich vor eines der Regale in der Zentralbücherei stellt:
Der Bereich Philosophie zum Beispiel ist äußerst dürftig ausgestattet. Nur ein paar Handbücher und Übersichtswerke stehen da, und wer ein kassisches Werk eines großen Philosophen dort tatsächlich antrifft, hat Glück. Noch nicht einmal die Grunddisziplinen der Philosophie sind vollständig abgedeckt: Man findet kein einziges einführendes Werk über Logik (weder im Bestand noch im OPAC).
Gemessen an diesem Angebot ist der Service überraschend gut:
„Einführungen ins Internet und Recherche-Service in Online-Datenbanken gehören zu unserem Angebot.“
So heißt es in einem Flyer der Stadtbücherei, und solche Angebote sind tatsächlich sehr nützlich und entsprechend gefragt.
Eine weitere gute Idee (obwohl sie zu weiteren Dopplungen führt):
„Keine langen Wartezeiten für Bestseller.
(„Kein langes Warten auf Bestseller“ ist offenbar gemeint. Gesagt wird hier freilich, daß es die Bestseller sind, die warten. Soviel zur Sprachlogik. Anmerkung des Verfassers)
Je nach Rangordnung der Spiegel-Bestsellerliste werden – zusätzlich zum normalen Bestand – Mehrfachexemplare angeschafft und können gegen eine Gebühr von 2,00 € für zwei Wochen entliehen werden. Eine Verlängerung ist nicht möglich.“
Man fragt sich, ob die Verlage so etwas argwöhnisch betrachten. Schließlich sinken die Absatzzahlen seit Jahren, und die öffentlichen Bibliotheken sind die natürlichen Feinde des Buchhanndels.
Demgegenüber wird die Buchbranche das allgemeine Büchereiensterben mir Genugtuung registrieren.
Die Zentralbücherei in Kiel wird zwar dieser Epidemie nicht zum Opfer fallen, aber es bleibt zu fragen, inwieweit Mittel gekürzt werden oder – siehe den oben erwähnten geringen Medienbestand – schon gekürzt worden sind.

Zentralbücherei: Andreas-Gayk-Straße 31

„Kiel im Blick“ im Werkhof

„Kiel im Blick“ – so heißt das mehrmediale Ausstellungsevent , dessen Zeuge man vom ersten März bis zum 26. April im Werkhof werden kann.
Das Event versteht sich als „eine visuelle und sprachliche Auseinandersetzung mit der eigenen Stadt“.
Die Vernissage findet am Mittwoch, dem 1.3., um 19.00 Uhr statt. Norbert Aust, Leiter des Theaters im Werftpark, führt in das Geschehen ein. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von den Gitarristen Benno Klostermann und Matthias Lehfeldt.
Am 9.3. findet eine Kiel-bezogene Lesung statt. Autoren sind Liv Andresen, Klavki, Björn Högsdal, Patrick Kruse, Christian Lewin und ein anderer.
Im Mittelpunkt aber stehen visuelle Auseinandersetzungen mit der Landeshauptstadt: Zeichnungen, Drucke und Photographien. Die Künstler, die mir allerdings noch sämtlich unbekannt sind (das spricht aber möglicherweise gegen mich, nicht gegen die Künstler), sind Kerstin Mempel, Karin Hilbers, und Johannes J. Dittloff.
Dei Ausstellung – soviel ist wenigstens im Vorhinein zu vermuten – ist vor allem dem heutigen Kiel gewidmet: sowohl Würdigung der Schönheit bestimmter Orte als auch visuelle Kritik an garstigen resp. sich nicht in das Gesamtbild einpassenden Neubauten.
Bleibt zu hoffen, daß man sich auch mit der Geschichte auseinandersetzt und sich den Orten der Innenstadt widmet, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.
Die Ausstellung ist jeweils von Dienstag bis Freitag, 14-18.00 Uhr geöffnet.

Werkhof: Feldstraße 100

Ausstellung im Künstlermuseum Heikendorf

Lange Zeit hieß die zweite Bushaltestelle, die die Busse der KVG in Heikendorf anfuhren, „Teichtor“. Denn das ist nun einmal die Straße, in der die Haltestelle liegt. Nun auf einmal heißt sie „Künstlermuseum“. Und wer immer dafür gesorgt haben mag: Es liegt darin eine Aufwertung dieser Institution, der damit auch ein höheres Maß an Aufmerksamkeit zuteil wird.
Das kommt nun gerade recht, denn am Sonntag, dem 5. März, um 11.30 Uhr wird die neue Ausstellung des Künstlermuseums eröffnet, die bis zum 5. Juni andauert.
Titel:
„Kunst am Westensee – eine Künstlergruppe stellt sich vor“

