Hackbrett Nashornschädel

Archäologen haben bei Bauarbeiten für die Kölner U-Bahn Schädelteile eines eiszeitlichen Wollnashorns entdeckt.“
So und nicht anders, also eben leider auch nicht besser, beginnt eine Meldung der Kieler Nachrichten vom 10. Mai diesen Jahres.
Da fragt man sich: Haben die Archäologen nichts Besseres zu tun, als an Bauarbeiten teilzunehmen?
War es nicht vielmehr so, daß Bauarbeiter einen seltsamen Fund machten und der auf solche Fälle vorbereitete Bauleiter die Archäologen informierte?
Weiter berichten die KN:
„Wissenschaftler der Uni Kiel bestimmten das Alter des knapp einen Meter langen und 20 kg schweren Knochens auf mehr als 37.000 Jahre, teilte der Kölner Paläozoologe Hubert Berke mit.
Das Fundstück lag in einer römischen Keramikschicht. Kerben und Einschnitte lassen darauf schließen, daß der Knochen von römischen Handwerkern als Hackbrett verwendet wurde.“
Warum denn ausgerechnet von Handwerkern?
Wie sollte sich das erschließen lassen?
Wahrscheinlich meint der Autor, es müßten Handwerker gewesen sein, weil es ja ein Hackbrett war.
Unter einem Hackbrett versteht der Verfasser nämlich ein Brett, auf dem man Gegenstände zum Beispiel mittels eines Hackmessers zerteilt. Daher die Kerben.
Daß ein Knochen sowohl aufgrund seiner Form als auch aufgrund seiner Konsistenz für derlei Operationen ungeeignet ist, hat der KN-Journalist dabei nicht bedacht.
Und er weiß eben einfach nicht, daß ein Hackbrett durchaus nicht etwas so Profanes ist wie das, was er sich darunter vorstellt, sondern ein Saiteninstrument.
Nun meint Ihr vielleicht, ich würde dem KN-Autor hier Dummheit lediglich unterstellen, und die Meldung gäbe das nicht her.
Doch, tut sie doch!
Schaut Euch nochmal genau die Wortwahl an.
Meinerseits ist das Nötige dazu gesagt.
Übrigens: Jetzt müßte an sich eine Journalistenbeschimpfung folgen.
Aber ich bin mir nicht ganz sicher, welche Worte man verwenden darf und welche dazu führen, daß man den eine oder anderen Prozeß an den Hals bekommt.
Also, wie wäre es mit: Flasche?
Das darf man wohl sagen.
Und es ist zutreffend.
Der Autor der Meldung ist eine Flasche!
So es sich allerdings um eine Autorin handelt, ist sie eine Pflaume.
Oder ist dieser Ausdruck nicht erlaubt, weil er als obszön mißverstanden werden könnte?
Dann versichere ich hiermit, daß mit diesem Ausdruck keine Obszönität intendiert ist, sondern lediglich eine Beleidigung.
Und die ist aufgrund der von mir dargelegten Sachlage berechtigt.
Und weil sie berechtigt ist, müßte sie doch auch rechtens sein.
Aber wer weiß das schon so genau?
Recht und Gerechtigkeit klaffen doch bisweilen weit auseinander.
In jedem Falle aber ist festzustellen:
Kiel-Blog ist die fünfte Gewalt in dieser unserer Stadt.
Wir decken die Versäumnisse der „Vierten Gewalt“ auf.
Und die so weit wie das Auge und weiter reichende Inkompetenz jenes Mediums, das eben in dieser Stadt die „Vierte Gewalt“ repräsentiert: der Kieler Nachrichten.