Sabine Behrens wird die Besucher begrüßen und in die Materie einführen. Den obligaten musikalischen Rahmen bilden Querflötenvorträge.
Sechs Künstlerinnen und drei Künstler sind es, die sich und ihre Werke mittels dieser Ausstellung präsentieren.
Was sie zu einer Künstlergruppe macht, ist (abgesehen vom Ort Westensee) nicht ohne weiteres erkennbar. Denn es scheint ihren Werken kein gemeinsames ästhetisches Programm zugrunde zu liegen.
Manches wirkt realistisch, anderes gar noch romantisch, wieder anderes abstrakt (im engeren Sinne).
Gruppenmitglied Heide Jopp sagt über ihre Arbeit:
„Malen und Zeichnen sind ein hervorragendes Mittel, die Schönheit der Natur nachzuempfinden. Dabei geht es mir um die Vermittlung von Gefühlen, die ich vor dem Motiv aufgefangen habe.“
So wenig reflektiert diese Äußerungen sind, so epigonal ist ihre Arbeit. Sehr caspar-david-friedrichesk, aber trotz mangelnder Eigenständigkeit nicht schlecht.
Eine andere der Ausstellenden, Christin Karbaum, äußert sich so über ihre Arbeit:
„In meinem Schaffen (welcher bedeutende Künstler spricht denn hochtrabend von seinem SCHAFFEN? Frage des Verfassers) kommt alles zum Entstehen, wenn man den Naturrealismus wegläßt.“
Wenn wer ihn wegläßt? Der Betrachter offenbar. Aber der ist doch gar nicht Zeuge ihres Schaffens, sondern vielmehr des Resultats desselben.
Karbaum weiter:
„Damit wird das Gewicht automatisch auf die Rhythmik gelegt.“
Die unter dem Gewicht wohl mächtig schwerfällig wird.
Wir fahren mit dem Zitieren fort:
„Meine Kunst ist eine besinnliches Kunst. Man muß vor sie treten und warten, bis sie einen anredet. Die Geduld ist erforderlich, um zu sehen und die Aussage zu verstehen und zu empfinden.“

„Wer sich selbst interpretiert, geht unter sein Niveau.“
Also sprach Heiner Müller.
Und das mag selbst auf Frau Karbaum zutreffen.

Aber so ganz übel ist das alles nicht.

Künstlermuseum: Teichtor 9

Berufswege kreativ entdecken

Unter diesem Titel findet vom 19.4. bis zum 19.5. 2006 ein Berufsorientierungskurs für Frauen in Kiel statt. Veranstalter ist der Verein für Pädgogische Initiativen und Kommunikation e.V. (Pädiko).
Der Kurs umfaßt 90 Unterrichtsstunden sowie ein vierzehntägiges Praktikum.
Die Kosten scheinen dafür erstaunlich gering: 52 €!
Auf Anfrage wird in begründeten Fällen sogar eine Ermäßigung gewährt, und man bietet eine Kinderbetreuung an.
Angesprochen sind Frauen, die nach Unterbrechung ihres Berufslebens in dieses zurückkehren wollen und solche, die umsatteln wollen, also auf der Suche nach grundsätzlich Neuem sind.
Zu den Inhalten des Kurses gehören Erkennen der eigenen Fähigkeiten und Wünsche, Bewerbungstraining und Informationen zur Situation auf dem Arbeitsmarkt.
Leider sprechen die Veranstalter in ihrer Broschüre nicht die Themen Computer und Internet an, obwohl sich in diesen Bereichen doch gerade Neueinsteigerinnen schwer tun und einer Anleitung bedürfen: Schließlich sind an immer mehr Arbeitsplätzen Fähigkeiten am Computer und informationspraktische Kompetenz unabdingbar.
Die Veranstalter verzichten außerdem darauf, Pädiko näher vorzustellen und die Namen derer zu nennen, die den Kurs leiten.
Außerdem fehlen Informationen über die Praktika, die sich an die Kurse anschließen sollen.
Das alles ist zwar nicht eben vertrauenerweckend, aber wenn interessierte Frauen sich mit den entsprechenden und anderen Fragen an den Verein unter der Telefonnummer 0431/9826390 wenden, dann könnte sich ja herausstellen, daß der Kurs doch so günstig und hilfreich sein kann , wie er auf den ersten Blick scheint.

Veranstaltungsort: Fleethörn 59

Spanisch für alle

Die deutsch-Ibero-Amerikanische Gesellschaft Schleswig-Holstein und das Institut für Spanische Kultur und Sprache stellen ein Kurs- und Kulturprogramm auf Beine und Räder, das in der Tat respektabel und brauchbar ist, will sagen: Es bleiben wohl kaum Wünsche offen.
Allein schon die Spanisch-Kurse decken alles ab:
Es gibt Kurse für Anfänger und für Fortgeschrittene, für Leute, die sich auf Wirtschaftsspanisch spezialisieren wollen und für diejenigen, die sich für verschiedenerlei Diplome fit machen müssen.
Außerdem Kurse für Schüler unterschiedlicher Altersstufen.
Auch Portugiesisch und Katalanisch können erlernt werden.
Kochkurse, Tanzkurse und Gitarrenunterricht runden das Kursprogramm ab.
Die Preise sind durchaus zivil.
Aber zum Gesamtprogramm gehört noch viel mehr:
Studienreisen nach Spanien und Lateinamerika, Konzerte, Filme, Vorträge …
Also einfach mal an die Hombres und Mujeres wenden:

Hardenbergstraße 11
Tel.: 803638

Fahrradzeitung für Schleswig-Holstein

Was es nicht alles gibt!
Und auch noch in der Stadtbücherei Kiel ausliegt!
Zum Beispiel „Pett man Sülm“, die Fahrradzeitung für Schleswig-Holstein.
Erscheint vierteljährlich, das schmale DIN-A-5-Ding, und es wird herausgegeben vom Landesverband Schleswig-Holstein des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC).
„Pett man Sülm“ ist übrigens Niederdeutsch und bedeutet „Tritt Selbst“ (in die Pedale nämlich).
Im Editorial heißt es:
„Licht ins Dunkel bringen …
… daran sollte man in der dunklen Jahreszeit denken.
Geht das Licht an meinem Rad? Denken Sie rechtzeitig daran, die Akkus aufzuladen, Glühbirnen auszuwechseln und Kabel auf Bruch zu überprüfen. Der örtliche Fachhändler hilft gern.“
Bei soviel Erhellendem bleiben in der Tat keine Fragen offen.
Leserbriefe gibt es dennoch.
Auf der entsprechenden Seite bekennt ein Michael Artmann, daß er die PMS genieße. Auf die Idee wäre ich, da durch Literatur verdorben, nie gekommen.
Im hinteren Teil des Hefts wird auf Termine hingewiesen, und da sieht man, daß auch in Kiel einiges geht:
Am 9.2. zum Beispiel setzte es eine „Bilderreise soweit (nein, nicht soweit, sondern so weit; Anmerkung des Verfassers) das Auge reicht, in den Räumen des Schleswig-Holsteinischen Blinden- und Sehbehinderten-Vereins, Melanchthonstraße 31.“
Und demnächst vielleicht ein Hörspiel im Hause des Verbandes der Tauben und Hörgeschädigten?
Was noch?
Radlerstammtisch an jedem ersten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr in der Pupille, Saarbrückenstraße 34.
Aber: Dont´t drink and drive!
Leider ist der Ausdruck „Radlermaß“ irreführend, denn immerhin bringt es dieses auch Alsterwasser genannte Gemisch aus Bier und Limonade auf über zwei Prozent Alkohol. Auch damit kann man sich also radfahruntauglich bechern.
Man sieht, nicht nur in „Pett man Sülm“, sondern auch im Kiel-Blog gibt es höchst wertvolle Tips für Radfahrer.

Jahresempfang der IHK Kiel

Nu ja, es ist schon ein wenig her, aber es lohnt sich, darauf zurückzukommen.
1500 Gäste, darunter Peter Harry Carstensen und Christian Wulff, waren im Kieler Schloß zugegen, als IHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann vom Leder zog.
Im Zentrum seiner Rede stand die Frage einer möglichen Zusammenlegung der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein.
Bzw. für Driftmann eben keine Frage: Das, was man „Die Witrschaft“ nennt, forciert das Zusammenpappen dieser doch durchaus disparaten Länder.
Und da man ja, wie es heißt, keine Politik gegen die Wirtschaft machen kann, ist zu befürchten, daß es tatsächlich so kommt.
Eine Zwangsvereinigung also?
Hat das Volk nichts zu sagen?
Was ist in den Landesverfassungen für diesen Fall vorgesehen?
Und wie soll das Land denn heißen?
Schleswig-Holstein-Hamburg?
Hamburg-Schleswig-Hosstein?
Mal abgesehen von der Reihenfolge:
Es ist einfach entschieden zu umständlich.
Wie dann?
Nordelbien?
Das klingt doch gar zu sehr nach Klerus („Nordelbische Kirche“).
Außerdem ist es unzutreffend, da große Teile Hamburgs südlich der Elbe liegen.
Oder sollen die etwa mit Niedersachsen fusionieren?
Außerdem:
Die mit Abstand interessanteste und erfreulichste Partei in Schleswig-Holstein ist der SSW (Südschleswigscher Wählerverband), die Vertretung der dänischen und der friesischen Minderheit.
Dieser politischen Kraft droht durch eine Fusion die Marginalisierung.

Und ist es vielleicht ein Lichtblick, daß der Hamburger Regierungschef von Beust ausgerechnet einer Veranstaltung mit solchem Inhalt fernblieb?
Leider wohl kaum.
Und was helfen Argumente?
Dennoch sei gesagt, daß Schleswig-Holstein und Hamburg nichts als die Nachbarschaft verbindet. Nie bildeten sie eine Einheit.
Anders verhält es sich mit Berlin und Brandenburg. Schließlich war Berlin bis zur Teilung eine brandenburgische Stadt (vom Sonderstatus der Reichshauptstadt in der NS-Zeit abgesehen).
Nach der Einigung hat man ausgerechnet den vorher immer bejammerten Sonderstatus Berlins zementiert, indem man die selbständige staatliche Einheit Westberlin (die sich stets mehr schlecht als recht als Bundesland verkleidet hatte) und Berlin, Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik, zu einem Stadtstaat vereinte, statt das Ganze einfach Brandenburg zuzuschlagen.

Und außerdem: Was wird aus der Hamburger Freiheit?
Lübeck heißt lediglich Hansestadt, denn es gehört zu Schleswig-Holstein. Hamburg aber heißt, vielleicht nicht ganz glücklich formuliert, Freie und Hansestadt, weil es ein selbständiges Land ist.
Tja, das kommt schon ein wenig komisch, wenn man das Wort „frei“ so mir nichts, dir alles aus dem Namen streichen muß.
Oder läßt sich das vermeiden im Falle der Fusion?
Nein, es läßt sich nicht.

Aber genug davon. Driftmann hatte noch anderes zu sagen:
Er warnte vor einer Großen Koalition aus Kombilohn und Mindestlohn.
Ohauahauahauaha, wie wir Kieler sagen.
Müssen diese Handelsverbandsmenschen denn immer wirtschaftsliberale Hardliner sein?
Dumme Frage, zugegeben.
Es sind ja meist wahre Christenmenschen, die ungelernte Arbeitskräfte (und vielleicht nicht nur die) auf dem Niveau eines kreatürlichen Existenzminimums halten wollen (und vielleicht nicht mal auf dem).
Angesichts der Mindestlohn-Diskussion packe viele Unternehmer die „nackte Angst“, so Driftmann.
Muß wohl Existenzangst sein, wobei das unternehmerische Existenzminimum, wie das Wort Existenzgründung zeigt, ein durchaus anderes ist als das gewöhnlicher Menschen.

„Hempels, das Straßenmagazin!“

Jeder Kieler kennt diesen Ruf, mit dem Obdachlose in der Innenstadt ihre Zeitschrift feilbieten.
In diesem Monat habe ich sie erstmals gekauft.

Oben rechts auf der Titelseite steht:

„1.60 Eur
Davon gehen
80 Cent
an die Verkäuferin
bzw. den Verkäufer.“

Natürlich gab ich ihr 2. Wie käme man sich denn auch vor, wenn man von einer Obdachlosen Rück-Kleinstgeld verlangte? Irgendwie schäbig.
So wird es wohl vielen gehen, und daher ist der Preis geschickt gewählt.

Das Heft hat 32 Seiten, von denen einige der Werbung vorbehalten sind.
Der Rest ist allerdings durchaus interessant:
Ein Obdachlosen-Porträt, ein Bericht über Verbraucherinsolvenz, einer über den arbeitsplatzverlustangstbedingten sehr niedrigen Krankenstand in Deutschland u.v.a.
Da das diesmonatige Heft eine Jubiläumsausgabe ist (Zehn Jahre Hempels), äußern sich hier Prominente und Semiprominente über ihre Erfahrungen mit der Armut anderer.

Daniel Karasek, Schauspielintendant des Theaters Kiel, schreibt über ein Erlebnis beim Spensensammeln für den kirchlichen „Mittagstisch“:
„Gelegentlich blieb eine ältere Dame vor mir stehen, holte ihr Portemonnaie heraus, um einge Münzen herauszufischen, die sie dann in den Schlitz meiner Sammeldose steckte.“
So macht man das also! Wer hätte das gedacht!

Der schlewig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen gibt Folgendes zum Besten:
„Als Schwiegersohn des damaligen Pfarrers in Kiel-Holtenau hatte ich Anfang der 70er Jahre viel Kontakt mit den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Dort traf ich im Pfarrhaus auf Seeleute, Obdach-und Heimatlose, Hilfsbedürftige und Leute, die ihre Zeit im Gefängnis abgesessen hatten.“
Was für eine Aufzählung!
Sind Obdachlose etwa nicht hilfebedürftig?
Logik, Peter Harry!
Carstensen weiter:
Ich habe schnell bemerkt, wie wichtig es ist, Gespräche zu führen, um die Hintergründe für das jeweilige Schicksal zu erfahren.“
Hat er schnell bemerkt. Nämlich:

Wieso, weshalb, warum?
Wer nicht fragt, bleibt dumm.

Carstensen hatte eben schon damals Sesamstraßen-Niveau, und dieses Niveau hat er bis heute gehalten.

Michael Brühn, Kapitän zur See (i.e. Oberst der Meere) und Kommandant des berühmten Segelschulschiffes Gorch Fock, schreibt über Armut in anderen Teilen der Erde:
„Meine bisherigen Verwendungen … haben mich nachAsien und Afrika, aber auch in Länder der ehemaligen Sowjetunion wie Georgien und Rumänien geführt.“
Brühn war schon ein ausgewachsenes Exemplar der Spezies Homo sapiens sapiens, als die gloriose Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken noch bestand. Da sollte er doch wohl wissen, daß Rumänien niemals Teil der Sowjetunion war.
Und „Verwendung“?
Spricht man so in Militärkreisen?
Wenn das nicht einiges über das Menschenbild der Bundeswehr sagt!

Wolfgang Pistol, Direktor der Landespolizei Schleswig-Holstein, ist zwar auch kein Mann des Wortes, aber es ist durchaus beeindruckend, wie sich bei ihm das Thema Menschenwürde als roter Faden durch den Text zieht.

In jeder Hinsicht souverän der Beitrag Björn Engholms.

Günter Grass schrieb zwar keinen Text aus Anlaß des Jubiläums, stellte aber etwas bereits in Buchform Erschienens zur Verfügung. Darin heißt es:
„Noch bis Ende der siebziger Jahre verstand sich die Bundesrepublik als Sozialstaaat. (Mag sein, daß die während Jahrzehnten andauernde Existenz zweier deutscher Staaten und dem damit verbundenen und ideologisch zugespitzten Wettbewerb zweier Systeme diesem Selbstverständniß auf die Sprünge geholfen hat.)“
(Es ist eine Selbstverständlichkeit, die Grass hier als eigene Erwägung präsentiert.)
„Während Jahrzehnten andauernd“?
Warum nicht „jahrzehntelang“, „Jahrzehnte während“ oder „Jahrzehnte dauernd“?
Nur einer einer Reihe von Fehlern / Stilschwächen in zitiertem Klammersatz.
Aber wer sagt denn, daß ein Deutscher Literatur-Nobelpreisträger deutsch können müsse?

Schön, daß Hempels das alles dokumentiert.
Schöner noch wäre es, wenn Hempels deshalb nicht existierte, weil es keine Obdachlosigkeit gäbe.
An sich eine zivilisatorische Selbstverständlichkeit, dieses Ziel, und ohne große Anstrengungen der Gesellschaft erreichbar.
Aber man geht offenbar davon aus, daß die arbeitende Bevölkerung abschreckende Beispiele braucht, um ihren „Arbeitgeber“ genannten Arbeitsenergie- und Arbeitsresultatenehmern auch weiterhin die Stange zu halten.

Marianne Wünsch über Goethes Faust

Und zwar den ersten Teil. Zugegeben, die Veranstaltung liegt bereits hinter uns.
Sie fand Mitte Februar im Kulturforum statt.
War jemand da?
Der könnte hier einen Erfahrungsbericht als Kommentar einstellen.
Mir jedenfalls ist die Frau noch aus der Zeit, da ich in der CAU Literaturwissenschaft studierte, bestens in schlechter Erinnerung geblieben:
In einer Vorlesung führte sie, wie immer in garstig-giftig-vulgärem Verdrängungston, aus, der deutsche Realismus sei nach oben und unten abgeschnitten gewesen.
Auf diese dürftige Formulierung war sie mächtig stolz, und dementsprechend oft und nachdrücklich wiederholte sie sie (sich dabei offenbar schon vorstellend, wie Kollegen sie in Zukunft xfach mit dieser kühnen und geistreichen These zitieren würden).
Mit „nach oben abgeschnitten“ meinte sie, daß Fantastisches im deutschen Realismus nicht vorkam (obwohl das gewiß kein Spezifikum des deutschen Realismus ist).
Aber auch soziale Thematiken und Sexualität blieben, so Wünsch, ausgeklammert.
Und nun Frau Wünsch wörtlich:
„Der deutsche Realismus war also auch nach unten abgeschnitten.“
Was für eine träge Masse so eine studentische Zuhörerschaft doch ist. Es wurde tatsächlich nicht gelacht.
Was aber drückt sich denn wohl unfreiwillig in zitierter Formulierung aus, wenn nicht eine Kastrationsfantasie?

Geo Step by Step

So nennt sich ein Kieler Bildungsverein, und der Name ist offenbar doppeldeutig: Es geht darum, Schritt für Schritt – bei Spaziergängen – Kiel und Umgebung zu erkunden, und eben auf diese Weise Schritt für Schritt zu einem besseren Verständnis der Umwelt zu gelangen.
Der Veranstaltungskalender ist im März noch ein wenig dünn: Nur zwei Events werden aufgeführt („Natursteine in der Stadt“ und „Eiszeit, Steine, Meer“), aber im April geht es richtig los mit 12 Einträgen. Und so dicht gepackt bleibt es bis einschließlich September. Daß sich da einiges wiederholt, versteht sich.
Hier eine kleine Auswahl der Erkundungen:

Galgenberg und Grafenteich
Friedhof Eichhof
Kiels Flaniermeile
Kreuz und quer durch Gaarden

Man sieht, es geht nicht nur um natürliche, sondern auch um von Menschen geschaffene Umwelt.
Als neue Veranstaltungen werden dem Interessierten besonders ans Herz gelegt:

Mit Vollgummireifen über Stock und Stein
Algenwürmer und Steinschnecken

Zugegeben, das klingt ein wenig makaber von wegen mit Vollgummireifen über Stock und Steinschnecken, aber was soll´s.
Die Teilnahme an Erkundungen kostet übrigens in den meisten Fällen 8 €.

Geo Step by Step: Kollhorster Weg 1

Kräuterpark Stolpe

Nicht allzuweit südlich von Kiel, zwischen Plön und Neumünster, liegt der Kräuterpark Stolpe.
Sehr spezielle Angelegenheit, werdet ihr jetzt sagen; und es ist ja wirklich nicht jedermanns Sache, in die Tiefen der Kunde von den Heilpflanzen, Gewürzen und Giftpflanzen hinabzutauchen. Aber andererseits finden doch immer mehr Menschen Interesse an diesen Dingen.
Und diese Neugier wird im Kräuterpark Stolpe auf mancherlei Weise befriedigt:
Es gibt ein Museum, das in die Geschichte des Gebrauchs von Kräutern einführt, daneben einen Kräuterladen, in dem man sein Portemonnaie nach Herzenslust erleichtern kann, ein Cafe und einen Botanischen Garten.
Gruppen ab zehn Personen können Führungen durch den Park buchen, und es gibt regelmäßig Veranstaltungen unterschiedlicher Art, zum Beispiel am 12.3. einen Vortrag über Permakultur.

Kräuterpark: Am Pfeifenkopf 9, Stolpe

Frischlinge von Steiskal

Frischlinge sind bekanntlich Wildschweinjunge – sehr leicht zu erkennen an den hellen Längsstreifen, die sie später verlieren. Nun ist der hiesige Großbäcker Steiskal auf die Idee gekommen, Brote mit hellen Längsstreifen zu backen und diese doppeldeutig Frischlinge zu nennen.
Das ist zwar nicht eben originell, aber immer noch besser als der Anteigentext, mit dem das Lebensmittel beworben wird:

„Unser Gestreiftes.
Gut zu erkennen.
Nicht zu verwechseln.
Ein tolles Brot.
Mit tollen Streifen
So lecker,
so frisch.“

So ist das, wenn einem rein gar nichts einfällt und man es sich nicht leisten kann, einen Werbetexter zu engagieren.
Das Auge ißt hier übrigens nicht MIT, sondern nur das Auge ißt. Denn was das überhaupt für ein Brot ist, aus welchem Korn und wie gebacken, das soll uns – so will es der Anzeigentext – nicht interessieren.
Nun, wenn das so ist, dann interessiert uns das ganze Brot nicht.
Und wo ist überhaupt die Verbindung zwischen Steiskal und jungen Wildschweinen?
Ist der Frischlinge Steiß kahl?
Ich glaube nicht.

Gaylectric

Letzten Freitag House und Electro in der Traum GmbH unter dem Titel, der die Überschrift diese Artikels bildet.
Im Klartext: House für Schwule.
Mag ja zum Kennenlernen von Vorteil sein.
Dennoch erinnert es an Fahrstühle und Eisenbahnabteile ausschließlich für Schwarze.

Club 24

Am Freitag, dem 24.2., bis 24.00 Uhr gab´s unter dem Titel freien Eintritt im MAX für Gäste ab 24.
Das beruht dann wohl auf Marktanalysen.
Man hat die Erfahrung gemacht, daß die Diskothekenkundschaft ab diesem Alter langsam schwindet, und mit solchen Angeboten will man sie eben ein wenig länger bei der Stange halten.
Aber wirkt denn das?
Die Betroffenen durchschauen das doch, und sofort fühlen sie sich nicht mehr der örtlichen Jugendszene zugehörig.
Der Effekt ist also das Gegenteil des Angestrebten.
Aber da kann ich mich natürlich auch täuschen.

MAX: Eichhofstraße 1

Britpop in Kiel – Große Welt

Unter dem Titel „This is England“ gab es am Freitag, dem 24.2., im Weltruf nichts als Britpop.
Daß denen aber auch wirklich keine besseren Titel einfallen!
Dieser nämlich hat zwei gar zu erhebliche Schwächen:

1. Er zitiert einen Songtitel von The Clash aus der Zeit, als die Band wegen des Verlustes von Mick Jones mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt hatte. Das Wort Britpop aber war zur Zeit der Veröffentlichung dieses Songs noch nicht im Schwange.

2. England ist keineswegs identisch mit Großbritannien. Und sollen etwa ausgerechnet in einem Britpop-Special interessante Bands aus Schottland und Wales ausgeklammert werden?

Aber was wurde nun eigentlich gespielt?
Chart-Musik von Oasis und Blur bis Kaiser Chiefs und Franz Ferdinand?
Und was die letzten beiden Bands betrifft, warum sind die denn so hochgelobt?
Das ist fieser Rumpelrock, der prätentiös IST, aber vorgibt, understated zu sein.

Erfahrungsberichte bitte hier einstellen.

Ist freier Eintritt für Frauen gesetzeswidrig?

Das muß doch mal gefragt werden.
Nehmen wir ein Beispiel:
Am Donnerstag, dem 23.2., fand ab 19.00 Uhr im Cafe de Cuba eine After Work Party statt.
Der Veranstalter informierte darüber, daß geschlechtsreife weibliche Exemplare der Spezies Homo sapiens sapiens daran teilzunehmen berechtigt waren, ohne eine bestimmte Summe Geldes dafür entrichten zu müssen, mit anderen Worten: freier Eintritt für Frauen.
Was soll nun aber das?
Dumme Frage, werden einige antworten: Das ist halt abschlepptechnisch für den männlichen Teil der Bevölkerung und daher ökonomisch für den Anbieter günstig.
Aber ist es auch mit den Grundwerten unseres Gemeinwesens vereinbar? Im Grundgesetz steht, daß Männer und Frauen gleichberechtigt seien.
Und wenn Frauen freien Eintritt erhalten, können Männer sich dann etwa nicht gerichtlich den Eintritt freiklagen?
Oder wäre da rechtlich wegen Geringfügigkeit nichts zu machen?
Wie weit darf man denn mit der Diskriminierung gehen?
Freier Eintritt nur für Weiße? DAS wäre skandalös?
Tja, in der Tat. Aber warum ist dann freier Eintritt nur für Frauen kein Skandal?
Das sind so Fragen.

Cafe de Cuba: Grevenkrug

Totschick – Punkrock

So kurz und knackig und ungenau benennt das Kommunikationszentrum in der Hansastraße 48 sein Programm am Donnerstag, dem 23.2., ab 21.00 Uhr.
Schön, wenn wieder an Punkrock erinnert wird.
Bemerkenswert, daß es heute wieder Punks gibt – man kann sich davon auf den Straßen überzeugen: Jugendliche, die sich fest und entschieden zu den Werten ihrer Großeltern bekennen (etwas überspitzt, aber die Ur-Punks von Mitte der 70er könnten doch tatsächlich, biologisch gesehen, die Großeltern heutiger Punks sein).
Interessant auch, daß man damit heute immer noch provozieren kann.
Leider aber ist der Titel der Veranstaltung (Totschick) gleich dreifach falsch:
1. Punks ging es nie darum, schick zu sein. Punk ist keine Mode, sondern eine Revolution.
2. Punk ist weder morbid noch todessehnsüchtig noch pessimistisch.
Warum also „tot“?
Ist hier die Vorliebe der Punks für schwarzes Outfit mißverstanden worden?
Oder ist man auf den uralten Medientrick reingefallen, der das berühmte Sex-Pistols-Diktum
„There is no future in England´s dreaming.“
auf „No Future“ reduziert?
3. „Todschick“ schreibt man so wie am Anfang dieses Satzes, also nicht mit einem t am Ende der ersten Silbe, wie die Veranstalter meinen.
Vielleicht haben sie sich ja an der großen Punkband The Clash orientiert:

No rules,
no schools,
they´re not for you,
they´re for the fools.

Aber das war doch nicht so ganz ernst gemeint und schon gar nicht auf die Rechtschreibung bezogen.

Die Reise einer Wolke

Das Theater im Werftpark proudly presents (am Mittwoch, dem 22.2., um 10.00 Uhr – ja, beste Zeit für Schul- und Kindergartenkinder):

Die Reise einer Wolke

Was das ist?
Auch darüber gibt das Theater im Werftpark Aufschluß:
„Eine kleine Weltreise für Kinder und Erwachsene ab 3 Jahren“

Theater im Werftpark: Ostring 187a

Mozart in der Wik

Sage niemand, in der Wik sei aber so rein gar nichts los und gebacken.
Vom Gegenteil wird man sich am Mittwoch, dem 22.2., ab 20.00 Uhr in der Petruskirche überzeugen können.
Denn auch dort ist das Mozart-Jahr angekommen, und man präsentiert ein „4. Mozart-Konzert“ (die ersten drei müssen mir entgangen sein.)
Ein wenig irreführend ist der Titel, denn gespielt werden nicht nur Werke dieses notorischen Megastar-Komponisten, sondern auch solche von Bach und Händel.
Na ja, mir isses recht. Schließlich hatte Händel mehr Originalität und Sinn für Wirkungen als die anderen beiden Tonsetzer (und manche andere, die hier nicht genannt werden wollen) zusammen.

Petruskirche: Weimarer Straße

333. Halbe Stunde – Orgeldemonstration

Am Mittwoch, dem 22.2., um 17.00 Uhr in der Nikolaikirche. Dort wird man vielleicht auch in Erfahrung bringen können, warum das Ganze 333. Halbe Stunde heißt.
Sinn und Inhalt der Sache ist jedenfalls eine Orgelvorführung mit Klangdemonstration.
Also empfehlenswert nicht nur für Musik-, sondern auch für Technikinteressierte.

St. Nikolai: Alter Markt

Pfeffermühle in Kiel

Immer wieder totgesagt: das Kabarett.
Und immer wieder wurde und wird beklagt, daß das Kabarett gegen allen Augenschein für nicht mehr existent erklärt wurde und wird.
Nun, jedenfalls lebt es, und man kann sich davon am Dienstag, dem 21.2., ab 20.00 Uhr im Schauspielhaus überzeugen.
Dort gastiert die Leipziger Pfeffermühle mit ihrem aktuellen Programm, das den Titel „Erfolg macht frei“ trägt.
Wird damit aber angespielt auf den KZ-bezogenen NS-Spruch „Arbeit macht frei“?
Natürlich!
Und ist das nicht starker Tobak?
Weil damit nahegelegt wird, daß Erfolgszwang unter globalisierten, raubtierkapitalistischen Bedingungen ähnlich katastrophal sei wie Zwangsarbeit in einem KZ?
So ist es, das wird in der Tat nahegelegt.
Leider wieder einmal Relativierung von NS-Verbrechen.
Wahrscheinlich werden die Leipziger Pfeffermahler antworten, so sei das aber nun gewiß nicht gemeint.
Aber wie denn dann?
Vermutlich sollte das Ganze halt, entsprechend dem Namen der Gruppe, echt scharf klingen.
Und da müssen eben oft NS-Anspielungen herhalten.

Schauspielhaus: Holtenauer Straße 103

Fiesta Mexicana

Am Dienstag, dem 21.2., ab 18.30 Uhr in Böll und Tucholsky. Die Veranstalter annoncieren das Event als „Kultfete“.
Kann man mit dem Wort Kult denn noch irgend einen Hund hinterm Ofen vorlocken?
Kann irgend jemand das Wort Kult in seiner heutigen Bedeutung definieren?
Daß etwas Kult oder gar kultig sei, bedeutet heute vielleicht kaum mehr, als daß es eben gut sei.
Gleichviel, die Fete kann schon recht spaßig werden.
Man weiß ungefähr, auf welche Getränke und auf welche Musik man sich einzustellen hat.
Hoffentlich gibt es auch TexMex in der Art, die Robert Rodriguez in einigen seiner Filme (From Dusk till Dawn, Desperado) einsetzt.

Böll, Tucholsky: Bergstraße 17

THW-Restsaisonstart-Party

Die gibt es!
Ihr könnt Euch selbst davon überzeugen. Und zwar am Sonntag, dem 19.2., um 15.00 Uhr im Trafo.
Was daran bemerkenswert ist?
Das fragt Ihr wirklich?
Die Benennung natürlich!
THW-Restsaisonstart-Party!
Dafür gibt es den offiziellen Kiel-Blog-Preis „Kompositum (im Volksmund: zusammengesetztes Wort; unter Intellektuellen: Wortgefüge) des Monats“.
Und vielleicht gibt es auch noch schönere Anlässe zum Feiern, etwa einer
THW-Torwartverletzungspechüberwindungsparty.
Derlei muß ggf. auch sein.
Man wird sehen.
Worin nun aber eigentlich der Preis besteht?
In diesem Artikel selbstredend.

Trafo: Kleiner Kuhberg 12a

Holstein Kiel – Preußen Münster

Am Samstag, dem 18.2., um 14.00 Uhr im Holstein-Stadion.
Es geht um nichts Geringeres als den Aufstieg in die zweite Liga. Und auch die kann ja nur eine Zwischenstation sein. Schließlich war Holstein schon zu einer Zeit Meister, als es manchen heutigen Bundesliga-Verein noch gar nicht gab.
In einigen Jahren soll hier nicht gegen Münster, sondern gegen Manchester United, Juventus Turin und den RSC Anderlecht gespielt werden.

The Hanging Garden

Die hängenden Gärten der Semiramis – das war eines der Weltwunder der Antike.
Nach diesem offenbar benannte sich das Hanging Garden in Kiel.
Und eben dieses veranstaltet am Freitag, dem 17.2., eine After No Work Party.
Was aber bedeutet das nun wieder?
Arbeitslos und Spaß dabei?
Oder bezieht sich der Titel – ungenau – einfach darauf, daß am Freitag das Wochenende beginnt?

The Hanging Garden: Waitzstraße 91

Chez Nous: Travestie-Show aus Berlin

Am Donnerstag, dem 16.2., um 20.00 Uhr im Kieler Schloß.
Travestie ist ja eigentlich das Gegenteil von Parodie:
Man persifliert ein Werk, indem man seine Form ändert.
Hier aber ist es ja wohl doch nur wieder Transvestitenkram: Männer in Frauenkleidern.
Beliebt bei Frauen, die sich als solche grundsätzlich gedemütigt fühlen, ohne sich dessen recht bewußt zu sein, und die sich Erleichterung zu verschaffen versuchen, indem sie Männeren dabei zusehen, wie sie sich erniedrigen.
Vielleicht ist die Erklärung falsch, aber was könnte denn sonst die Beliebtheit von etwas erklären, das doch im günstigsten Fall belanglos ist?